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25.01.2016

12:35 Uhr

Geldanlage per „Robo Advisor“

Die Roboter kommen

VonPeter Köhler

Würden Sie einem Roboter ihr Vermögen anvertrauen? Geldanlage-Experten sagen vollautomatischen Anlagemanagern eine glorreiche Zukunft voraus. Sie sollen bald Hunderte Milliarden Dollar verwalten. Doch es gibt Mankos.

Die digitale Vermögensverwaltung für Privatanleger funktioniert mit Algorithmen.

Robo-Advisor

Die digitale Vermögensverwaltung für Privatanleger funktioniert mit Algorithmen.

FrankfurtFondsmanager stehen oft in der Kritik: Zu teuer seien ihre Dienste und oft schnitten die von ihnen verwalteten Portfolios schlechter ab als etwa der Dax oder andere wichtige Indizes. In der Finanzwelt deutet sich der Durchbruch einer Alternative an: der vollautomatisierte Geldverwalter, in der Fachsprache „Robo Advisor“ genannt, ist auf dem Vormarsch.

Die Newcomer in der Vermögensverwaltung stehen vor gewaltigen Zuwachsraten. „ Ich erwarte hohe Wachstumsraten, 2020 könnten die in Deutschland betreuten Vermögenswerte schon bei 20 bis 30 Milliarden Euro liegen“, sagt Matthias Hübner, Partner bei Oliver Wyman, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Weltweit würden es dann sogar ungefähr 500 Milliarden Dollar sein, die Roboter unter ihre Fittiche nehmen.

Noch steckt das Geschäft in den Kinderschuhen. In Deutschland gibt es aktuell etwa 30 bis 40 Firmen, die dem Bereich „Robo Advice“ zugerechnet werden. Insgesamt verwalten sie schätzungsweise erst rund 100 Millionen Euro.

Von Roboter-Beratern weltweit verwaltetes Vermögen

2014

13 Milliarden Dollar

Quelle: Oliver Wyman, ab 2016 Prognose

2015

30 Milliarden Dollar

Quelle: Oliver Wyman

2016

60 Milliarden Dollar

2017

100 Milliarden Dollar

2018

160 Milliarden Dollar

2019

270 Milliarden Dollar

2020

500 Milliarden Dollar

Doch nahezu monatlich gibt es im Internet neue Angebote. Zu den bekannteren Namen zählen Fintego, Ginmon, Vaamo und Easyfolio. Auch Quirion, der digitale Ableger der Quirin Bank, hat ein entsprechendes Angebot.

Wer sich im Internet einem Robo Adviser anvertraut, der muss zunächst einige Fragen beantworten, beispielsweise nach dem Alter, der Risikoneigung, der Anlagesumme und dem Anlagezeitraum. Meist werden dann standardisierte Anlagestrategien vorgeschlagen. Investiert wird das Geld oft in passiv gehandelte Fonds, sogenannte ETFs, und so indirekt in Tausende von Wertpapieren.

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Ein Problem für den Anleger besteht darin, dass die „Robo Advisor“ noch keinen dauerhaften Abschwung an den Börsen mitgemacht haben – wie er momentan vielleicht eingeläutet wird. „Die Robo Advisor müssen erst noch beweisen, dass sie auch in schwierigen Marktphasen funktionieren“, sagt Oliver Mihm, Vorstandschef bei der Beratungsgesellschaft Investors Marketing. Es fehle noch der „Track Record“, also die Erfolgsbilanz über mehrere Jahre.

Außerdem ist noch nicht ausgemacht, wer am Ende von den vielen neuen Spielern – sogenannten Fintech-Unternehmen – im Markt übrig bleibt. „Schon in diesem Jahr wird die Konsolidierung unter den Fintechs Fahrt aufnehmen. Dauerhaft werden in Deutschland wohl nur ein bis zwei Robo Advice-Anbieter überleben können“, glaubt Branchenexperte Hübner.

Kommentare (4)

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Herr Marc Otto

25.01.2016, 13:07 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Jörg Baudisch

25.01.2016, 13:27 Uhr

Derartige Quant-Fonds gab es schon in den 90ern. Auch namhafte Börsengurus sind damit meist nach wenigen Jahren gescheitert. Mit der Turtle-Trader-Strategie wurde vermutlich durch die Bücher und Seminare mehr verdient, als mit dem eigentlichen Handel. Leider funktioniert keine Strategie ewig. Es müssen laufend Anpassungen vorgenommen werden, z.B. kann eine Änderung des Leitzins die Marktvolatilität stark beeinflussen und Trends umkehren.

Ich habe selbst ein Java-Forex Strategiescript für EUR/USD geschrieben, der Strategietester zeigt zumindest für die letzten 8 Monate ein sehr gutes Ergebnis.

Herr Martin Wienand

25.01.2016, 13:34 Uhr

Nein, weitgehend standardisierte Algorithmen führen dazu, dass jeder das gleiche macht.

Nichts für mich.

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