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03.11.2016

13:17 Uhr

Geldpolitik nach Brexit

Bank of England rührt Zinsen nicht an

Bisher steckt die Wirtschaft Britanniens den im Referendum beschlossenen Brexit-Entscheid gut weg. Die rekordniedrigen Zinsen lassen die Währungshüter daher unberührt, um im Notfall besser reagieren zu können.

Die Hüter des Pfunds lassen alles beim Alten. Reuters

Die Bank of England in London

Die Hüter des Pfunds lassen alles beim Alten.

LondonAngesichts des bislang gut verarbeiteten Brexit-Schocks verzichtet die Bank of England auf neuerliche Konjunkturspritzen. Sie beließ den Umfang ihres Anleihen-Kaufprogramms am Donnerstag bei 435 Milliarden Pfund , was 481,6 Milliarden Euro entspricht, und tastete zugleich den historisch niedrigen Leitzins nicht an. Die Entscheidung fiel einstimmig. Die Währungshüter hatten den Schlüsselzins im August unter dem Eindruck der ersten negativen wirtschaftlichen Auswirkungen des EU-Austrittsvotums auf 0,25 Prozent gesenkt. Da sich die Wirtschaft danach aber als überraschend robust erwies, wurde nun auf eine weitere Kappung verzichtet.

Seit dem Anti-EU-Referendum von Ende Juni ist das Pfund auf Talfahrt gegangen und hat über teurere Energie-Importe für einen Preisauftrieb gesorgt. Die Währungshüter erwarten nun, dass die Inflation bereits innerhalb eines Jahres auf 2,7 Prozent ansteigen wird. Damit würde sie weit stärker ausfallen, als es der Notenbank lieb sein kann.

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Acht statt fünf Jahre an der Spitze: Mark Karney, der Chef der Bank of England, will offenbar länger als geplant weitermachen. Wie der „Rockstar der Geldpolitik“ die britische Wirtschaft durch den Brexit lotsen will.

Denn sie peilt einen Wert von 2,0 Prozent an. Die Notenbank, die zuletzt mit einer neuerlichen Kappung der Zinsen geliebäugelt hatte, will sich nun alle Optionen offenhalten, um auf die weitere Entwicklung zu reagieren. Dabei schloss sie weder einen Schritt nach oben noch nach unten aus.

Die neue britische Regierungschefin Theresa May will den offiziellen Antrag zum Austritt aus der Europäischen Union bis Ende März einreichen und dann Gespräche mit der EU beginnen. Ein Londoner Gericht entschied nun jedoch, dass sie zuvor die Zustimmung des Parlaments einholen muss. Diese gilt nicht als sicher. Fachleute gehen davon aus, dass die Verunsicherung über die künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU die Konjunktur in beiden Wirtschaftsräumen bremst.

Von

rtr

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