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07.05.2012

11:56 Uhr

Zulassung beantragt

Van Eck plant ETFs in Saudi-Arabien

Als erster ausländischer Anbieter plant eine US-Fondsgesellschaft zwei ETFs auf Saudi-Arabiens Aktienmarkt. Der von Van Eck initiierte Market Vectors Saudi Arabia ETF soll sich auf den gesamten Aktienmarkt beziehen.

Der US-Finanzaufsichtsbehörde SEC liegt ein Zulassungsantrag vor. Bloomberg

Der US-Finanzaufsichtsbehörde SEC liegt ein Zulassungsantrag vor.

FrankfurtDie US-Fondsgesellschaft Van Eck plant als erster ausländischer Anbieter börsennotierte Indexfonds (ETFs) auf den saudi-arabischen Aktienmarkt. Der Market Vectors Saudi Arabia ETF soll sich auf den gesamten Aktienmarkt des Golfstaates beziehen, der Market Vectors Saudi Arabia Small-Cap ETF nur auf entsprechende Nebenwerte, wie ein Zulassungsantrag von Van Eck an die US-Finanzaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) am Montag zeigte.

Die Indizes, welche den beiden Fonds zugrunde liegen sollen, werden den Anträgen zufolge von Structured Solutions aus Frankfurt berechnet. Die Gesellschaft ist bereits als Indexanbieter für mehrere ETF-Anbieter aus den USA tätig und hat sich mit ihren Kursbarometern auf Nischenmärkte spezialisiert.

Strategie-ETFs

Dividenden

Mit dieser Strategie setzen Anleger auf Papiere mit hoher Ausschüttungsrendite. Dem liegt die Meinung zugrunde, dass sich Titel mit einer hohen Dividendenrendite langfristig besser entwickeln.

Hebel oder Leverage

Risikobereite Anleger können mit Hebelpapieren etwa auf den LevDax Gewinne – aber auch Verluste – verdoppeln. Denn der Investor partizipiert mit einem Hebel von zwei an der Entwicklung des Dax.

Short

Wer „short“ geht, setzt auf fallende Kurse. Diese ETFs bilden die Entwicklung eines Index spiegelverkehrt ab. Fällt der Dax um drei Prozent, steigt der ShortDax entsprechend um drei Prozent.

Value

Der klassische Value-Investor sucht nach Unternehmen, die an der Börse günstig bewertet sind. Die entscheidenden Zahlen sind für ihn das Kurs-Buchwert-Verhältnis und die Dividendenrendite.

Growth

Bei der Suche nach Wachstumswerten sind im Gegensatz zur Value-Strategie Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis oder der erwartete Gewinn je Aktie wichtig.

Fundamental

ETFs, die auf die sogenannte Fundamentalstrategie setzen, erkennen Anleger am Zusatz „Rafi“. Die Gewichtung der im Rafi-Index enthaltenen Unternehmen erfolgt  nicht, wie sonst üblich, aufgrund deren Marktkapitalisierung, sondern nach quantativen Regeln. Dazu zählen der Fünfjahres-Durchschnitt der fundamentalen Kriterien Buchwert, Erlöse, Cash-Flow und Dividendenzahlungen.

Für die Basisindizes der neuen Saudi-Arabien-ETFs sollen Unternehmen infrage kommen, die in Saudi-Arabien ansässig sind, dort ihre Haupt-Börsenlistings haben oder in dem Golfstaat den Großteil ihrer Umsätze erwirtschaften. Die Marktkapitalisierungen der Unternehmen müssen sich auf mindestens 150 Millionen Dollar belaufen. Im Falle des Saudi Arabia Small-Cap ETF sollen die Werte im Portfolio überwiegend nahe an dieser Grenze liegen.

Bislang gibt es keine börsennotierten Indexfonds ausländischer Anbieter auf den saudi-arabischen Aktienmarkt. Denn die Finanzaufsicht des Golfstaates hat die Investitionsströme lange Zeit streng kontrolliert. Seit März 2010 gibt es an der Saudi Stock Exchange börsennotierte Indexfonds heimischer Gesellschaften, unter anderem auf den inländischen Aktienmarkt. Erst kürzlich hat die Finanzaufsicht diesen Fonds für ausländische Investoren freigegeben.

Drei Methoden, einen Index abzubilden

Full Replication

„Full replication“ heißt übersetzt volle Nachbildung. Bei der Methode steckt das Vermögen des ETFs in den Aktien des zugrundeliegenden Index – und zwar entsprechend der Gewichtung der Aktien im Index. Das heißt, das Börsenbarometer wird eins zu eins nachgebildet.

Optimised Sampling

Diese selektive Teilnahme bedeutet, dass der ETF einige aber nicht alle Aktien eines Index erwirbt. So bildet er den Index näherungsweise ab. Dieses Verfahren wird – häufig aus Kostengründen – vor allem bei Indizes verwendet, in denen besonders viele Aktien notiert sind.

Swap

Bei Swap-ETFs (Swap = Tausch) wird das Fondsvermögen in Wertpapiere, beispielsweise Aktien oder Anleihen, investiert. Zusätzlich zu diesem Basisportfolio wird mit einer Bank ein sogenannter Swap abgeschlossen. Der ETF-Anbieter tauscht so die Wertentwicklung des Basisportfolios gegen die Performance des abzubildenden Index. Die Kombination aus Basisportfolio und Swap stellt sicher, dass der ETF die Wertentwicklung des jeweiligen Index möglichst exakt nachvollzieht.

Bis der Market Vectors Saudi Arabia ETF und der Market Vectors Saudi Arabia Small-Cap ETF auf den Markt kommen, dürfte es noch eine Weile dauern. Denn erfahrungsgemäß ziehen sich die Zulassungsverfahren bei der SEC über mehrere Monate hin, teilweise auch länger als ein Jahr.

Von

rtr

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