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24.02.2004

12:46 Uhr

Fragwürdige Dokumente bei Börsengängen – Neun-Punkte-Plan der Regierung soll bei Investoren Vertrauen schaffen

Skandale verunsichern Chinas Anleger

VonMarkus Gärtner (Handelsblatt)

Trotz kräftiger Kurssteigerungen – in der vergangenen Woche stiegen die Aktienkurse an Chinas Börsen auf den höchsten Stand seit 19 Monaten – sind die Anleger zunehmend besorgt. Denn es häufen sich die Hiobsbotschaften.

PEKING. Am Wochenende wurde der zweite Mann der Bank of China, Liu Jinbao, seines Amtes enthoben und verhaftet. Er soll während seiner Zeit als Chef der Bank in Hongkong „Wirtschaftsverbrechen“ begangen haben. Die Nachricht kommt zu einer Zeit, da Chinas Regierung mit massiven Kapitalspritzen aus den Devisenreserven die großen Staatsbanken für Börsengänge vorbereitet – das weckt Zweifel am Fortgang der Reformen. Gestern fielen auch die Aktien wieder deutlich zurück.

Die Nachricht schließt zudem an eine Serie von Vorfällen an, die das ohnehin schwache Vertrauen in China-Aktien weiter aushöhlen. Vor wenigen Tagen musste die China Minsheng Bank – Chinas einziges privates Geldhaus, das als Muster an Transparenz und Risikomanagement gilt – ein peinliches Eingeständnis machen. Die Bank räumte wenige Monate vor einem internationalen Börsengang ein, dass sie Dokumente gefälscht hat, um ihren Börsengang im Jahr 2000 in China zu beschleunigen. Und in dieser Woche will die Regierung Staatsanleihen aus dem Bestand des Brokerhauses Southern Securities verkaufen: Delikate Veräußerungsmasse aus einem weiteren Skandal. Denn vor einem Monat musste Peking beim fünftgrößten Broker des Landes das Ruder übernehmen, weil dubiose Geschäfte dort 1 Mrd. Euro Verluste angehäuft haben.

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