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19.12.2014

08:50 Uhr

Geldpolitik

Japans Notenbank lässt die Geldschleusen weit offen

Die japanische Notenbank bleibt ihrem Kurs treu. Nach dem Wahlsieg von Ministerpräsident Shinzo Abe flutet sie die Märkte weiterhin mit Geld. Die Entscheidung fiel allerdings nicht einstimmig aus.

Ministerpräsident Shinzo Abe hat die Wiederwahl gewonnen. Die Notenbank macht deshalb weiter wie bisher. Reuters

Ministerpräsident Shinzo Abe hat die Wiederwahl gewonnen. Die Notenbank macht deshalb weiter wie bisher.

TokioDie japanische Notenbank hat bei ihrer ersten Sitzung nach dem Wahlsieg von Ministerpräsident Shinzo Abe ihren geldpolitischen Kurs bekräftigt. Die Bank of Japan (BOJ) wird damit weiterhin Staatsanleihen und riskantere Wertpapiere in großem Stil kaufen, um die Konjunktur zu stützen. Die Entscheidung vom Freitag fiel allerdings nicht einstimmig, einer der neun Notenbank-Mitglieder votierte dagegen. Zugleich zeichnete die Zentralbank ein etwas positiveres Bild der Wirtschaftsaussichten.

Die japanische Notenbank hatte im Oktober überraschend verkündet, dass sie ihre Geldbasis - der Bestand an Bargeld und Einlagen bei der Zentralbank - durch Anleihen- und Wertpapierkäufe um jährlich 80 Billionen Yen (682 Milliarden Euro) erhöhten wolle. Hintergrund war eine Anhebung der Mehrwertsteuer von fünf auf acht Prozent mit der Folge, dass die Verbraucher ihre Ausgaben drosselten und die nach den USA und China drittgrößte Volkswirtschaft der Welt in den beiden vergangenen Quartalen schrumpfte.

Eckpunkte der neuen japanischen Geldpolitik

Festes Inflationsziel

Die Bank von Japan legt sich fest: Innerhalb von zwei Jahren wird sie eine Inflationsrate von zwei Prozent erreichen.

Verdoppelung der Geldbasis

Die Geldbasis soll von jetzt 138 Billionen Yen auf 270 Billionen Yen im Jahr 2014 steigen. Umgerechnet geht es um eine Steigerung von 1,05 Billionen Euro auf 2,05 Billionen Euro.

Kauf von Staatsanleihen

Die Bank von Japan will 77 Prozent des frischen Zentralbankgelds in Staatsanleihen mit langer Laufzeit investieren. Die durchschnittliche Laufzeit ihrer Staatsanleihen soll von drei auf sieben Jahre steigen.

Dauer der Maßnahmen

Die Zentralbank legt sich darauf fest, so lange an der expansiven Geldpolitik festzuhalten, bis sie ihr Inflationsziel erreicht hat.

Aussetzung des Banknoten-Prinzips

Die Bank von Japan setzt zeitweilig das Banknoten-Prinzip außer Kraft, wonach sie nicht den Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten überschreiten darf.

Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen konnte sich Abe mit seiner Regierungskoalition dann aber eine Zweidrittelmehrheit im Abgeordnetenhaus sichern. Er sprach anschließend von einer Bestätigung seines Wirtschaftskurses.

Von

rtr

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