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12.04.2012

14:56 Uhr

George Soros

Der alte Mann und die Krise

VonTorsten Riecke, Rüdiger Scheidges

Multi-Milliardär George Soros fürchtet, dass sich das Schicksal des Euro in den nächsten zwei Wochen zum Schlechten wendet. Nicht nur der Euro sondern auch die Europäische Union wären dann gefährdet.

George Soros will, dass die Bundesregierung ihren Kurs in der Finanzkrise ändert. dapd

George Soros will, dass die Bundesregierung ihren Kurs in der Finanzkrise ändert.

BerlinDer so beharrlich lächelnde kleine Mann formuliert nicht wegen seiner 81 Jahre so bedächtig. Er, der Großspekulant, ist auf der Hut: „Ich habe mal gesagt: „Merkel versteht es einfach nicht. Da war die Aufregung groß!“ Das will er nicht wiederholen.

George Soros, der mit Währungsspekulationen Milliarden gemacht hat. Er ist nach Deutschland gekommen, um die skeptische deutsche Öffentlichkeit und ihre Kanzlerin zu überzeugen, in der Euro-Krise den Kurs zu wechseln. Andernfalls würde er gerade heraus poltern: „Das Hauptproblem ist die Bundesbank.“ Denn Merkel, so gibt er mit einem Lächeln zu verstehen, nutze in der Bundesbank eine Denkfabrik, die sich einem überalterten, monetären Dogma verschrieben habe, in dem Europa nur eine ökonomische, aber keine politische Dimension zukomme.

Im taubenblauen Anzug mit blauer Rosettenkrawatte und weißem Hemd ein wenig müde redend schiebt er sich Schokolade in den Mund. Den wohl dosierten „sugar-rush“ braucht er nach einem Interview-Marathon und der damit verbundenen Werbetour für sein neues Buch, das er in Deutschland vorgestellt hat: „Gedanken und Lösungsvorschläge zum Finanzchaos in Europa und Amerika.“ Darin hat der umtriebige Finanzmissionar seine wichtigsten Gedanken zur Dauerkrise zusammengefasst. „Nein, die Euro-Krise ist nicht vorbei“, sagt er, „sie wird sogar noch schlimmer.“ Auch wenn Merkel und EZB-Chef Draghi gerade das Gegenteil behauptet haben.

Kommentare (67)

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12.04.2012, 15:40 Uhr

Mit dem ESM verliert Deutschland seine Souveränität. Genau das wollen Soros und die Südländer. Das darf nicht passieren ! Am besten jetzt Aktien kaufen, die mit DM auch wieder wertvoll sein werden ! Zykliker, Versorger. Und hoffen, Sarkozy kommt wieder dran Anfang Mai, die Griechen wählen eine Anti-Spar-Regierung. Dann ist der EURO am Ende.

Pro-D

12.04.2012, 15:59 Uhr

ha ha ha

?? Deutschland und seine Souveränität ????

Scherzkeks, schon mal sich SHAEF oder die UN-Charta zu Deutschland Durchgelesen ??

pks

12.04.2012, 16:03 Uhr

Herr Soros hat viele gute Absichten, die sich stets auch mit seinen eigenen Ambitionen und Finanzspekulationen vermischen. Er hat vermutlich mit einigen Milliarden gegen den Euro spekuliert und muss nun durch Angstmacherei den Kurs drücken damit seine Rechnung aufgeht. Wenn er wenigsten sagen würde, dass das aufpäpeln Griechenlands ein Milliardengrab ist, das man durch geordnete Insolvenz und Rückkehr zur Drachme hätte vermeiden müssen, und dadurch den Euro und letzlich den Prozess der finanzpolitischen Einigung in Europa beschleunigt hätte, dann würde man seine Mahnungen als auf mehr Sachlichkeit gebaut akzeptieren können. Die jetzige Politk führt natürlich unweigerlich zu einer schleichenden bis zum Galopp gesteigerten Geldentwertung in ganz Europa, doch sicherlich nicht zu einem auseinanderbrechen der EU. Damit malt er nur Angstgespenste an die Wand, weil aus der Angst immer irgendwie ein Profit zu schlagen ist.

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