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16.02.2016

12:31 Uhr

Fondsmanager Mark Phelps

„Tief durchatmen – und nach Beständigkeit suchen“

VonAnke Rezmer

Mark Phelps, Fondsmanager beim US-Vermögensverwalter Alliance Bernstein (AB), erklärt, warum er Aktien von Tech-Unternehmen interessanter findet als Bankaktien und wieso Anleger gerade jetzt gelassen bleiben sollten.

Kurstafel der Frankfurter Börse. AFP

Turbulente Märkte

Kurstafel der Frankfurter Börse.

FrankfurtVerschmitzt blickt der Brite durch seine Hornbrille. Er sieht sich als Optimist - und hat für verschreckte Anleger deshalb eine positive Botschaft: Turbulenzen an den Aktienmärkten bedeuteten immer auch Chancen, sagt der Fondsmanager des gewichtigen Vermögensverwalters Alliance Bernstein (AB) am Rande einer Anlegerkonferenz. Das Tochterunternehmen des Versicherungskonzerns Axa verwaltet Kundenvermögen von etwa 460 Milliarden Dollar. In seinem glasklaren Englisch klingt alles ganz einfach: Für seinen weltweiten Aktienfonds kauft der 56-jährige Londoner nur stabile Firmen mit Geschäftsmodellen, die er versteht. Nur weil Aktien zu einem wichtigen Börsenindex gehören, sind sie für ihn noch lange nicht spannend.

Herr Phelps,  die Aktienkurse schwanken extrem, sind in diesem Jahr auch an den etablierten Märkten schon tief im Minus. Was ist los an den Börsen?
Es kommen aktuell ein paar Dinge zusammen: Die Unsicherheit rund um China, die großen Staatsfonds  verkaufen Aktien wegen des extrem gesunkenen Ölpreis, und der größte Käufer von Aktien fällt gerade aus: US-Firmen, die zuletzt in großem Stil ihre  Aktien zurückkauften, halten sich im Moment zurück bis ihre Quartalszahlen veröffentlicht sind. Aber Letztere werden an den Markt zurückkehren. Denn ihr freies Kapital ist üppig, weil ihre Gewinnmargen hoch waren – und das ist in der Regel sehr attraktiv für Aktionäre. Denn der Gewinn je Aktie steigt, wenn es weniger Aktien eines Unternehmens gibt. Meist treibt das auch den Aktienkurs.

Fondsmanager Alliance Bernstein (AB)

Mark Phelps

Fondsmanager Alliance Bernstein (AB)

Aber soweit ist es ja offenbar noch längst nicht.
Nein. Anleger sollten tief durchatmen: Die globale Wirtschaft wächst langsam um rund 2,5 Prozent im Jahr – das ist nicht besonders aufregend, aber okay. Doch in dem Umfeld – und das kann anhalten in den kommenden Jahren – wird es Börsenquartale geben mit Verlusten, ohne dass die Weltwirtschaft in die Rezession rutscht. Die Aktienkurse schwanken eben stärker, und das eröffnet durchaus Chancen, mit guten Aktien Geld zu verdienen.

Wo sehen Sie denn aktuell Chancen mit Aktien?
Grundsätzlich suchen wir nach Aktien von Unternehmen, die längerfristig stetig wachsen können. Und dann folgen die Aktienerträge den Firmengewinnen  - das ist nicht neu, sondern klassisches Investieren, aber unserer Ansicht nach brandaktuell. Also schauen wir Unternehmen genau an und versuchen, ihr Geschäftsmodell zu verstehen. Wenn wir es nicht verstehen, investieren wir nicht.

Die wertvollsten Aktiengesellschaften der Welt

Platz 10

Wells Fargo

Börsenwert: 252 Milliarden Dollar

Alle Daten: Stand 2. Februar 2016

Platz 9

General Electric

Börsenwert: 286 Milliarden Dollar

Platz 8

Amazon

Börsenwert: 269 Milliarden Dollar

Platz 7

Johnson & Johnson

Börsenwert: 286 Milliarden Dollar

Platz 26

ThyssenKrupp

Gewichtung: 0,98 Prozent

Platz 5

Berkshire Hathaway

Börsenwert: 314 Milliarden Dollar

Platz 4

Facebook

Börsenwert: 326 Milliarden Dollar

Platz 3

Microsoft

Börsenwert: 428 Milliarden Dollar

Platz 2

Apple

Börsenwert: 530 Milliarden Dollar

Platz 1

Am 2. Februar 2016 löst der Suchmaschinenbetreiber Alphabet/Google den Smartphone-Hersteller Apple als wertvollste Firma der Welt ab.

Börsenwert: etwa 542 Milliarden Dollar.

Alle Daten: Stand 2. Februar 2016

Von welchen Aktien lassen Sie die Finger?
Wir meiden unter anderem Banken.

Und warum?
Banken sind unvorteilhaft, was deren Beständigkeit beim langfristigen Gewinnwachstum angeht. Das liegt daran, dass sie mit Hilfe von Fremdkapital ihre Bilanzen ausweiten können. Das ist seit 100 Jahren so. Aber nur, weil ein Unternehmen in einem Börsenindex steht, ist es für uns noch kein Grund, dort zu investieren.

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