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26.09.2013

18:37 Uhr

Geldpolitik

Eindämmen der Geldflut berechenbarer machen

Ein Direktoriumsmitglieder der US-Notenbank fordert mehr Transparenz von seinem eigenen Haus. Es wäre besser, wenn man das Volumen der Geldpolitik exakt an der Arbeitslosenquote errechnen könnte.

Fed-Direktoriumsmitglied Jeremy Stein: „Das ist meine persönliche Präferenz.“ Reuters

Fed-Direktoriumsmitglied Jeremy Stein: „Das ist meine persönliche Präferenz.“

FrankfurtDie US-Notenbank Federal Reserve sollte nach Ansicht eines ihrer Führungsmitglieder die Strategie beim geplanten Eindämmen der Geldflut berechenbarer machen. Dabei biete sich eine starre Koppelung an einen Arbeitsmarktindikator an, schlug Fed-Direktoriumsmitglied Jeremy Stein am Donnerstag auf einer Konferenz in Frankfurt vor. „Das ist meine persönliche Präferenz“, betonte Stein. Bislang kauft die Fed noch Monat für Monat Staatsanleihen und Immobilienpapiere im Wert von 85 Milliarden Dollar auf, um die Wirtschaft zu stützen.

Beim Abbau dieser Summe könne man künftig eine feste Summe an jeden Zehntelprozentpunkt koppeln, um den die Arbeitslosenquote sinke, schlug Stein vor. Der Notenbanker sagte, er habe auf der jüngsten Zinssitzung im September mit sich gerungen, dann jedoch gegen ein Zurückfahren der Konjunkturhilfen gestimmt.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Der für die Geldpolitik zuständige Offenmarktausschuss um US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte vorige Woche völlig überraschend entschieden, die ins Auge gefasste Drosselung ihrer Konjunkturhilfen zu unterlassen. Bernanke hält den Wirtschaftsaufschwung für noch nicht robust genug und beklagt eine noch immer zu hohe Arbeitslosigkeit. Die Fed hat ihre Nullzinspolitik an die Entwicklung am Jobmarkt gekoppelt: Die Zinsen sollen mindestens so lange niedrig bleiben, wie die Erwerbslosenquote über 6,5 Prozent verharrt. Im August lag sie bei 7,3 Prozent und wird nach Expertenschätzungen im September nicht sinken.

Von

rtr

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