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14.01.2013

12:42 Uhr

Geldanlage

Die Energiewende der Reichen

VonDana Heide

Derzeit ist Umweltminister Altmaier in Abu Dhabi, um im Ausland für die Energiewende zu werben. Doch auch Zuhause muss er noch Überzeugungsarbeit leisten. Gelingen könnte ihm das mit einem Bürgerbeteiligungsmodell.

Geld verdienen mit der Sonne: Bisher war das vor allem etwas für Besserverdiener. dpa

Geld verdienen mit der Sonne: Bisher war das vor allem etwas für Besserverdiener.

Düsseldorf „Man kann an der Energiewende auch verdienen, sie kostet nicht nur“, sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier Ende vergangenen Jahres. Für Wohlhabende gilt dieser Satz bereits, in diesem Jahr könnte ihn Altmaier auch für weniger Betuchte wahr machen.

Altmaier will die Bürger am Netzausbau beteiligen. Bisher ist es nur eine Idee in seinem Kopf, die will er jedoch noch vor der Bundestagswahl im September umsetzen. Investieren können soll man bereits ab 500 Euro. Der Bundesumweltminister verspricht eine Verzinsung von fünf Prozent pro Jahr. Vor allem Eigentümer von Grundstücken oder die Bewohner von Gemeinden, die vom Netzausbau betroffen sind, sollen sich beteiligen können. Auf diese Weise schlägt Altmaier zwei Fliegen mit einer Klappe: Er beschafft sich Geld für den Netzausbau und erhöht die Akzeptanz für den ungeliebten Ausbau der Stromleitungen.

Fünf Prozent – für Profianleger mögen das Peanuts sein, für private Anleger ist das aber durchaus lukrativ. Zurzeit liegt die durchschnittliche Verzinsung für Festgeld laut der Finanzberatung FMH bei einem Betrag von 5000 Euro und einer festen Anlagezeit von fünf Jahren bei rund drei Prozent.

Wie viel Haushalte für die EEG-Umlage pro Person monatlich zahlen müssen

Singles

2011 mussten Alleinstehende noch 6,34 Euro pro Monat auf ihre Stromrechnung zur Finanzierung der Energiewende draufbezahlen. Das entsprach 0,51 Prozent ihres Einkommens. 2013 werden es laut IW Köln nach der Erhöhung der EEG-Umlage 9,49 Euro oder 0,72 Prozent des Einkommens sein.

Paare ohne Kinder

2011 mussten Paare ohne Kinder noch 6,47 Euro pro Monat auf ihre Stromrechnung zur Finanzierung der Energiewende draufbezahlen. Das entsprach 0,31 Prozent ihres Einkommens. 2013 werden es laut IW Köln nach der Erhöhung der EEG-Umlage 9,68 Euro oder 0,44 Prozent des Einkommens sein.

Alleinerziehende

2011 mussten Alleinerziehende noch 5,94 Euro pro Monat auf ihre Stromrechnung zur Finanzierung der Energiewende draufbezahlen. Das entsprach 0,6 Prozent ihres Einkommens. 2013 werden es laut IW Köln nach der Erhöhung der EEG-Umlage 8,88 Euro oder 0,85 Prozent ihres Einkommens sein.

Paare mit Kindern

2011 mussten Paare mit Kindern noch 5,65 Euro pro Monat auf ihre Stromrechnung zur Finanzierung der Energiewende draufbezahlen. Das entsprach 0,34 Prozent ihres Einkommens. 2013 werden es laut IW Köln nach der Erhöhung der EEG-Umlage 8,45 Euro oder 0,48 Prozent ihres Einkommens sein.

Bei den Bürgern kommt die Möglichkeit, sich an Erneuerbaren-Projekten zu beteiligen, überwiegend gut an: Laut einer aktuellen Umfrage des Informationsdienstleisters Energate unter 1000 Bürgern bewerten etwa zwei Drittel der Befragten die Grundidee positiv, lediglich ein Drittel ist skeptisch.

Kommentare (3)

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vandale

14.01.2013, 13:31 Uhr

Der Gedanke, "Alle können daran verdienen" ist ein Versprechen analog eines Kettenbriefsystems. Analog deren Promotern gehört der Minister ins Gefängnis.

Wenn man mit grossem Aufwand wertlosen Zufallsstrom* herstellt, diesen sehr hoch vergütet, so sind die wenigen Erzeuger anfangs zunächst auf der Sonnenseite. Andere bezahlen den Schaden. Wenn sich jedoch immer mehr Mitmenschen hierfür erwärmen und gleichfalls wertlosen Zufallsstrom herstellen, dann kommt irgendwann der Zeitpunkt wo niemand mehr gewinnen kann und das System so teuer wird dass das Gebilde zusammenbricht. Ein Mechanismus der bei jedem Kettenbriefsystem bislang zum tragen kam.

Vandale

zarakthuul

14.01.2013, 14:16 Uhr

Die 5% Zinsen muss der Verbraucher dann über die Netzkosten bezahlen, als rechte Tasche - linke Tasche. Hält der Altmaier denn wirklich ALLE für blöd?
Gewinne erzielen wie immer die, die sowieso das meiste Geld haben!

Account gelöscht!

14.01.2013, 14:38 Uhr

Altmaier will die Bürger am Netzausbau beteiligen. Bisher ist es nur eine Idee in seinem Kopf, die will er jedoch noch vor der Bundestagswahl im September umsetzen.

Dieser Dilettant soll seine Idee bzw. den Geist besser in der Flasche lassen. Und die Wahlen wird dieser Muttis-Widerling nicht als Minister überleben ! Er kann sich jetzt schon umgucken.....am besten fängt er als "don quichotte" irgendwo am Norddeutschen Strand an !

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