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20.01.2017

11:43 Uhr

Gefühlte Inflation

Verbraucher nehmen kräftigen Preisanstieg wahr

Die gefühlte Inflation in Deutschland beträgt einer Studie zufolge derzeit 2,3 Prozent – und liegt damit deutlich über der tatsächlichen Teuerungsrate. Das ist der höchste Wert seit dreieinhalb Jahren.

Studie bestätigt

Wegen Inflation? Bei diesen Lebensmitteln steigen die Preise deutlich

Studie bestätigt: Wegen Inflation? Bei diesen Lebensmitteln steigen die Preise deutlich

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BerlinDie Preise in Deutschland steigen einer Studie zufolge in der Wahrnehmung der Verbraucher so kräftig wie seit rund dreieinhalb Jahren nicht mehr. Die gefühlte Inflationsrate kletterte im Dezember auf 2,3 Prozent, wie Berechnungen der italienischen Großbank UniCredit ergaben. „Das ist der höchste Wert seit Juli 2013“, sagte deren Deutschland-Chefvolkswirt Andreas Rees am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

Noch im November lag der Wert bei lediglich 0,3 Prozent. „Grund für diesen Sprung sind die steigenden Kraftstoffpreise, aber auch teurere Lebensmittel“, erklärte Rees.

Die amtliche Teuerungsrate kletterte im Dezember zwar ebenfalls auf den höchsten Stand seit knapp dreieinhalb Jahren, doch liegt sie mit 1,7 Prozent deutlich niedriger als die gefühlte. Die Differenz kommt zustande, weil UniCredit die Waren und Dienstleistungen nach ihrer Kaufhäufigkeit gewichtet. Die Logik dahinter: Verbraucher nehmen Preisveränderungen bei Dingen, die sie so regelmäßig kaufen wie etwa Brot oder Benzin, viel stärker wahr als bei selten erworbenen Artikeln wie Möbel oder Waschmaschinen.

Rees geht davon aus, dass die Preise in den kommenden Monaten in der Wahrnehmung der Verbraucher noch weiter steigen werden. „Das dürfte noch weiter nach oben gehen“, erwartet der Experte. „Grund dafür ist, dass die Ölpreise weiter deutlich über ihren Vorjahresniveaus bleiben dürften.“ Hinzu komme der Effekt des schwächeren Euro, durch den Importe aus anderen Währungsräumen teurer werden.

Dennoch dürften die Verbraucher mit ihren Konsumausgaben eine Stütze der Konjunktur bleiben. „Sie werden das Wachstum weiterhin stützen, allerdings nicht mehr so stark wie bislang“, erwartet Rees. Steigende Preise knabbern an den Realeinkommen.

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Bis die EZB ihr Inflationsziel von zwei Prozent erreicht, wird es laut Experten noch mindestens bis 2021 dauern. Momentan kauft sie Staatsanleihen und Wertpapiere in Milliardenhöhe, um für einen Preisauftrieb zu sorgen.

Von Reuters befragte Ökonomen rechnen deshalb sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr nur noch mit einem Wachstum des privaten Konsums von 1,4 Prozent, nachdem es 2016 noch rund zwei Prozent waren.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Herr Percy Stuart

20.01.2017, 13:22 Uhr

Stomababschlag trotz geringerem Verbrauchs gegenüber dem Vorjahar um monatlich 10 € erhöht worden, Internetanschluß um 3 € im Monat erhöht worden.
Das sind für mich allein 156 € Mehrkosten im Jahr, nur für Strom und Internet.
Von den Lebensmittelpreisen, die ebenfalls im Schnitt pro Ware von 0,20 - 0.70 € angestiegen sind, will ich gar nicht erst schreiben.

Herr Percy Stuart

20.01.2017, 13:28 Uhr

Ich frage mich oft, wie die Leute es als Normalverdiener schaffen, zwei Autos zu unterhalten, Miete oder Eigenheim zu bezahlen, Lebenshaltungskosten zu decken und sich dabei noch gesund zu ernähren, private Altersvorsorge zu betreiben, Zuzahlung im Krankheitsfall oder für Zahnersatz und Sehhilfen zu leisten, Energiekosten zu stemmen und eventuell noch Kinder zu ernähren und das alles in einem Nullzinsumfeld, Leiharbeitslöhnen und €-Weichwährung.

Herr Percy Stuart

20.01.2017, 13:29 Uhr

Ohne dauerhafte Privatverschuldung der Haushalte geht das doch nicht.

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