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05.01.2017

18:30 Uhr

Geldvermögen

Gut gespart, schlecht angelegt

VonJessica Schwarzer

Das Vermögen der Deutschen ist auch 2016 wieder gestiegen, allerdings langsamer als im Jahr zuvor, zeigt eine Studie. Und das, obwohl die Deutschen immer mehr sparen. Dieser Trend dürfte anhalten. 

Ein zerbrochenes Sparschwein mit Euro-Geldstücken: Trotz einer hohen Sparquote schwächst das Wachstum der Vermögensbestände der privaten Haushalte ab. dpa

Sparen

Ein zerbrochenes Sparschwein mit Euro-Geldstücken: Trotz einer hohen Sparquote schwächst das Wachstum der Vermögensbestände der privaten Haushalte ab.

DüsseldorfDas Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland ist auch im vergangenen Jahr wieder größer geworden. Vorläufigen Berechnungen der DZ Bank zufolge ist es um rund 230 Milliarden Euro auf 5,7 Billionen Euro gestiegen - ein Plus von 4,1 Prozent. 

Eigentlich eine gute Nachricht angesichts des anspruchsvollen, um nicht zu sagen negativen Umfelds für die private Geldanlage. Extrem niedrige Zinsen machten den deutschen Sparern auch 2016 zu schaffen. Die Rendite von Bankeinlagen tendierte gegen Null und die Rendite sehr sicherer Anleihen war zeitweise sogar negativ. An den Aktienmärkten lief es zwar deutlich besser, aber auch hier standen die Kurse über weite Zeit des Jahres unter Wasser. Erst die Jahresendrally im Dezember brachte die erhofften Kursgewinne - einer der „wenigen Lichtblicke des Anlagejahres 2016“, schreibt Ökonom Michael Stappel von der DZ Bank. 

Das Geldvermögen privater Haushalte

Vermögen privater Haushalte

Nach vorläufigen Berechnungen der DZ Bank dürfte die Geldvermögensbestände der privaten Haushalte in Deutschland 2016 um rund 230 Milliarden Euro auf 5,7 Billionen Euro gestiegen sein.

Quelle: DZ Bank

Vermögenszuwachs

Damit ist das Geldvermögen der Deutschen um 4,1 Prozent gestiegen. Im Jahr zuvor waren es noch 4,8 Prozent. Dieser Trend dürfte anhalten.

Sparquote

Die Sparquote dürfte 2016 auf 9,8 Prozent gestiegen sein.

Sachvermögen

Die Sachvermögensbildung in Immobilien gewinnt im Vergleich zur Geldvermögensbildung an Bedeutung. Investments in Aktien und Aktienfonds bleiben gering.

Ausblick

Die DZ Bank rechnet mit einem weiter abgeschwächten Wachstum der Geldvermögensbestände der privaten Haushalte in Deutschland von 3,8 Prozent auf knapp sechs Billionen Euro bis Ende 2017.

Die Kursgewinne bei Aktien haben mit immerhin rund 44 Milliarden Euro zu der positiven Entwicklung des Geldvermögens beigetragen. Allein der Dax schaffte es - allen Schwankungen zum Trotz und der Jahresendrally sei Dank - 2016 auf ein Plus von 6,9 Prozent. Andere Indizes schnitten noch viel besser ab. Renditen, von den Sparer nur träumen können.

Doch die meisten deutschen Anleger meiden die Börse. „Im internationalen Vergleich sind deutsche Privatanleger eher risikoscheu“, so Stappel. Nur gut neun Millionen Aktionäre und Aktienfondsbesitzer zählt das Deutsche Aktieninstitut (DAI). Das sind rund 14 Prozent der Bevölkerung. Alle anderen lassen die Finger von dieser Anlageform. Zu riskant oder/und nur was für Profis lautet das allgemeine Vorurteil. Doch langfristig sind Aktien die renditestärkste Anlageklasse überhaupt. Das hat sogar die Bundesbank höchstamtlich in einem ihrer Monatsberichte festgestellt.

Die Deutschen sparen aber lieber, als ihr Geld zu investieren, also es arbeiten zu lassen. Die Folgen davon zeigt die Studie der DZ Bank sehr eindrucksvoll. Das Geldvermögen mag 2016 wieder um 4,1 Prozent gewachsen sein, doch im Jahr zuvor war es noch um 4,8 Prozent gestiegen. Ein recht deutlicher Rückgang. Und das, obwohl die Deutschen in den vergangenen zwölf Monaten wieder fleißig gespart gehaben. Noch fleißiger als im Jahr zuvor sogar: Die Sparquote dürfte der DZ Bank zufolge leicht auf 9,8 Prozent angestiegen sein.

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