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17.06.2012

09:57 Uhr

Geldstrategie

So bringt Ihr Vermögen vier Prozent

Wer der Inflation entgehen will, muss durchschnittlich etwa vier Prozent Rendite erzielen. Anleger müssen dafür nicht mal ein großes Risiko gehen - sie dürfen nur nicht auf Sparbücher und Staatsanleihen setzen.

Wer sein Geld im Sparschwein aufbewahrt, muss mit einem Vermögensverlust rechnen. dpa

Wer sein Geld im Sparschwein aufbewahrt, muss mit einem Vermögensverlust rechnen.

Düsseldorf/FrankfurtHauptsache kein Geld verlieren! Das ist die eherne Regel des deutschen Anlegers. Durch die europäische Schulden- und Währungskrise hat dieser Grundsatz noch an Bedeutung gewonnen. Doch wie ambitioniert dieses bescheiden anmutende Ziel tatsächlich ist, wurde zuletzt wieder deutlich: An den Aktienbörsen herrscht kein klarer Trend - politische Entscheidungen dominieren die Märkte, die Kurse fahren Achterbahn. Die Notierungen der vor kurzem noch als clevere Anlagealternative gepriesenen Rohstoffe und Edelmetalle enttäuschen. Staatsanleihen der meisten europäischen Länder sind zu Risikoinvestments mutiert, die selbst Profis nur noch mit spitzen Fingern anfassen - wenn überhaupt.

Das Resultat: Investoren machen zunehmend einen Bogen um die Anlagemärkte und ziehen ihr Geld auch aus vielen Fonds ab. Allein im April sind hierzulande 6,7 Milliarden Euro aus Publikumsfonds abgeflossen. Einen Großteil ihres Vermögens horten die Deutschen lieber wie eh und je auf Spar- oder Girokonten oder in bar unter dem Kopfkissen. Knapp zwei Billionen Euro waren es im vergangenen Jahr. Rund 608 Milliarden Euro und damit rund ein Drittel davon waren Spareinlagen, wie die Bundesbank berechnet hat. Die Hoffnung der Investoren: Dort sind die Zinsen zwar niedrig - nach Angaben der FMH Finanzberatung werden beispielsweise Guthaben auf Sparbüchern mit durchschnittlich nur 0,6 Prozent verzinst. Aber dafür ist das Vermögen vermeintlich verlustsicher aufgehoben.

Für Experten ein gefährlicher Trugschluss: „Private Anleger ignorieren das Risiko negativer Realrenditen“, sagt Markus Steinbeis, Leiter des Fondsmanagements beim renommierten Münchener Vermögensverwalter Huber, Reuss & Kollegen. „Denn entscheidend ist, das Vermögen nicht nur nominal zu erhalten, sondern auch die Kaufkraft des Portfolios zu sichern.“ Doch schon jetzt beträgt die Inflationsrate in Deutschland 1,9 Prozent, zwischenzeitlich lag sie bereits deutlich darüber. Und die meisten Ökonomen sehen dieses Niveau eher als Unter- denn als Obergrenze für die Zukunft an: „Drei bis vier Prozent Inflation im Euro-Raum sind realistisch - wobei die Inflationsrate in Deutschland höher sein dürfte als in den Südländern“, erwartet beispielsweise der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer.

Für langfristig orientierte Sparer ist das fatal: Wer bei solchen Teuerungsraten sein Vermögen zu einem Magerzins von 0,6 Prozent „in Sicherheit“ bringt, hat nach einer Dekade etwa ein Viertel seines Geldes vernichtet. Noch schlechter fällt die Bilanz aus, falls auf die dürftigen Zinserträge auch noch eine Abgeltungsteuer fällig wird. Wenn also die jährlichen Kapitalerträge des Anlegers den sogenannten Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro bei Ledigen und 1 602 Euro bei Verheirateten im Jahr übersteigen.

Kommentare (12)

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Petra

17.06.2012, 10:29 Uhr

De Dividenden sollten steigen. Das ist richtig. Die Dividenden sollten aber auch aus den laufenden Gewinnen bezahlt werden, und nicht wie bei der Telekom aus der Substanz! Werden mehr Dividenden ausbezahlt als Gewinne anfallen, ist es nur ein Frage der Zeit bis das Kartenhaus zusammenbricht!

Ben

17.06.2012, 11:10 Uhr

Wieder mal das übliche Dummblabla.....

Account gelöscht!

17.06.2012, 11:34 Uhr

Das HB sollte den Mut haben, den sich abzeichenden nominalen Vermögensverlust der breiten Masse in Deutschland als gegeben hinnehmen und nicht Verbalakrobatik zugunsten der Finanzindustrie machen.

Ob die reale Kaufkraft der breiten Masse auch entsprechend sinken wird, ist wahrscheinlich, aber keineswegs sicher.

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