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21.06.2013

11:49 Uhr

Geldspritze

Chinas Zentralbank kämpft gegen Kreditklemme

Pekings Notenbank reagiert auf Probleme der Banken und gibt mehr Geld in den Markt. Der starke Anstieg der Zinsen für Kredite zwischen den Banken wird damit zunächst gebremst - doch die Unsicherheit der Märkte bleibt.

Die straffere Geldpolitik bringt Chinas Banken in Bedrängnis: Ein Kunde der Agricultural Bank of China. Reuters

Die straffere Geldpolitik bringt Chinas Banken in Bedrängnis: Ein Kunde der Agricultural Bank of China.

Peking/ShanghaiIn China wächst die Furcht vor einer Finanzkrise. Die Zinsen für kurzfristige Darlehen schossen am Freitag zeitweise auf satte 25 Prozent in die Höhe. Ausgelöst wurde dies von der Weigerung der Zentralbank, den Markt mit Geld zu fluten. Die Banken versuchten deshalb, sich bei anderen Geldhäusern einzudecken. Die starke Nachfrage trieb die Zinsen nach oben. Diese fielen dann aber wieder unter die Marke von zehn Prozent, nachdem Gerüchte über Geldspritzen der Zentralbank die Runde machten.

Die chinesische Zentralbank (PBOC) habe bestimmten Banken durch Pensionsgeschäfte Kapital zugeführt, meldet der chinesische Finanzdienst Hexun unter Berufung auf Notenbankkreise. Hao Hong, China-Stratege der Bank of Communications Co. in Hong Kong sagte gegenüber Bloomberg: Die PBOC habe dem Finanzsystem gestern durch kurzfristige Liquiditätsoperationen Kapital zugeführt. Die PBOC hat dies bisher nicht kommentiert.

"Das schlimmste ist vorbei. Die PBOC wird wahrscheinlich als letzte Option einspringen um die Märkte zu beruhigen und starke Schwankungen zu vermeiden.", sagte Chen Qi, Zinsstratege bei UBS in Shanghai, gegenüber Bloomberg.

Nachdem in den vergangenen zwei Wochen mehrfach mehrfach systemweit die Liquidität knapp geworden sind, leihen sich die Institute nur noch ungern gegenseitig Geld. Die Interbankenrate, der Zinssatz für Geldgeschäfte zwischen Banken, ist seitdem von unter vier Prozent auf über fünf Prozent hochgeschossen. „Die Liquidität ist dramatisch knapper geworden“, sagt Ökonom Zhang Zhiwei vom Investmenthaus Nomura. „Das stark schuldenfinanzierte Finanzsystem steht vor einer Phase der Konsolidierung.“

Zudem dürfte auch der sich anbahnende Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik in den USA Auswirkungen auf die Zinsen in China und anderen Schwellenländern haben. Vor kurzem hatte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim energische Maßnahmen internationaler Geldgeber gefordert, um die Versorgung der Schwellenländern mit bezahlbaren Krediten sicherzustellen. Das Wachstum dürfe nicht abgewürgt werden, wenn Staaten wie die USA ihre Geldpolitik änderten, sagte Kim am Donnerstag in Berlin. Allein in den sogenannten BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China gebe es einen Finanzierungsbedarf für Infrastrukturprojekte von 4,5 Billionen Dollar in den kommenden fünf Jahren. "Die Frage ist: Wenn die Staaten schon in Zeiten sehr niedriger Zinsen Probleme bei der langfristigen Finanzierung haben - was passiert, wenn die Lockerung der Geldpolitik langsam zu Ende geht oder sogar stoppt?", fragte er.

Kommentare (2)

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21.06.2013, 21:41 Uhr

Ich bin ja mal gespannt wie die FED oder auch die EZB die Liquidität zurück fahren will ohne dass die Banken kollabieren. Man hat sich doch mit Niedrigzinspolitik und der ungezügelten Geldschwemme inzwischen soweit ins Abseits manövriert dass es kein Weg zurück gibt. Der Punkt "of no return" ist längst überschritten und alle Experten wissen das, nur keiner traut sich das zu sagen. Es wird schlimm enden.

Chris

22.06.2013, 11:38 Uhr

Bin der selben Meinung. Da wird Geld für 2% verliehen aber das Risiko bei einer Immobilienblase ist weit höher wie der Verdienst für diesen Zeitraum.

Es wird wieder Zeit, dass Geld auch was kostet und nicht zum "Nulltarif" vergeben wird.

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