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06.07.2014

18:04 Uhr

Geldpolitik

EZB-Ratsmitglied sieht kein Deflationsrisiko mehr

In der Euro-Zone besteht nach Einschätzung des EZB-Ratsmitglieds Christian Noyer wohl nicht mehr die Gefahr sinkender Preise. Das Risiko einer Deflation sei gebannt. Die Inflationsrate seit aber dennoch zu niedrig.

Christian Noyer auf einer Konferenz. Reuters

Christian Noyer auf einer Konferenz.

Aix-en-ProvenceIn der Euro-Zone besteht nach Einschätzung des EZB-Ratsmitglieds Christian Noyer wohl nicht mehr die Gefahr sinkender Preise. Es sehe so aus, als ob das Risiko einer Deflation gebannt sei, sagte Noyer am Samstag auf einer Wirtschaftskonferenz im französischen Aix-en-Provence. Gleichwohl sei die Teuerungsrate aber noch zu niedrig.

Im Juni hatte die Inflationsrate in den Euro-Staaten bei 0,5 Prozent gelegen, was der Europäischen Zentralbank (EZB) weiterhin Sorgen bereitet. Sie strebt eine Rate von knapp zwei Prozent an, bei der sie von stabilen Preisen spricht. Mitte Juni hatte bereits der EZB-Direktor Benoit Coeure gesagt, derzeit drohe keine Gefahr einer Deflation, also einer Abwärtsspirale von Preisen, Löhnen und Investitionen.

Der Werkzeugkasten der EZB

Leitzins

Das wichtigste Instrument ist der Leitzins, also der Zins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld ausleihen können, um es dann zum Beispiel als Kredit an Unternehmen und Verbraucher weiterzugeben. Im August 2016 liegt der EZB-Zins bei historisch niedrigen 0,0 Prozent. Niedrige Zinsen können die Konjunktur ankurbeln.

Einlagezins

In normalen Zeiten bekommen Geschäftsbanken von der EZB Zinsen für überschüssiges Geld, das sie bei der Zentralbank parken. Im Juni 2014 senkten die Währungshüter den Zins unter die Nullgrenze. Aktuell müssen die Kreditinstitute einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen. Das Ziel ist eine Schwächung des Euro und ein Abbau der Einlagen der Banken bei der EZB.

Geldspritzen

Ende 2011/Anfang 2012 unterstützte die EZB Banken mit Notkrediten (LTRO) im Volumen von einer Billion Euro. Die Kredite wurden zu Mini-Zinsen und für drei Jahre gewährt. 2014 folgten weitere Notkredite, allerdings diesmal in deutlich geringerem Umfang.

Kauf von Kreditpaketen

Seit Herbst 2014 kauft die EZB Pfandbriefe (Covered Bonds) und gebündelte Kreditverbriefungen (ABS). Das soll Geschäftsbanken Freiräume zur Vergabe von Krediten verschaffen.

Staatsanleihen Käufe

Im Mai 2010 begann die EZB erstmals mit dem Kauf von Staatsanleihen. Das „Securities Markets Programme“ (SMP) sollte den Anstieg der Renditen von Anleihen angeschlagener Euro-Länder bremsen. Bis Anfang 2012 kaufte die EZB Staatspapiere für rund 220 Milliarden Euro, zumeist italienische Anleihen. Im September 2012 ersetzte das Programm „Outright Monetary Transactions“ (OMT) diese Maßnahme: Die EZB erklärt sich dabei bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Gekauft wurde in diesem Rahmen bisher keine Anleihe.

Quantitative Lockerung

Für die sogenannte Quantitative Lockerung druckt sich die Zentralbank quasi selbst Geld und kauft damit in großem Stil Anleihen - Staatsanleihen und andere Papiere wie Unternehmensanleihen. Das tut die EZB seit März 2015. Bis mindestens Ende März 2017 wollen die Währungshüter auf diese Weise 1,74 Billionen Euro in den Markt pumpen. Das soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern.


Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Woifi Fischer

08.07.2014, 08:00 Uhr

EZB-Ratsmitglied sieht kein Deflationsrisiko mehr
Von wem bekam er Christian Noyer den Auftrag, die Diskussion um die Deflation zu beenden?
Es gibt viele die das ganz anders sehen wie Herr Noyer.
Hier ist wider einer der dem deutschen Bürger weiterhin die Unwahrheit zu erzählen hat.
Jeder normaldenkende Mensch, sollte auf keinen dieser Experten hören, denn sie Belügen uns alle.

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