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19.09.2013

14:20 Uhr

Genossenschaftsanteile

Gemeinsam wirtschaften liefert stetige Erträge

VonSusanne Bergius

Genossenschaftsanteile als Geldanlage bringen klare Vorteile. Sie sind zwar teils illiquide, aber sicher. Die Finanz- und Schuldenkrise hat den Trend zu Genossenschaftsgründungen verstärkt.

Außenansicht des Gebäudes der GLS in Bochum: Die nachhaltige, genossenschaftliche Bank schüttet eine Dividende von bis zu vier Prozent aus. dpa

Außenansicht des Gebäudes der GLS in Bochum: Die nachhaltige, genossenschaftliche Bank schüttet eine Dividende von bis zu vier Prozent aus.

BerlinEine Flasche nach der anderen füllt sich mit Obstsäften. Das Obst kommt aus den umliegenden Gärten am Ammersee. Bis vor eineinhalb Jahren gehörte alles einem Familienunternehmen. Heute stellen Privatanleger die Säfte gemeinsam her.

Das kam so: Angesichts der seit der Finanzkrise für Mittelständler schwierigen Kreditaufnahme wollte sich Perger, Hersteller von Bio-Säften und Getränken, von Banken unabhängig machen und vor Übernahmen schützen. Darum entstand im März 2012 die Perger Genossenschaft - sie übernimmt sukzessive das Familienunternehmen.

Ab 500 Euro für einen Anteil kann man Mitglied werden, jedes Mitglied hat unabhängig vom Kapital gleich viele Stimmen und Rechte. Die Genossenschaft stellt eine Verzinsung von etwa vier Prozent in Aussicht. Das Konzept geht auf: Bis Mitte August 2013 fanden sich bereits 402 Mitglieder, die rund 1,75 Millionen Euro an Kapital einbrachten, wie das „Handelsblatt Business Briefing Nachhaltige Investments“ erfuhr. Damit gelangten nacheinander die Marke, der Vertrieb (Kundenstamm), der Hofladen und große Teile der Kelterei (Pressen, Tanklager und Lager) aus dem Familieneigentum in das Genossenschaftseigentum. Bis Herbst 2013 soll der Obstanbau auf ca. 55 ha oder die Betriebsfläche folgen. Johannes von Perger, Sohn des Gründers, ist Vorstand, Enkel Jakob arbeitet mit.

Vier Prozent Zinsen peilt auch die vor einem Jahr gegründete „Maro Genossenschaft“ in Ohlstadt an. Sie will Anleger gewinnen und nicht nur Bewohner der geplanten Mehrgenerationenhäuser in Süddeutschland. „Die Genossenschaft will Bürger und Kommunen beim Aufbau barrierefreier Wohnprojekte unterstützen“, so Projektentwickler Martin Okrslar. Ihn motivierten private Erfahrungen: „Es kann nicht sein, dass ich im Alter einen Sack voll Geld brauche, um in Würde leben zu können.“

Für ein Projekt in Weilheim ist ein Optionsvertrag für den Grundstückskauf unterschrieben. Der aktive Vertrieb der Genossenschaftsanteile begann im April - Mitte August waren bereits 830 Anteile für 416.500 Euro von regionalen Anlegern gezeichnet. Weitere 406.000 Euro soll der überregionale Verkauf ab September erbringen. Ein Einstieg ist ab 10.000 Euro und bis 300.000 Euro möglich.

Mieteinnahmen sollen jährliche Dividenden generieren. Ein bisschen Geduld müssen Anleger aber aufbringen: Bis genügend Einnahmen fließen, gibt es nur den Zinssatz des Tagesgeldkontos. „Für jedes Projekt benötigen wir neues Kapital“, sagt Okrslar. Die Nachfrage der Kommunen sei sehr groß, ab 2014 sei mit vier Projekten jährlich zu rechnen. Eine Kommune sei selbst Genossenschaftsmitglied geworden, um Bürgen mitzuziehen

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