Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.10.2014

12:19 Uhr

Geldpolitik

EZB beginnt mit umstrittenen Wertpapierkäufen

Die EZB hat mit dem Kauf von Pfandbriefe und Kreditverbriefungen begonnen. Details will die Notenbank nicht mitteilen. Es soll sich um Papiere aus einem großen Euro-Land handeln.

Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt: Hoher Kapitalabfluss. dpa

Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt: Hoher Kapitalabfluss.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank hat mit den geplanten Aufkauf von Pfandbriefen an den Finanzmärkten begonnen. Das bestätigte ein Sprecher der EZB am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters in Frankfurt. Details nannte er nicht.

Am Markt hatte es zuvor das Gerücht gegeben, die EZB erwerbe kurzlaufende französische Pfandbriefe. Die Zentralbank will mit den großangelegten Kauf von Pfandbriefen und Kreditverbriefungen den gestörten Kreditfluss in der Euro-Zone ankurbeln.

EZB-Sitzung in Neapel: Draghi kauft jetzt auch „Ramschpapiere“

EZB-Sitzung in Neapel

Draghi kauft jetzt auch „Ramschpapiere“

Zinsen gesenkt, Geld verteilt, Euro abgewertet – die EZB hat viel versucht, doch die Krise ist immer noch da. Jetzt geht die Zentralbank noch einen Schritt weiter. Kritiker warnen, die EZB werde zur „Bad Bank“.

Indem sie Banken die Papiere abkauft, wird in deren Bilanz Eigenkapital frei, mit dem sie neue Kredite für Firmen und Privathaushalte hinterlegen können. Kritiker bezweifeln, dass das Programm wirkt. In Deutschland wird zudem kritisiert, dass die EZB aus Zypern und Griechenland auch Kreditverbriefungen mit einer schlechten Bewertung der Ratingagenturen kaufen will. Bundesbank-Chef Jens Weidmann lehnt das Vorhaben ab, weil er fürchtet, die EZB könnte zur "Bad Bank" Europas werden.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte kürzlich erklärt, die Zentralbank könne theoretisch für bis zu eine Billion Euro Verbriefungen und Pfandbriefe kaufen. Tatsächlich soll das Volumen aber niedriger ausfallen.

Von

rtr

Kommentare (26)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

G. Nampf

20.10.2014, 13:01 Uhr

"Es soll sich um Papiere aus einem großen Euro-Land handeln."

Also fängt die EZB mit Frankreich an.

Herr C. Falk

20.10.2014, 13:02 Uhr

Es liegt immer noch in der Entscheidungsbefugnis der Banken ob sie Kredite vergeben oder nicht. Wenn das Ausfallrisiko zu hoch ist, werden sie Kredite nicht vergeben, da nutzten auch alle Programme der EZB herzlich wenig, wenn die Fundamentaldaten nicht stimmen.

Drittes Auge

20.10.2014, 13:10 Uhr

Die Demokratie wurde durch einen kalten Putsch abgeschafft und existiert in Deutschland nicht mehr. Die Situation ist vergleichbar der des Übergangs von der Römischen Republik zum Römischen Reich, wenn auch die eigentlich bestimmenden, absolutistisch herrschenden "informellen Zirkel" nicht so offensichtlich sind wie der Cäsar . Der Bundestag ist ein irrelevantes Kasperltheater der praktisch seine Haushalts- und seine außenpolitische Gestaltungshoheit verloren hat. Diese bestehen nur noch darin die in besagten (offenbar von US-Interessen dominierten) "informellen Zirkeln" offensichtlich vorgefasste Beschlüsse abzunicken, um den offensichtlichen Eklat/Bruch zu vermeiden.

Beispiele für wichtige Entscheidungen, zu denen es in Deutschland niemals eine öffentliche Debatte geschweige denn eine Bundestagsentscheidung gab:

a) Übernahme der Risiken für mit absoluter Sicherheit nicht werthaltig zurückzahlbarer ausländische Kredite in Billionenhöhe (durch den Geist des Maastricht-Vertrages, wie er dem Volk bei der Bundestagswahl 1998 indirekt zur Abstimmung vorgelegt wurde)

b) Russland bewusst vor den Kopf stoßen, um sich heruntergewirtschafteten Oligarchien wie die Ukraine als neue US-Kolonien zu sichern und statt dem US-Imperium direkt Tribut zu zollen, nun den Staatshaushalt der nationalistischen Kleptokraten mit Milliardenbeträgen zu sanieren (erste Tranche Übernahme der Gasrechnung ohne die Kleptokraten selbst ausreichend zu beteiligen)

c) Sozialleistungen an EU-Ausländer zu zahlen

d) für die Erhebung einer in andern Ländern völlig normalen Maut plötzlich die Zustimmung ausländischer Regierungen zu benötigen

e) TTIP -> zukünftiger Sargnagel der Demokratie und Übergang in die postdemokratische Neue Weltordnung

Fazit: Jeder der das bestehende Regime in Deutschland stützt, ist ein Feind der Demokratie auf den die entsprechenden Bestimmung des Grundgesetzes anzuwenden sind.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×