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09.03.2006

16:29 Uhr

Für findige Anleger gibt es immer wieder Perlen zu entdecken

Verborgene Erfolgsgeschichten

VonStefan Hajek

Weil Großinvestoren kleine Aktien derzeit nicht mögen, blieben interessante Nischenspieler unentdeckt. Das dürfte sich ändern.

Brennender Öltanker: Red Adairs Löschkünste leben weiter

Brennender Öltanker: Red Adairs Löschkünste leben weiter

Schon früh erliegt der kleine Paul der Faszination des Feuers. Am liebsten bedient das jüngste von acht Kindern eines Hufschmieds Blasebalg und Schürhaken. Stundenlang starrt er ins Feuer: Qualm, Rauch, Glut, Dampf, Zischen, Brutzeln, Knistern - Paulchen ist in seinem Element. Wegen seines feuerroten Haarschopfes rufen Geschwister und Nachbarskinder ihn bald nur noch "Red". Er macht seine Leidenschaft später zum Beruf. Als Feuerwehrmann für brenzlige Fälle überlebt er sogar einen Sturz in kochendes Öl. Als Red Adair wird er im Golfkrieg 1990/91 weltberühmt und der bekannteste Feuerwehrmann aller Zeiten.

Was weniger bekannt ist: Red ist auch ein gewiefter Geschäftsmann. Schon 1980 ist er mit einem Stundensatz von 10 000 Dollar nicht mehr ganz billig. Als Spezialist für brennende Ölquellen bringt er es zum Multimillionär.

Der begnadete Flammenkiller könnte posthum Anleger reich machen. Adair starb 2004 im Alter von 89 Jahren, an der Börse aber leben seine Löschkünste weiter.

Adairs Unternehmen Boots & Coots - die Aktien werden an der Amex gehandelt - ist noch immer auf das Löschen brennender Ölquellen ("Blowouts") spezialisiert. Inzwischen hat sich der Kundenstamm stark erweitert. Boots bietet auch Schulungen für die Besatzung von Ölbohrinseln und Tankern an, in denen das Know-how des Firmengründers weitergegeben wird. Eine potenzielle Goldgrube. Nur nehmen die Anleger davon kaum Notiz. Noch.

Das wird sich ändern, ist Markus Moser überzeugt. Denn Geschichten von Unternehmensgründern wie Red Adair kommen an der Börse an. Manchmal mit Verzögerung, aber irgendwann auf jeden Fall. Oft sind es "gerade die kleinen Unternehmen, die gute Investmentstorys bieten", glaubt Analyst und Fondsberater Moser, "sie sind stärker spezialisiert als die Konzerne und deshalb schneller in einem lukrativen Markt." Das zahlt sich meist aus - eine Vielzahl börsennotierter Mittelständler verfüge über schnell wachsende Umsätze und Gewinne sowie eine lupenreine Bilanz.

Weil die Analysten der Banken solche Werte nur noch selten beobachten, bleiben die Erfolgsgeschichten oft lange verborgen. Werte wie CMT Medical Technologies aus Israel, Mota Engil aus Portugal oder Hologram Industries aus Frankreich tauchen kaum noch in den Kauflisten der großen Investmentfonds auf. Für findige Anleger gibt es immer wieder solche Perlen zu entdecken (siehe Tabelle). Auch nach 34 Monaten Aktienhausse. Und auch nach vier Jahren Nebenwerte-Boom.

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