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26.11.2011

12:51 Uhr

Wählerische Millionäre

Finanzkrise macht die Reichen misstrauischer

VonJörg Hackhausen, Christian Panster

Die gut betuchten wechseln ihre Geldverwalter auf der Suche nach Qualität immer häufiger. Der sichere Kapitalerhalt verdrängt dabei immer mehr den Wunsch nach hohen Renditen.

Yachten aus aller Welt bei einer Lifestyle-Schau in China. Millionäre flüchten in Krisenzeiten zunehmend in Sachwerte. dpa

Yachten aus aller Welt bei einer Lifestyle-Schau in China. Millionäre flüchten in Krisenzeiten zunehmend in Sachwerte.

DüsseldorfMillionäre sind gern gesehene Kunden – bei Banken und Vermögensverwaltern. Mit ihnen Geschäfte zu machen ist zwar lukrativ, aber die Arbeit ist in den vergangenen Jahren auch deutlich schwieriger geworden. Denn die Finanzkrise des Jahres 2008 und die aktuelle Schuldenkrise haben die vermögenden Kunden verunsichert. Sie gehen weniger Risiken ein, handeln seltener mit Wertpapieren. Und sie sind deutlich wählerischer geworden, was ihre Geldverwalter betrifft.
Hohe Qualität ist gefragt
Die Kunden seien heute schneller bereit, die Bank oder den Vermögensverwalter zu wechseln, als das früher der Fall gewesen sei, sagt Horst Schmidt, der Chef der Frankfurter Bethmann Bank. „Sie suchen sich ganz gezielt das passende Haus für sich aus“, meint Hans-Walter Peters, Chef bei der Hamburger Berenberg Bank. Wer eine hohe Qualität zu bieten habe, müsse sich aber nicht fürchten.
Zuletzt hat sich das Geschäft der deutschen Banken mit vermögenden Privatkunden gut entwickelt. Die verwalteten Kundengelder seien in Deutschland in zwei Jahren in Folge mit zehn Prozent vergleichsweise deutlich gewachsen, schreiben die Experten der Beratungsgesellschaft McKinsey. Ein Teil des Wachstums geht allerdings auf die positive Entwicklung an den internationalen Börsen in Jahren 2009 und 2010 zurück. Nachdem in diesem Jahr die Aktienkurse insbesondere in Europa merklich zurückgefallen sind, dürften die Wachstumsraten 2011 deutlich geringer ausfallen, schätzen Marktbeobachter.

Einer Studie der Beratungsgesellschaft zeb zufolge betrug das Ertragspotenzial 2010 hierzulande rund 9,5 Milliarden Euro. In den kommenden drei Jahren erwarten die Experten Steigerungsraten von immerhin zwei bis fünf Prozent.
Der Wettbewerb um die gut betuchte Kundschaft ist jedoch hart. Neben den Privatbanken, den internationalen Finanzkonzernen sowie den zahlreichen kleinen und großen Vermögensverwaltern umwerben mittlerweile auch viele Sparkassen und Genossenschaftsbanken die attraktive Zielgruppe der Millionäre.

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