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19.06.2014

08:57 Uhr

Geldpolitik

Jain zweifelt an der EZB

Er wolle nicht undankbar klingen, sagt Anshu Jain. Doch zufrieden ist der Chef der Deutschen Bank offenbar nicht mit der EZB. Im Vergleich zur Fed in den USA sei die Geldpolitik in der Euro-Zone wenig wirksam.

Anshu Jain, Co-Chef der Deutschen Bank: Beschränkte Instrumente der Europäischen Zentralbank. Reuters

Anshu Jain, Co-Chef der Deutschen Bank: Beschränkte Instrumente der Europäischen Zentralbank.

BerlinAnshu Jain, Co-Chef der Deutschen Bank, hält die geldpolitischen Instrumente der der Europäischen Zentralbank (EZB) für wenig wirksam. Dagegen seien die Maßnahmen der Federal Reserve in den USA besser geeignet, um das Wirtschaftswachstum anzutreiben. „Die Werkzeuge, die der EZB zur Verfügung stehen, sind möglicherweise nicht so allumfassend oder so wirksam, wie es die quantitative Lockerung der USA war“, erklärte Jain am Mittwoch in Berlin.
Jain zufolge ist die Fed den US-Immobilienmarkt direkt mit ihren teuren Maßnahmen angegangen. Europa hingegen sei von der Kreditvergabe durch Banken abhängig – was bei geringem Vertrauen der Banken untereinander und sinkendem Appetit auf Kredite Unterstützung erschwere.
EZB-Chef Mario Draghi hatte in diesem Monat den Einlagensatz auf minus 0,1 Prozent gesenkt. Damit führte erstmals eine bedeutende Zentralbank einen ihrer Zinssätze unter null. Um den Kreditfluss in den Teil der Wirtschaft zu lenken, der diesen benötigt, eröffnete die EZB auch einen 400 Milliarden Euro schweren, an die Kreditvergabe der Banken gebundenen Liquiditätskanal. Außerdem werden die Währungshüter mit Arbeiten zum Ankauf von Aktiva beginnen.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

„Ich möchte nicht undankbar gegenüber der EZB klingen“, sagte Jain. Er lobte die EZB für ihren Beitrag zur Stabilisierung der Euro-Zone, verwies jedoch auf die strukturellen Unterschiede in den jeweiligen Volkswirtschaften. „Die Schritte der quantitativen Lockerung, die in den USA funktionierten, lassen sich vielleicht nicht auf Europa übertragen.“ Die EZB habe das getan, was sie tun konnte, aber dieser Staffelstab müsse weitergereicht werden.
Eine Verschlechterung der Konjunkturperspektiven und eine längere Phase niedriger Inflation hatte die EZB zum Handeln bewogen, um der zerbrechlichen Konjunkturerholung im Euroraum zu begegnen. Die bereits lockere Geldpolitik der EZB war längst nicht in allen Segmenten der aus 18 Ländern bestehenden Währungsgemeinschaft angekommen.

Kommentare (6)

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19.06.2014, 10:15 Uhr

na da spricht ja gerade der richtige, gell?

Account gelöscht!

19.06.2014, 10:35 Uhr

Draghi bricht alle geltenden Verträge, die sind ihm schnuppe,er verschenkt HEROIN-Geld für Süchtige, bis alles zusammenbricht. Er dient nur Goldman Sachs und den "hungrigen Aktienmärkten".

Goldesel und Dealer in einem ist er.

Account gelöscht!

19.06.2014, 10:37 Uhr

Gott sei Dank kann Draghi keine "EURO-Bonds" als Anleihen ausgeben. Er ist auf neue Verschuldungs-Spiralen der Süd-Staaten in Europa angewiesen um neu-gedrucktes Geld in Umlauf zu bringen zu Lasten der Steuerzahler (tax-payer) und zu Lasten der Jugend (next generation).

STOPPT DRAGHI !

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