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10.06.2014

15:00 Uhr

Geldpolitik

Weidmann sieht Risiken des EZB-Pakets

Bundesbank-Chef Jens Weidmann warnt vor Verzerrungen des Marktes durch die geldpolitischen Maßnahmen der EZB. Dennoch habe die Zentralbank ihren Beitrag zur Lösung der Finanzprobleme in Europa geleistet.

Jens Weidmann: Das Eurosystem müsse aufpassen, nicht zu sehr in der Markt einzugreifen. AFP

Jens Weidmann: Das Eurosystem müsse aufpassen, nicht zu sehr in der Markt einzugreifen.

BerlinBundesbank-Präsident Jens Weidmann sieht durchaus Risiken durch das geldpolitische Lockerungspaket der Europäischen Zentralbank (EZB). „Sie haben recht, das Eurosystem muss aufpassen, nicht zu sehr in Marktprozesse einzugreifen und auf diese Weise schädliche Verzerrungen zu erzeugen“, warnte er in der „Börsen-Zeitung“ vom Montag. Zwar seien Vorkehrungen dagegen getroffen, doch könne das Maßnahmenbündel „Übertreibungen an den Finanz- und Immobilienmärkten begünstigen“, ergänzte er.

„Deswegen haben wir um die Ausgestaltung des Pakets gerungen und müssen wachsam bleiben“. Weidmann nannte die EZB-Entscheidungen einen Weckruf an die Politik. „Die Geldpolitik hat ihren Beitrag geleistet“, sagte er mit Blick auf die Behebung ökonomischer Probleme in einigen Teilen der Euro-Zone. Zugleich sprach er sich dagegen aus, jetzt schon die nächste Lockerungsrunde einzuläuten.

Mario Draghi in Zitaten

Amtsantritt am 3.November 2011 in Frankfurt

„Wir werden von niemandem gedrängt. Wir sind unabhängig. Wir bilden uns unsere eigene Meinung.“

26. Juli 2012 in London

„Die EZB ist bereit, im Rahmen ihres Mandats alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir: Es wird genug sein.“

EZB-Sitzung am 4. Juli 2013

„Der EZB-Rat erwartet, dass die Zinssätze der EZB für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen Niveau oder darunter bleiben werden.“

Nach der Leitzinssenkung am 7. November 2013

„Wenn wir Deflation verstehen als einen weit verbreiteten Verfall von Preisen in vielen Warengruppen und in mehreren Ländern – das sehen wir nicht.“

Gespräch mit Altkanzler Schmidt am 7. November 2013

„Ich bin sehr bewegt von Helmut Schmidts Worten und sollte dafür wirklich dankbar sein. Komplimente sind Mangelware in diesen Tagen.“

EZB-Sitzung am 3. April 2014

„Der EZB-Rat ist sich einig, dass die EZB gegebenenfalls auch weitere unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen ihres Mandats einsetzen wird, um die Risiken einer zu langen Periode niedriger Inflationsraten in den Griff zu bekommen.“

EZB-Sitzung am 8. Mai 2014

„Der EZB-Rat fühlt sich wohl damit, beim nächsten Mal zu handeln.“

EZB-Konferenz am 26. Mai 2014

„Wir werden nicht zulassen, dass die Inflation zu lange auf zu niedrigem Niveau bleibt.“

EZB-Sitzung am 5. Juni 2014

„Die Sorgen der Sparer sollten ernst genommen werden.“

Ein anderer Vertreter der EZB weist Kritik aus Deutschland an ihren jüngsten geldpolitischen Beschlüssen deutlicher zurück. Die Entscheidungen in der vergangenen Woche lägen „exakt innerhalb“ des Mandats der EZB, sagte EZB-Direktor Benoit Coeure am Dienstag in Frankfurt. Alle Mitglieder des EZB-Rats, dem neben Präsident Mario Draghi, seinem Stellverteter Vitor Constancio und vier weiteren EZB-Direktoren auch die nationalen Notenbankchefs der 18 Euro-Länder angehören, seien sich einig, dass die Grenzen der Geldpolitik nicht überschritten worden seien, die EZB keine Wirtschaftspolitik betreibe und damit auch nicht ihr Mandat überschreite.

Die EZB hatte in der vergangenen Woche ihre Geldpolitik noch einmal gelockert und dabei den Leitzins auf 0,15 Prozent gesenkt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

10.06.2014, 17:31 Uhr

so so, der sieht also Risiken? warum war er für den ESM?

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