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09.06.2015

15:44 Uhr

Geldpolitik der EZB

Kein „Draghi-Effekt“ bei Dividenden

Die Gewinne der Unternehmen steigen, die Börsenkurse tun es ihnen gleich. Die Geldpolitik von Mario Draghi lässt die Wirtschaft in Europa wachsen. Doch die Vorstandschefs bleiben knauserig.

Der Anteil des Gewinns, den die Unternehmen an ihre Aktionäre ausschütten, wird 2015 wohl so gering ausfallen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Reuters

Mario Draghi

Der Anteil des Gewinns, den die Unternehmen an ihre Aktionäre ausschütten, wird 2015 wohl so gering ausfallen wie seit fünf Jahren nicht mehr.

FrankfurtDie Wirtschaft des Euroraums wächst unter den geldpolitischen Anreizen von Mario Draghi. Die Gewinne der Unternehmen steigen ebenso wie die Börsenkurse. Gleichwohl wird der Anteil des Gewinns, den die Unternehmen an ihre Aktionäre ausschütten, 2015 wohl so gering ausfallen wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Bank of America Corp. schätzt, dass die europäischen Unternehmen dieses Jahr wahrscheinlich 30 Prozent ihres Cashflow für Dividenden und Aktienrückkäufe verwenden werden. Das ist der geringste Anteil seit 2010. Dabei dürfte nur ein Prozent für Aktienrückkäufe verwendet werden, schrieb die Bank in einem Bericht für Kunden.

Im Gegensatz zu den USA, wo fast doppelt so viel Geld zurückgegeben wird, sind die Vorstandschefs in Europa knauseriger wenn es um ihre Aktionäre geht – obwohl die liquiden Mittel der Unternehmen im Stoxx Europe 600 Index 2,2 Billionen Euro erreicht haben. Das ist so viel wie seit mindestens 2003 nicht mehr.

„Die Unternehmen werden sicherlich abwarten, um sicher zu gehen, dass die Erholung real ist, bevor sie zu Aktionärsausschüttungen wie in der Zeit vor Lehman zurückkehren”, schrieben die Analysten um Barnaby Martin und Manish Kabra. Hohe Arbeitslosenzahlen und geringes Lohnwachstum würden von Aktienrückkäufen abschrecken, zumal die Politiker eine Debatte angezettelt hätten, dass Unternehmen mehr Zurückhaltung bei Ausschüttungen an Aktionäre zeigen sollten, hieß es weiter.

Prognosen zufolge wird die Wirtschaft des Euroraums in diesem Jahr um 1,5 Prozent wachsen – so viel wie vier Jahre nicht mehr – und die Gewinne der Unternehmen werden laut Schätzungen von Analysten um 5,4 Prozent steigen.

„Jeder hat immer noch 2008 im Hinterkopf”, sagt David Hussey, Leiter Aktien Europa bei Manulife Asset Management in London. „Alles was man auf Unternehmenssitzungen hört, dreht sich um Restrukturierung, Kostensenkungen, Schuldenniveaus.” Die Investoren seien alle pessimistisch und dies führe nicht dazu, dass die Vorstände großzügig Geld verteilen wollten.

Doch die Analysten von Bank of Amerika machen den Aktionären Hoffnung. 2016 werde wahrscheinlich das Jahr sein, in dem sie ihre Revanche bekommen.

Draghi: Alles läuft nach Plan

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