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13.12.2013

15:23 Uhr

Vorgänger nimmt Auszeit

Bill Gross leitet hinkenden Pimco-Fonds

Der Bonds-König Bill Gross springt für einen Kollegen bei Pimco ein und verwaltet nun noch einen Fonds. Dieser hinkt der Konkurrenz deutlich hinterher. Trotzdem fließt massiv Geld in den Fonds.

Pimco-Gründer Bill Gross: Sein Haupt-Fonds erlebt aktuell den größten Kapitalabfluss pro Jahr. Reuters

Pimco-Gründer Bill Gross: Sein Haupt-Fonds erlebt aktuell den größten Kapitalabfluss pro Jahr.

New YorkBill Gross leitet ab sofort auch den Pimco Unconstrained Bond Fund. Der Fonds ist eines der wichtigsten Anlageprodukte von Pacific Investment Management Co. (Pimco), seit Investoren Gelder aus den großen Fonds der Gesellschaft abziehen.

Chris Dialynas, der bisherige Fondsmanager des Pimco Unconstrained Bond Fund, nimmt eine Auszeit. Das geht aus einer Pflichtmitteilung von Pimco mit Sitz in Newport Beach, Kalifornien hervor. Dialynas, 59, leitete den Pimco Unconstrained mit einem Anlagevolumen von 28 Milliarden Dollar seit 2008.

Der Fonds profitiert von der Nachfrage der Anleger nach Anleihefonds, die praktisch überall investieren können, auch wenn die Erträge glanzlos sind. In diesem Jahr hinkt der Pimco Unconstrained 75 Prozent aller Fonds mit einer gleichartigen Anlagestrategie hinterher. Er konnte aber in den zehn Monaten bis Ende Oktober 10,2 Milliarden Dollar an Anlagekapital gewinnen. Das war nicht nur der höchste Zufluss für einen Pimco-Fonds, sondern auch für nicht-klassische Anleihefonds, die von der Analysefirma Morningstar beobachtet werden.

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

Für Pimco kam der Zufluss zur rechten Zeit, da Anleger aus anderen Fonds der Gesellschaft Kapital abzogen. Aus dem Pimco Total Return, der von Gross geleitet wird, sind nach Schätzungen von Morningstar bis Ende November 36,9 Milliarden Dollar abgeflossen. Damit nimmt das Pimco-Flaggschiff Kurs auf den höchsten Kapitalabzug pro Jahr.

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