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12.08.2014

10:08 Uhr

Frontier-Märkte

Investoren entdecken Vietnam

Vermögensverwalter von Schweden bis Südafrika haben einen neuen Liebling unter den aufstrebenden Staaten. Sie sehen interessante Kaufgelegenheiten, viel Potenzial und attraktive Aktien. Der Favorit Südostasiens.

Zahlreiche Menschen verlassen die Phat Diem Kathedrale in Vietnam. Das Land ist bei Investoren hoch im Kurs. AFP

Zahlreiche Menschen verlassen die Phat Diem Kathedrale in Vietnam. Das Land ist bei Investoren hoch im Kurs.

HanoiAktienfonds mit Schwerpunkt auf so genannten Grenzmärkten (Frontier Markets), Märkte jenseits der klassischen Schwellenländer, stecken immer mehr Geld in vietnamesische Aktien. Angelockt werden sie von den Bewertungen – den niedrigsten in Südostasien – und einem sehr guten Ausblick für das Wirtschaftswachstum des Landes.

Vermögensverwalter von Schweden bis Südafrika haben in diesem Jahr bis Dienstag netto 277,1 Millionen Dollar (rund 207 Millionen Euro) in Aktien des Landes gesteckt. Damit werden die Zuflüsse für das gesamte Vorjahr bereits jetzt um 5,3 Prozent übertroffen. Nicht zuletzt dadurch hat der VN Index an der Börse von Ho-Chi-Minh-Stadt bereits 20 Prozent im Jahr 2014 gewonnen.

Coeli Asset Management, RenAsset Management und Asia Frontier Capital sind der Ansicht, dass die Rally noch nicht vorbei ist. Sie verweisen auf das stärkere Wirtschaftswachstum, die sinkende Inflation und einen besseren Ausblick für die Exporte des Landes, nachdem die Zentralbank die Landeswährung Dong erstmals seit zwölf Monaten abgewertet hatte. Moody's Investors Service hob die Bonitätsnote des Landes am 29. Juli an und nannte zur Begründung die bessere Zahlungsbilanz und wachsende Fremdwährungsreserven.

Brics - die wichtigsten Fakten

Wirtschaftsmacht

Die fünf führenden Schwellenländer, das sind Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, stehen für 21 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Die Dynamik ist enorm: Sie haben ihren Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt in den vergangenen 15 Jahren verdreifacht.

Bevölkerung

43 Prozent der Weltbevölkerung leben in den Brics-Staaten. Allein in China und Indien leben jeweils deutlich mehr als eine Milliarde Menschen.

Währungsreserven

Zusammen kommen die Staaten auf die gigantische Summe von 4,4 Billionen Dollar. China sitzt auf den mit Abstand größten Devisenreserven der Welt.

Handel

Der Handel zwischen den Brics-Staaten erreichte 2012 einen Wert von 282 Milliarden Dollar. Bis 2015 dürfte er auf 500 Milliarden Dollar steigen, sagen Experten voraus. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag das Volumen lediglich bei 27,3 Milliarden Dollar.

Wohlstandsgefälle

Obwohl alle Brics-Staaten kräftig wachsen, sind die Unterschiede sehr groß. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im vergangenen Jahr in China 6094 Dollar, in Brasilien 12.340 Dollar, in Russland 13.765, in Indien 1592 Dollar und in Südafrika 7.636 Dollar.

„Wir stocken unsere existierenden Vietnam-Positionen weiter auf“, erklärte Thomas Hugger, Chief Executive Officer von Asia Frontier Capital in Hongkong. „Auch wenn die Titel mit die beste Entwicklung in Asien verzeichnet haben, gehen wir davon aus, dass viele Aktien weiteres Potenzial bieten.“

James Bannan, der den 110 Millionen Dollar schweren Frontier Markets Fund für Coeli in Schweden verwaltet, sieht Vietnam „sehr positiv“. Und Sven Richter, der bei RenAsset Management für Frontier-Märkte zuständig ist, „findet auch weiter attraktive Aktien“ zum Kauf.

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