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28.09.2012

16:54 Uhr

Geldpolitik

Asmussen warnt vor übersteigerter Inflationsangst

Der EZB-Präsident hat vor übertriebener Inflationsfurcht gewarnt. Sollte sich Inflationsdruck aufbauen, werde das Institut entschieden gegensteuern. Gleichzeitig verteidigte Asmussen das Anleihekaufprogramm.

EZB-Direktor Jörg Asmussen. Reuters

EZB-Direktor Jörg Asmussen.

BerlinEZB-Direktor Jörg Asmussen hat vor übertriebener Furcht vor Inflation in der Euro-Zone durch die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank gewarnt. „Banken horten Geld. Was nicht stattfindet ist, dass es in den Geldkreislauf weitergegeben wird“, sagte Asmussen am Freitag auf einer von der Deutschen Bank ausgerichteten Konferenz in Berlin. Obwohl es in Zeiten der Krise durch die unkonventionellen Maßnahmen der EZB zu einer Ausweitung der Geldmenge gekommen sei, drohe somit keine Gefahr an der Preisfront.

„Furcht vor galoppierender Inflation hilft nicht. Es gibt keine Abstriche an unserer Politik der Geldwertstabilität“, betonte Asmussen. Wenn sich Inflationsdruck aufbauen sollte, werde die EZB gegensteuern, sagte der deutsche Geldpolitiker: „Da gibt es kein Pardon.“

Deutsche Bank Co-Chef Anshu Jain hatte kürzlich in einem Interview erklärt, er rechnet als Folge der Euro-Rettung mit einer höheren Inflation. Dies sei ein Preis, den man für Europa zahlen müsse. Asmussen äußerte sich nun nur wenige Stunden, nachdem die Brüsseler Statistikbehörde einen erhöhten Preisdruck in der Eurozone gemeldet hatte. Teure Energie hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass die Verbraucherpreise im September auf Jahressicht um 2,7 Prozent anzogen. Die Inflationsrate ist somit weit höher als der EZB lieb sein dürfte. Sie entscheidet am Donnerstag über die Zinspolitik. Experten erwarten, dass die EZB den historisch niedrigen Leitzins von 0,75 Prozent vorerst nicht antasten wird. Die Währungshüter sehen mittelfristig stabile Preise bei Werten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

Asmussen verteidigte zugleich das von der Bundesbank abgelehnte Staatsanleihenankaufprogramm der EZB, das zur Stützung von unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfenden Ländern aufgelegt werden soll. Die künftigen Bondkäufe zielten nicht darauf ab, einen „einheitlichen Zins“ in der Währungszone herzustellen. Allerdings solle der Teil der Renditen abgebaut werden, der mit Spekulation auf ein Auseinanderbrechen des Euro zusammenhänge. Asmussen betonte, er unterstütze im Gegensatz zu Bundesbankchef Jens Weidmann die geplanten Anleihenkäufe: „Aber nur unter strikter Konditionalität und nur, wenn es weiter Druck auf Reformen gibt.“

Der gesamten Eurozone und nicht nur den Südländern stehe ein schmerzlicher Anpassungsprozess ins Haus, der rund zehn Jahre dauern werde. Dabei dürften sich auch Staaten wie Deutschland, denen es derzeit gut gehe, nicht auf dem Erreichten ausruhen. Auch Frankreich müsse mehr zur Verbesserung seiner Wettbewerbsfähigkeit tun und sich kräftig anstrengen, um seine Haushaltsziele zu erreichen, mahnte Asmussen.

 

 

Von

rtr

Kommentare (20)

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Mazi

28.09.2012, 17:51 Uhr

Wenn Asmussen vor "übertriebener" Inflationsangst warnt, dann hat er Recht. Was er unter Inflationsangst versteht, dass sagt er nicht.

Gehen wir auf den Grund:
Vor ca. 10 Jahren wurde der Euro eingeführt. Die EZB veröffentlicht jährliche Inflationsraten um die 2 %. Wer hier und da selbst einkaufen geht, der sieht die Lebensmittel nominell dem damaligen DM-Preis entsprechen. Wenn das die EZB als 2 % versteht, dann kennen wir dem Umrechnungsfaktor, den jeder Bürger selbst berechnen kann.

Der DM-Preis hat sich in ca. 10 Jahren verdoppelt, d.h. das wir eine durchschnittliche Inflationsrate von 10 % hatten.

Wenn Asmussen heute vor einer "übertriebenen Inflationsangt" redet, dann geht er von erwarteten Inflationsraten von Real nicht unter 2, respektive 10 % aus.

Für solchen Unsinn, den er da von sich gibt, sollte man ihn mit körperlicher Arbeit eindecken. Dann lernt er wie Inflationsraten beim Bürger Real ankommen.

apol

28.09.2012, 18:07 Uhr

@Mazi:

"Gehen wir auf den Grund:[...]
Der DM-Preis hat sich in ca. 10 Jahren verdoppelt, d.h. das wir eine durchschnittliche Inflationsrate von 10 % hatten." ...

Besser dran
ist, wer rechnen kann: 10 Jahre 10 % ergibt nicht 100 % ("Verdoppelung");

Jahr 1: 1 € mal 1,10= 1,10
Jahr 2: 1,10 € mal 1,10= 1,21
Jahr 3: 1,21 € mal 1,10= 1,33
...Jahr 10: (1 € mal 1,10)hoch 10 = 2,5937...

sondern 1 mal 1,10 10 ergibt

Account gelöscht!

28.09.2012, 18:16 Uhr

Inflation ? Ist das sowas wie, wenn der Listenpreis des neuen 911 Carrera 4S 5 % höher ist, aber man bei Cash-Zahlung doch noch den Stammkunden-Skontro für jahrelange Treue bekommt ?!

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