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18.06.2014

11:36 Uhr

Geldpolitik

Spanier wehren EU-Kritik an Zentralbank ab

„Sündenbock“ oder Retter in der Not? Der Bankensektor auf der iberischen Halbinsel wehrt sich gegen Vorwürfe der EU-Kommission an der spanischen Zentralbank. Die Madrider Institution habe keine Fehler begangen.

Spanien und die spanische Euro-Münze: Spaniens Bankensektor verteidigt die Haltung der spanischen Zentralbank während der Eurokrise. dpa

Spanien und die spanische Euro-Münze: Spaniens Bankensektor verteidigt die Haltung der spanischen Zentralbank während der Eurokrise.

MadridSpaniens Bankensektor hat die Zentralbank des Landes gegen Vorwürfe der EU-Kommission im Zusammenhang mit der Finanzkrise in Schutz genommen. „Es ist nicht angebracht, Sündenböcke zu suchen“, sagte der Präsident der Großbank Bankia, José Ignacio Goirigolzarri. „Die Krise der spanischen Banken hatte damit begonnen, dass die EU-Behörden eine laxe Politik verfolgten.“ Andere Bankiers äußerten sich ähnlich.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte der Madrider Zentralbank vorgehalten, „bedeutende Fehler“ bei der Überwachung der spanischen Geldinstitute begangen zu haben. „Immer wenn die EU-Kommission die Spanier nach der Lage der Banken und Sparkassen fragte, kam die Antwort, dass alles perfekt sei“, hatte Barroso auf einem Wirtschaftstreffen in Santander (Nordspanien) gesagt.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Die Madrider Zeitung „El País“ hielt dem Kommissionspräsidenten am Mittwoch vor, mit seinen Vorwürfen davon abzulenken, dass die EU zu spät auf die Krise reagiert habe. „Die spanische Zentralbank hat Fehler gemacht, aber die Krise nicht ausgelöst“, betonte das angesehene Blatt in einem Leitartikel. Spanien hatte zur Sanierung maroder Banken von der EU Hilfskredite in Höhe von rund 40 Milliarden Euro in Anspruch nehmen müssen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

18.06.2014, 12:39 Uhr

Nichts dazu gelernt, das lässt nichts Gutes hoffen für die Zukunft ... das sehen Insider ähnlich ... http://www.arte.tv/guide/de/048858-000/der-banker-master-of-the-universe?autoplay=1

Account gelöscht!

20.06.2014, 11:40 Uhr

erstaunlich, die haben keine Fehler gemacht? warum sind die dann Bankrott? hahaha

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