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10.04.2016

22:29 Uhr

Geldpolitik

IWF hält negative Zinsen für sinnvoll

Die expansive Geldpolitik von Notenbanken wie der Bank of Japan und der EZB bewerten Kritiker als Zeichen der Verzweiflung. Der Internationale Währungsfonds sieht das anders. Er unterstützt vorübergehend negative Zinsen.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) sind beim Thema Negativzinsen einer Meinung. AFP; Files; Francois Guillot

Lagarde und Draghi

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) sind beim Thema Negativzinsen einer Meinung.

WashingtonDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Einführung von Negativzinsen durch einige Notenbanken unterstützt. Ein solcher Schritt könne dabei helfen, einen zusätzlichen monetären Stimulus zu liefern und die Darlehensbedingungen zu erleichtern, erklärte der IWF am Sonntag. Sechs Notenbanken haben bereits Negativzinsen eingeführt, darunter die Europäische Zentralbank (EZB) und die Zentralbank Japans.

Der IWF räumte ein, dass es nur begrenzte Erfahrungen mit Negativzinsen gibt. Dennoch könnten sie hilfreich sein sowie die Nachfrage und die Preisstabilität unterstützen, schrieb der IWF-Direktor für Geld- und Kapitalmärkte, Jose Vinals, in einer Analyse. Sie wurde vor dem IWF-Treffen nächste Woche in Washington veröffentlicht.

Kritiker der Negativzinsen bewerten diese als Zeichen der Verzweiflung. Notwendig seien eher höhere Staatsausgaben als eine weitere Lockerung der Geldpolitik, lautet ihr Argument. Sie befürchten außerdem, dass der Wirtschaft durch Negativzinsen geschadet werde, weil die Gefahr von Blasen bei Finanzanlagen wachse und die Gewinnmargen der Banken gedrückt würden.

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Der IWF warnte zugleich, dass es Grenzen für die Wirksamkeit von Negativzinsen gebe. Blieben sie zu lange im negativen Bereich würden der Bargeldverkehr zunehmen und damit die geldpolitischen Maßnahmen untergraben. Auch Lebensversicherer, Pensionen und die Ersparnisse der Bürger würden gefährdet.

Von

rtr

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