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20.01.2010

14:00 Uhr

Wealth-Management

Vermögende Privatanleger planen Aktienkäufe

VonIngo Narat

Wohlhabende Privatkunden halten wesentlich mehr Aktien in ihrem Portfolio, als noch vor einem Jahr. Das ergab eine Umfrage der Beratungsfirma Scorpio Partnership. Alternative Investments sind hierbei die großen Verlierer. Der Markt für Wealth-Management erreicht ein Volumen von weltweit 14,5 Billionen Dollar.

Wohlhabende Privatkunden haben ihre Aktienquoten zu Lasten der alternativen Investments drastisch erhöht. dpa

Wohlhabende Privatkunden haben ihre Aktienquoten zu Lasten der alternativen Investments drastisch erhöht.

FRANKFURT. Die vermögenden Privatanleger haben weltweit ihre Aktienquoten zu Lasten der alternativen Investments drastisch erhöht. Das ist das Ergebnis einer gestern vorgestellten Umfrage der Beratungsfirma Scorpio Partnership unter 33 im Wealth-Management aktiven Häuser mit einem Kundenvermögen von sieben Bill. Dollar.

Scorpio schätzt den globalen Markt für Wealth-Management, also für Kapitalanlagen reicher Privatinvestoren, auf 14,5 Bio. Dollar im vierten Quartal 2009. Die Anleger haben knapp die Hälfte der Mittel bei ausgewogenen Portfolios auf Aktien konzentriert (siehe Grafik). Das ist weit mehr als die 37 Prozent im ersten Quartal, und liegt vor allem an den massiven Kurssteigerungen seit März 2009. Der Anteil soll steigen. "Rund 42 Prozent der befragten Häuser wollen weiter aufstocken", sagt Stephen Wall von Scorpio in London. Bei keiner anderen Anlageklasse sind die Investoren offensiver.

Der Risikoappetit wächst

Diese Pläne decken sich mit dem wachsenden Risikoappetit der internationalen Vermögensverwalter. Gestern stellte die Bank of America Merrill Lynch die Ergebnisse ihrer aktuellen Januar-Umfrage vor. Danach haben die Asset-Manager ihre Aktienquote im Vergleich zum Dezember deutlich von 37 auf 52 Prozent erhöht.

Die Erhöhung der Aktienquote laut der Scorpio-Umfrage ging nicht zu Lasten der Anleihebestände. Sowohl die Bond- als auch die Cashquoten blieben in etwa konstant. Das signalisiert eine anhaltende Vorsicht der Anleger angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten. Im laufenden Jahr wollen nur 20 Prozent der Befragten die Cashposition und lediglich sechs Prozent die Anleihequote erhöhen.

Das Plus bei Aktien ging zulasten der alternativen Investments. Bestände an strukturierten Produkten, Hedge-Fonds oder Derivaten wurden massiv von 24 auf sieben Prozent abgeschmolzen. "Die Anlageergebnisse enttäuschten", sagt Wall. Eine Ausnahme erkennt der Scorpio-Experte in diesem Teilsegment lediglich bei Immobilien. Jeder fünfte Wealth-Manager will hier die Quote erhöhen. "Das ist eine traditionelle Absicherung gegen Inflationspotenziale", argumentiert Wall. type="person" value="? Wall, Stephen" />

Die Vermögensverwalter haben auf ihre Weise auf die Marktturbulenzen und die damit verbundenen Ertragseinbußen reagiert. Sie verkauften an ihre Kunden mehr hauseigene als fremde Produkte. Hier kommen ihnen die Gebühren direkt zu Gute. Die Quote der hauseigenen Angebote stieg im Jahresverlauf laut der Beratungsfirma von 22 auf 40 Prozent.

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