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21.11.2014

09:47 Uhr

Fondsmanager Christoph Bruns

„Negative Zinsen kommen – auch für kleinere Summen“

VonJessica Schwarzer

Die Misere für Sparer wird noch größer werden, ist Fondsmanager Bruns überzeugt. Er hofft, dass die Deutschen ihre Sturheit überwinden und sich doch noch von Aktien überzeugen lassen. Welche Titel er jetzt kauft.

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Deutschland ist einigermaßen empört: Nach Skatbank und Commerzbank, kündigt am Freitag auch die Düsseldorfer WGZ-Bank Strafzinsen für Spareinlagen einer gewissen Höhe an. Einem dürfte die Diskussion rund um Negativzinsen jedoch gerade recht kommen: Fondsmanager Christoph Bruns. Der Mitinhaber der Fondsgesellschaft Loys und Kolumnist für Handelsblatt Online ist überzeugter Aktionär und trommelt nun schon seit Jahrzehnten für die Aktie. Im Interview betont er auch dieses Mal, warum er wenig von Immobilien und nichts von Sparbüchern als Geldanlage hält. Im gemütlichen Café des Museum Ludwig in Köln warnt Bruns außerdem vor einer gigantischen Anleiheblase, gibt aber Entwarnung für die Märkte. Derzeit sei kein Crash zu erwarten. Gefahren sieht er aber doch.  

Christoph Bruns ist Fondsmanager und Mitinhaber der Fondsgesellschaft Loys.

Christoph Bruns ist Fondsmanager und Mitinhaber der Fondsgesellschaft Loys.

Herr Bruns, wann kommt der Crash?
Der Crash kommt, wenn die Notenbank ihn beschließt. Und er kommt so lange nicht, wie die Notenbanken kein Interesse an ihm haben. Wenn er aber kommt, knallt es zuerst auf der Zinsseite, also bei den Anleihen. Und dieser Knall reißt dann alle mit, auch die Aktienmärkte.

Notenbanker als offizielle Dompteure der Finanzmärkte?
Wir müssen uns von alten Denkgewohnheiten verabschieden. Die Finanzkrise war eine ähnliche Zäsur wie der Zweite Weltkrieg, nach dem ja auch alles anders war als vorher. Die Krise hat die Koordinaten für die Finanzmärkte verändert. Die Notenbanken halten die Zügel fest in der Hand. Die Europäische Union hat Nullzinsen bis 2018 quasi garantiert. Das beeinflusst die Märkte natürlich enorm.

Wo die Deutschen ihr Geld lagern

Festverzinsliche Wertpapiere (inklusive Zertifikate)

216 Milliarden Euro (vier Prozent)

Sonstige Anteilsrechte (zum Beispiel GmbH-Anteile)

199 Milliarden Euro (vier Prozent)

Aktien

300 Milliarden Euro (sechs Prozent)

Sonstige Anlageformen

355 Milliarden Euro (sieben Prozent)

Investmentfonds

450 Milliarden Euro (neun Prozent)

Versicherungen

1552 Milliarden Euro (30 Prozent)

Bargeld und Einlagen

2082 Milliarden Euro (40 Prozent)*

*Quelle: Deutsche Bundesbank

Stichwort Anleiheblase…
Diese Blase gibt es natürlich, keine Frage. Aber ich glaube nicht, dass sie demnächst platzt. Das kann sie nämlich nur mit Hilfe der EZB, doch die will bekanntlich niedrige Zinsen, um Staaten zu sanieren und die Kreditvergabe in der Privatwirtschaft anzukurbeln. Sie hat zwar mit beidem nur mäßigen Erfolg, bleibt ihrer Strategie aber sicher treu.

Trotzdem gibt es immer wieder Warnungen vor einer Anleiheblase, warum?
Was wir am Anleihemarkt erleben, ist die größte Hausse des Jahrhunderts….

Wir haben doch erst 2014!
Ja, aber eine Blase dieses Ausmaßes hat es noch nie gegeben und wird es auch ganz sicher so schnell nicht mehr geben. Das Geld, das die Notenbanken in den vergangenen Krisenjahren in die Märkte gepumpt haben, ist eben vor allem in Anleihen geflossen.

Kommentare (23)

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21.11.2014, 09:56 Uhr

Kein Problem...dann wird auch der Heimtresor kommen. Anscheinend macht die Finanzwirtschaft/Politik jetzt ein Konjunkturprogramm für die Branche von Tressor- und Sicherheitstechnik.

Herr Paul Mueller

21.11.2014, 10:03 Uhr

Der Herr Burns schon wieder, will sein Geschäft ankurbeln. Was zahlt er eigentlich für Werbung, die wie ein Artikel assieht?
Bei Negativzinsen legen die Menschen das Geld unters Kopfkissen. Was solls. Auf die momentanen 0,5% Zinsen kann man verzichten. Es kann also gar nicht schlechter werden. Auch wenn manche hier Panik nach schlechtester Vertretermanier machen wollen.

Herr M. M.

21.11.2014, 10:04 Uhr

Ein guter,letzter Grund endlich den Bürgern klar zu machen,dass ihr Geld auf der Bank eben nicht gut aufgehoben ist.
Leute holt euer Geld ab,dann wollen wir doch mal sehen,ob sich nicht etwas grundlegend ändert im Reich von Soll und Haben.

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