Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.01.2005

09:05 Uhr

Zwei geschäftsführende Gesellschafter treten zurück

Finanzinvestoren sollen Falk Capital retten

VonReiner Reichel

Der Sanierungsplan für die von der Insolvenz bedrohte Falk Capital KG ist vom Tisch. Gestern traten die beiden geschäftsführenden Gesellschafter des viertgrößten Anbieters geschlossener Deutschland-Immobilienfonds, Thomas Engels und Thomas Suk, die diesen Plan entworfen hatten, zurück. Alleiniger Geschäftsführer ist nunmehr Unternehmensgründer Helmut Falk, der Finanzinvestoren zur Rettung der Fondsfirma gewinnen möchte.

DÜSSELDORF. Die Schieflage der Falk-Gruppe entstand, weil das Neugeschäft wegbrach, gleichzeitig aber hohe Mietgarantie-Forderungen bedient werden mussten. Einige Falk-Fonds kämpfen wegen der Krise auf dem Immobilienmarkt mit Mietausfällen. Den 2 900 Anlegern des Falk-Zinsfonds droht der Verlust eines Großteils ihrer Einlage. Der Fonds hatte Immobilienkäufe der Falk-Gruppe finanziert.

Falk hält nach eigenen Angaben zusammen mit seiner Frau 55 Prozent der Anteile. Er geht davon aus, dass die ursprünglich als seine Nachfolger ausersehenen Engels (35 Prozent Anteil) und Suk (zehn Prozent Anteil) zum Wochenende aus der Gesellschaft ausscheiden werden. „Mit dem Rücktritt von Engels und Suk sind die Weichen gestellt, Positives für die Anleger zu erreichen“, kommentierte der Fondsanalyst Stefan Loipfinger die Ereignisse. Er glaubt aber, dass den Anlegern finanzielle Einbußen nicht erspart bleiben.

Der neue Rettungsplan des Unternehmensgründers sieht vor, die gewinnbringende Fondsverwaltung und Bewirtschaftung der Immobilien in eine eigene Gesellschaft auszugliedern. Zur Suche nach Finanzinvestoren sagt Falk: „Ich bin in Gesprächen mit zwei Tochtergesellschaften von Versicherungen.“ Die Größenordnung des Sanierungsbeitrags beziffert er auf zehn Mill. bis 20 Mill. Euro. Er wäre auch bereit, im Rahmen der Sanierung seine Mehrheitsposition aufzugeben.

Entscheidend für die Zukunft des Unternehmens ist darüber hinaus, dass es gelingt, den aktuellen Fonds Nr. 80 mit einem neuen Konzept weiter zu vertreiben. Aufgrund von Steueränderungen zum Nachteil der Anleger ist dieser Fonds in der ursprünglichen Form nicht mehr platzierbar. Der Zinsfonds hat dem Fonds Falk zufolge ein Darlehen von 16 Mill. Euro gewährt. Gelinge die Sanierung binnen zwei bis drei Monaten nicht, sei „die Insolvenz nicht abwendbar“, sagte Falk.

Der ursprüngliche Sanierungsplan von Engels und Suk sah vor, dass die Anleger des Falk-Zinsfonds einen großen Beitrag zur Sanierung leisten. Der Zinsfonds sollte seinen Geschäftszweck ändern und einer neu gegründeten Bayerische Fondskonzepte AG mit den Vorständen Engels und Suk 50 Mill. Euro Genussrechtskapital zur Verfügung stellen.

Allerdings droht Falk weiteres Ungemach. Der Münchner Anwalt Peter Mattil hat Anhaltspunkte für Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung der Gelder der Zinsfonds.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×