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17.10.2013

15:28 Uhr

Geldanlage

Frauen können's einfach besser

VonKatharina Schneider

Bei der Geldanlage wollen es Frauen ganz genau wissen und nichts übereilen. Neugier und Gelassenheit zahlen sich aus. Viele Männer haben das Nachsehen, und auch bei der Beratung geht das Modell der Frauen auf.

Frauen können's besser. Im Zweifel nämlich fragen sie mehr nach.

Frauen können's besser. Im Zweifel nämlich fragen sie mehr nach.

DüsseldorfWie genau funktioniert dieses Finanzprodukt? In welche Unternehmen investiert der Fonds? Wie groß sind die einzelnen Positionen? Wie hoch sind die Risiken? Wie sieht die langfristige Entwicklung aus? Diese Fragen sollte eigentlich jeder Kunde seinem Anlageberater stellen. Doch so viel Interesse für die Details zeigen vor allem Frauen. Sie legen ihr Geld anders an als Männer – und sind damit häufig erfolgreicher.

„Frauen machen sich mehr Gedanken über ihre Geldanlage und wünschen eine ausführliche Aufklärung über die Chancen und Risiken“, sagt Constanze Hintze, Geschäftsführerin des Finanzdienstleisters Svea Kuschel und Kolleginnen in München. Männlichen Kunden dagegen gehe es vor allem um die Rendite. Wie die zustande kommt, sei häufig Nebensache.

Frauen legen dagegen mehr Wert auf Sicherheit, doch das heißt längst nicht mehr, dass sie Wertpapiere scheuen. „Früher bedeutete ‚sicherheitsorientiert’ meist Sparbuch und Festgeld, inzwischen sind Frauen aber auch den Kapitalmärkten gegenüber aufgeschlossener“, so Hintze.

So legen die Deutschen ihr Geld an

Top 7

Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.

Top 6

Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Rendite zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.

Top 5

Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.

Top 4

Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.

Top 3

Im Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold lag mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Top 2

Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahrs stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.

Top 1

Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Mit knapp 65 Prozent stellen Deutsche ab 60 Jahren die größte Gruppe der Privatanleger.

Dennoch gibt es zwischen den Depots von Männern und Frauen noch deutliche Unterschiede. Das zeigen etwa die Depotvergleiche der Direktanlagebank (DAB). Im vergangenen Jahr hatten die Frauen einen etwas geringeren Aktienanteil (48,8 Prozent) als die Männer (53,3 Prozent), setzten jedoch stärker auf Investmentfonds (35,4 im Vergleich zu 31,6 Prozent) und Anleihen (11,2 im Vergleich zu 10,2 Prozent). Bei Zertifikaten, Optionsscheinen und Gold waren sie dagegen etwas zurückhaltender als die Männer. Die Rendite war 2012 mit rund 7,7 Prozent etwa gleich.

Doch gerade in schwierigen Börsenjahren waren Frauen den Männern in der Vergangenheit überlegen. So erzielten sie laut DAB-Depotvergleich in den Jahren 2001 bis 2008 mehr Rendite als die männlichen Anleger. In den starken Börsenjahren 2009 und 2010 mussten sich die Damen jedoch geschlagen geben. „Frauen wählen Produkte, die weniger riskant sind, dadurch hinken ihre Depots in starken Marktphasen leicht hinterher, brechen aber in schwierigen Zeiten nicht so stark ein“, sagt Hintze.

Zudem nehmen sich Frauen für ihre Entscheidungen mehr Zeit. „Während Männer häufig schnell auf aktuelle Entwicklungen reagieren, sind Frauen gelassener“, so die Beobachtung von Renate Kewenig, die gemeinsam mit Friederike Fuchs 1996 die Anlageberatung Frauinvest in Rheinbach gegründet hat.

Auch der DAB-Vergleich zeigt: Die Zahl der durchschnittlichen Transaktionen lag bei Männern mit 6,9 pro Jahr zuletzt mehr als doppelt so hoch wie bei Frauen (3,2). „Männer lassen sich eher vom Spieltrieb oder von Renditeversprechen leiten“, so Kewenigs Einschätzung. Doch häufiges Kaufen und Verkaufen kann teuer werden.

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

17.10.2013, 16:16 Uhr

Nachdem die Schuldenlimit-Show abgewickelt ist, packt das HB nun also wieder das Thema "Geschlechterkampf" aus. Dabei ist nur eines noch dämlicher als der Artikel: Die Überschrift.
Und die DAB braucht scheinbar dringend ein wenig Reklame. Läuft es mit den Neukundinnen nicht so richtig ?
Das HB schafft es immer öfter selbst die BLÖD-Zeitung im Niveau zu unterbieten. Schade...

Eddie

17.10.2013, 16:45 Uhr

"Männlichen Kunden dagegen gehe es vor allem um die Rendite."

Geldanlage ohne Rendite - das koennen Frauen sicherlich besser als Maenner...

"Häufig wünschen sich Frauen auch ökologische und nachhaltige Investments. „Doch das Angebot an Produkten, bei denen garantiert keine Kinderarbeit, Rüstung oder Gentechnik unterstützt werden, ist leider immer noch begrenzt“, sagt Kewenig. Zudem müsse oft eine geringere Rendite in Kauf genommen werden."

Dieser Artikel muesste jedenfalls am 01.04. wiederholt werden (April-Scherz)...

vandale

17.10.2013, 16:53 Uhr

Wenn man den Meldungen der Systemmedien folgt können Frauen alles besser. Besser managen, besser Geld anlegen...wahrscheinlich auch fliegen und hellsehen.

Vermutlich bedarf es demnächst einer ausführlichen Rechtfertigung wenn ein Betrieb einen Mann einstellt, befördert, oder für irgendeine geistig anstrengende Tätigkeit nutzt.

Die Frauen die ich im realen Leben traf, ob mit dualer Ausbildung, Beamtenlaufbahn, oder Akademikerin taten sich mit der Geldanlage etwas schwerer.

Sie folgten Bankberatern und liessen sich hoch provisionierte Produkte verkaufen die sich erst mit einem Lebensalter von 88 rechnen.

Sie liessen sich stille atypische Beteiligungen verkaufen.

Sie nahmen am Aktienhype um die Jahrtausendwende teil und 1/10 ihr Vermögen.

Das ist bei Männern nicht anders, weder besser, noch schlechter.

Vandale

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