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14.12.2015

12:56 Uhr

Geld – wohin damit?

Credit Suisse setzt 2016 auf europäische Aktien

Niedrigzinsen treiben Anlagestrategen weiter in Wertpapiere. Die Credit Suisse erkennt besonders im Euro-Raum Potenzial. Für attraktiv halten sie auch eine Anlageklasse, die in diesem Jahr besonders stark einbrach.

Die Anlageexperten der Credit Suisse setzen auf europäische Aktien. Dem Dax trauen sie eine relativ starke Entwicklung zu. dpa

Aktien vor dem Erblühen

Die Anlageexperten der Credit Suisse setzen auf europäische Aktien. Dem Dax trauen sie eine relativ starke Entwicklung zu.

Die Anlageexperten der Credit Suisse haben für das kommende Jahr klare Präferenzen. Aktien sind 2016 die bevorzugte Anlageklasse gegenüber Anleihen, wie Nannette Hechler-Fayd’Herbe, globale Chefstrategin bei der Schweizer Bank, am Donnerstag beim Jahresausblick in Frankfurt sagte. Die Bank favorisiert den Euroraum und den Dax. US-Aktien dürften sich dagegen nicht überdurchschnittlich entwickeln.

Ein entscheidender Punkt sei die divergierende Geldpolitik. Während die US-Notenbank bei der Sitzung am 16. Dezember die Zinswende einleiten dürfte, ist bei der Europäischen Zentralbank keine Wende abzusehen. „Die Zinsen werden niedrig bleiben“, betonte Anja Hochberg, Chief Investment Officer Europa der Credit Suisse bei dem Pressetermin.

Doch nicht nur der Rückenwind der Geldpolitik spricht nach Ansicht der Anlagestrateginnen für den Euroraum. Die angesprungene Kreditnachfrage, die Konsumausgaben und der schwache Euro seien weitere Argumente. Neben Exportwerten gelten Konsumtitel als aussichtsreich.

So legen die Deutschen an

Sparbuch und Tagesgeld über alles

Deutsche Anleger bleiben ihrem Sparbuch sowie dem Tagesgeldkonto treu (77,3 Prozent) – und das obwohl zwei von drei Befragten davon ausgehen, dass das niedrige Zinsniveau in Europa noch mindestens drei bis fünf Jahre anhalten wird (65,4 Prozent). Auf dem zweiten Platz folgen Aktien bzw. Aktienfonds, in die 26,1 Prozent der Befragten investiert sind. Immobilien- oder Immobilienfondsanlagen halten 19,1 Prozent, Anleihen oder Rentenfonds 12,4 Prozent der Anleger. 9,5 Prozent der Befragten haben derzeit kein Geld in einer der genannten Anlageformen investiert.

 

Quelle: Goldman Sachs Asset Management/TNS Infratest (Oktober 2015)

Sicherheit ist Trumpf

Sicherheit bleibt unverändert das wichtigste Kriterium bei der Entscheidung über die eigene Geldanlage (61,8 Prozent). Die ständige Verfügbarkeit des Geldes ist 29,4 Prozent der Anleger am wichtigsten, eine hohe Rendite nannten lediglich 6,8 Prozent der Befragten als wichtigstes Kriterium.

Wirtschaftliche Krisen als größtes Risiko

Als größte Risiken für ihre Geldanlage sehen private Investoren wirtschaftliche Krisen (42,9 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen Inflation und politischen Krisen (22,1 Prozent bzw. 15,6 Prozent). Staatsverschuldung und Deflation spielen, wie im vergangenen Jahr, eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Frustrierte Sparer, zufriedene Aktionäre

60,4 Prozent der Anleger, die ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto haben, sind eher unzufrieden oder sogar äußerst unzufrieden mit ihrer Geldanlage. Mit ihren Erträgen bei Aktien/Aktienfonds, die gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld bessere Renditen versprechen, sind 69,2 Prozent sehr zufrieden oder eher zufrieden, mit Anleihen/Rentenfonds 62,7 Prozent. Am zufriedensten sind Immobilien- bzw. Immobilienfondsanleger mit ihren Erträgen: Hier geben über drei Viertel der Anleger an, sehr zufrieden oder eher zufrieden zu sein (78,4 Prozent).

Gegenwind durch Inflation drohe offenbar nicht. Die noch immer hohe Arbeitslosigkeit in einzelnen Ländern des Euroraums und die geringe Kapazitätsauslastung sprächen gegen Auftrieb bei den Löhnen, so Hechler-Fayd’herbe. Eine „relative Outperformance“ trauen die Anlageexpertinnen dem Dax zu. Die günstige Bewertung und die Effekte der Euroschwäche machten die deutschen Werte zu Favoriten.

Was deutsche Aktien befeuert, spricht gegen Schweizer Titel. Die Bewertung ist nach Ansicht der Credit Suisse vergleichsweise hoch und der Franken überteuert, was die Schweizer Wirtschaft bremst. Ganz abschreiben sollte man den Aktienmarkt des Landes aber nicht. Die günstige Bewertung von Werten geringer oder mittlerer Marktkapitalisierung im Vergleich zu den großen Titeln eröffne Investmentchancen, merkte Hochberg an.

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