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27.08.2015

10:47 Uhr

Wegen China

Norwegischer Staatsfonds fährt Verlust ein

Die massiven Kursverluste an den chinesischen Aktienmärkten gehen an einen norwegischen Staatsfonds nicht spurlos vorbei. Innerhalb von vier Wochen verlor der weltgrößte staatliche Pensionsfonds mehr als fünf Prozent.

830 Milliarden Dollar verwaltet der Norwegische Staatsfonds zurzeit. Die China-Turbulenzen haben ihm zugesetzt. dpa

Norwegischer Staatsfonds

830 Milliarden Dollar verwaltet der Norwegische Staatsfonds zurzeit. Die China-Turbulenzen haben ihm zugesetzt.

Der norwegische Staatsfonds hat in den vergangenen vier Wochen mit seinen Investments mehr als fünf Prozent verloren. Das sagte Yngve Slyngstad, der CEO des 830 Milliarden Dollar schweren Fonds', in einem seit Mittwoch abrufbaren Podcast.

Zuvor hatte es bei chinesischen Aktien den stärksten Ausverkauf seit zwei Jahrzehnten gegeben. Die jüngsten Entwicklungen ließen vermuten, dass der Übergang von China zu einer stärker verbrauchergetriebenen Wirtschaft schwierig sei, sagte Slyngstad im Podcast „Staavi & Valebrokk“, veröffentlich von der Zeitung „VG“.

„Wir können nicht alles sicher auf die Bank bringen, wir müssen in Risiko Investieren“, sagte der CEO. „Wir investieren in Anleihen, wir investieren in Aktien, und wir investieren in Immobilien, in die Weltwirtschaft“, fügte er an.

Die jüngsten Marktverwerfungen seien zwar kein Anzeichen dafür, dass China völlig zum Stillstand komme, aber es sei das erste Mal, dass eine Wirtschaft solch große Anpassungen in so kurzer Zeit vorgenommen habe, erklärte er.

Die schwärzesten Tage des Dax: 1989-2001

Was zeichnet einen Crash aus?

Eindeutige Kriterien für einen Crash gibt es nicht - außer Panik, hohe Umsätze und hohe Verluste. Beim bislang größten Börsenkrach der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987, als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index an der Wall Street um 23 Prozent einbrechen ließ, gab es den Dax noch nicht. Er wurde erst am 1. Juli 1988 erstmals berechnet. Die höchsten Verluste des Dax seither:

16. Oktober 1989

Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten bei einem Unternehmensverkauf einen Ausverkauf auslösten.

19. August 1991

Ein später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow drückt den Dax um gut neun Prozent ins Minus.

28. Oktober 1997

Im Sog der Asienkrise sackt der Dax im Handelsverlauf um bis zu 13 Prozent ab und schließt mit 3567 Punkten acht Prozent niedriger.

1. Oktober 1998

Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.

11. September 2001

Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.

Chinesische Aktien hatten ihre schärfsten Fünf-Tages- Verluste seit 1996 zunächst ausgeweitet, nachdem eine Zinssenkung durch die Zentralbank den Ausverkauf nach der Abwertung des Yuan nicht stoppen konnte. Am Donnerstag stieg der Shanghai Composite Index um zuletzt 5,3 Prozent. Bis einschließlich Mittwoch hatte der Index von seinem Hoch im Juni 43 Prozent abgegeben.

Slyngstad hatte versucht, die Investments seines Fonds' in China auszuweiten, um stärker vom weltweiten Wachstum zu profitieren. Nach jahrelanger Überzeugungsarbeit hatte der Fonds in diesem Jahr seine Quote für Anlagen in chinesische A-Aktien von 1,5 Milliarden Dollar auf 2,5 Milliarden Dollar angehoben. Ende letzten Jahres hatte er rund 27 Milliarden Dollar in China und Hongkong investiert. Im zweiten Quartal meldete der Fonds einen Verlust von 73 Milliarden Kronen (7,8 Milliarden Euro) – das erste Minus seit drei Jahren.

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