Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.10.2016

10:43 Uhr

Geldanlage und Dax-Jahreshoch

Angst vor Verlust macht Sparer blind

VonJessica Schwarzer

Der Dax auf Jahreshoch, doch die meisten Anleger meiden jedes Risiko. Die Börse halten sie für gefährlich. Mit Zinsanlagen wiegen sich Sparer in absoluter Sicherheit, doch auch konservative Anleger tragen ein Risiko.

Seit dem Brexit-Referendum hat die Sorge vor Kursverlusten bei Anlegern zugenommen. Imago

Angst vor Gefahr

Seit dem Brexit-Referendum hat die Sorge vor Kursverlusten bei Anlegern zugenommen.

DüsseldorfEs klingt paradox. Doch risikoscheue Anleger tragen in Zeiten von Niedrig- und sogar Nullzinsen das größte Risiko. Sie tappen in eine sprichwörtliche Falle. Die Angst vor Verlusten treibt sie in nur vermeintlich sichere Anlageklassen. Dabei verzichten sie auf Rendite und verlieren ganz langsam, aber sicher ein Teil des Gelds. 

Doch bewusst ist das den Wenigsten und auch aktuelle Zahlen der Bundesbank trügen. Denn trotz der Niedrigzinsphase ist das Geldvermögen der Deutschen zwar im zweiten Quartal um 0,8 Prozent auf gut 5,4 Billionen Euro gewachsen. Und das, obwohl gerade einmal knapp 15 Prozent dieses Geldvermögens in Aktien oder Aktienfonds investiert ist. 

Hier verdienen die Menschen am meisten

Verfügbares Einkommen

Die Einkommensstatistik zeigt, in welchen Städten, Gemeinden und Kreisen, am meisten verdient wird. Das verfügbare Einkommen umfasst das Geld, dass Haushalten zufließt, um es auszugeben oder zu sparen. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2014, veröffentlicht worden sind sie im Oktober 2016. Das durchschnittliche verfügbare Einkommen je Einwohner in Deutschland betrug 2014 demnach 21.117 Euro im Jahr.

Quelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder

Platz 10

Im Main-Taunus-Kreis verfügen die Einwohner über durchschnittlich 25.785 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 6,7 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 27 Prozent

Platz 9

In der Stadt München verfügen die Einwohner über durchschnittlich 25.838 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 2,6 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 14 Prozent

Platz 8

lm Landkreis Mainz-Bingen verfügen die Einwohner über durchschnittlich 26.177 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 8,9 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 38 Prozent

Platz 7

Im Kreis Olpe verfügen die Einwohner über durchschnittlich 27.125 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 10,7 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 47 Prozent

Platz 7

lm Landkreis Miesbach in Oberbayern verfügen die Einwohner über durchschnittlich 27.168 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 6,6 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 26 Prozent

Platz 5

lm Stadtkreis Baden-Baden verfügen die Einwohner über durchschnittlich 29.043 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 5,7 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 17 Prozent

Platz 4

lm Hochtaunuskreis in Hessen verfügen die Einwohner über durchschnittlich 29.288 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 6 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 13 Prozent

Platz 3

Im Landkreis München verfügen die Einwohner über durchschnittlich 29.954 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 4,8 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 25 Prozent

Platz 2

Im Landkreis Starnberg in Oberbayern verfügen die Einwohner über durchschnittlich 34.915 Euro im Jahr.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 5,3 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 19 Prozent

Platz 1

lm Stadtkreis Heilbronn verfügen die Einwohner über durchschnittlich 41.707 Euro im Jahr. Der Grund ist ein prominenter Bürger: Lidl-Gründer Dieter Schwarz ist für den hohen Durchschnittswert verantwortlich.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 3,7 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 131 Prozent

Der Großteil liegt nach wie vor in verzinslichen Spareinlagen, auf unverzinsten Girokonten oder steckt in Versicherungspolicen. Doch dort bringt es kaum noch Rendite. Schlimmer noch: Mit der wieder leicht anziehenden Inflationsrate verbuchen die fleißigen Sparer oft sogar einen realen Wertverlust. 

Der Treiber für das wachsende Geldvermögen der Deutschen waren steigende Löhne, geringe Arbeitslosenzahlen und eine leicht erhöhte Aktienquote. „Auf den ersten Blick scheint das ja eine durchaus positive Entwicklung zu sein“, sagt Mark Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). „Eine genauere Analyse würde aber zeigen, dass hier insbesondere die profitieren, die ihr Kapital in Aktien anlegen.“ Und das sei hierzulande leider nach wie vor eine sehr kleine Gruppe. Das neue Dax-Jahreshoch, das am Montag erreicht wurde, bringt den meisten Sparern also wenig bis nichts.

Hier verdienen die Menschen am wenigsten

Verfügbares Einkommen

Die Einkommensstatistik zeigt, in welchen Städten, Gemeinden und Kreisen, am meisten verdient wird. Das verfügbare Einkommen umfasst das Geld, dass Haushalten zufließt, um es auszugeben oder zu sparen. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2014, veröffentlicht worden sind sie im Oktober 2016. Das durchschnittliche verfügbare Einkommen je Einwohner in Deutschland betrug 2014 demnach 21.117 Euro im Jahr.

Quelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder

Kyffhäuserkreis

Der Kyffhäuserkreis nördlich von Erfurt liegt in der Statistik mit einem Wert von 16.941 Euro auf dem zehntletzten Rang.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 12,5 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 42 Prozent

Jena

Die Stadt Jena liegt in der Statistik mit einem Wert von 16.920 Euro auf dem neuntletzten Rang.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 5,3 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 27 Prozent

Magdeburg

Die Stadt Magdeburg liegt in der Statistik mit einem Wert von 16.912 Euro auf dem achtletzten Rang.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 4,5 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 30 Prozent

Brandenburg an der Havel

Die Stadt Brandenburg an der Havel liegt in der Statistik mit einem Wert von 16.783 Euro auf dem siebtletzten Rang.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 9,6 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 30 Prozent

Duisburg

Die Stadt Duisburg liegt in der Statistik mit einem Wert von 16.761 Euro auf dem sechstletzten Rang.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 9,1 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 24 Prozent

Vorpommern-Greifswald

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern liegt in der Statistik mit einem Wert von 16.627 Euro auf dem fünftletzten Rang.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 9,4 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 38 Prozent

Leipzig

Die Stadt Leipzig liegt in der Statistik mit einem Wert von 16.542 Euro auf dem viertletzten Rang.

Veränderung zum Jahr 2010: minus 0,8 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 23 Prozent

Rostock

Die Stadt Rostock liegt in der Statistik mit einem Wert von 16.423 Euro auf dem drittletzten Rang.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 3,5 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 26 Prozent

Halle (Saale)

Die Stadt Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt liegt in der Statistik mit einem Wert von 16.411 Euro auf dem zweitletzten Rang.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 5,6 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 28 Prozent

Das Schlusslicht

Die Stadt Gelsenkirchen liegt in der Statistik mit einem Wert von 16.136 Euro auf dem letzten Rang.

Veränderung zum Jahr 2010: plus 8,3 Prozent

Veränderung zum Jahr 2000: plus 20 Prozent

Dabei bieten Aktien langfristig positive Renditen – nicht zuletzt aufgrund der regelmäßigen Ausschüttungen. Die Dividendenrenditen liegen in der Regel deutlich über den Renditen von Anleihen oder gar Zinsprodukten. Doch die Angst vor Schwankungen hält Anleger zurück. 

Verhaltenspsychologisch ist die Furcht vor Gefahren mehr als verständlich. „Die Furcht vor Gefahren und entsprechende Abwehrreaktionen sind elementare Überlebensmechanismen und somit menschlich“, sagt Stefan Duchateau, Professor für Portfolio Management und Anlageberater des Vermögensverwalters PT Asset Management. „Bei der Geldanlage führt diese Abneigung gegen Risiko allerdings dazu, dass sich Anleger mehr vor Verluste fürchten, als dass sie sich über Gewinne freuen können.“ 

Kommentare (61)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Sascha Fischer

24.10.2016, 10:55 Uhr

Das ist wohl das Problem. Die Börsen reflektieren ja nicht den Wert oder die Aussichten der Unternehmen sondern ist reine Psychologie und reine "Alternativlosigkeit" im Nullzinsumfeld. Anleihen bringen wenig bis sogar negativ und aufgrund der Anleihekäufe der EZB ist die Liquidität sogar bescheiden.
Also weichen institutionelle Anleger auf die Börsen aus, die schon seit mindestens 3000 Punkten jeden Zusammenhang mit den Werten der Unternehmen verloren haben.
Erklären Sie mal jemandem, der dies begriffen hat, warum er bei 10000 oder 10800 Punken in den DAX einsteigen soll? Die Chance auf gewaltige Verluste bei einer Korrektur ist hoch und viele Kleinanleger haben garnicht die Barmittel um zu verbilligen oder Verluste mitzunehmen.

Herr Holger Narrog

24.10.2016, 10:59 Uhr

Das Risiko eines Währungsverfalls tragen alle Anleger egal ob Anleihe, Aktie, oder Immobilie.

Aktuell wird die Geldmenge durch die Zentralbank massiv aufgebläht. Die Zentralbankzinsen sind negativ, zur Staatsfinanzierung werden Anleihen gekauft. Ein Überhang der Geldmenge kann sich in einer mehrjährigen Inflation von 5 - 7% im Jahr (ich unterstelle dass dies das Wunschziel von Herrn Draghi ist), in einem Inflationsschub von 20 - 30%, oder einem totalem Vertrauensverlust abbauen.

In einem solchen Fall entwerten alle festverzinslichen Anlagen entsprechend. Wenn dann der Geldüberhang abgebaut ist, verlieren natürlich auch Aktien und Immobilien. Denn wenn das Geld mit dem Abbau des Überhangs knapp wird, wird auch weniger für Aktien und Immobilien bezahlt. Dabei kann es auch zu sehr massiven Einbrüchen kommen.

Account gelöscht!

24.10.2016, 11:04 Uhr

Die Börse spiegelt immer weniger die Wirtschaftliche Wahrheit wieder.
Unternehmensanleihen und Staatsanleihen werden zunehmen von der Fed und EZB aufgekauft. Draghi betreibt hier einen Aufkauf von Insolventen Unternehmen und hält diese somit im Markt zum Schaden des Marktes und damit der Börse und ihren gutgläubigen Aktionären.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×