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19.12.2014

19:08 Uhr

Geschenke

Schönheit mit Rendite

VonKatharina Kistler

Ob für die Gattin, den Sohn oder an sich selbst: Manche Weihnachtsgeschenke zaubern mehr als nur freudeglänzende Augen. Was Luxusuhren und Diamanten an Rendite bringen – und was Käufer beachten sollten.

So lautet der Slogan der Seitensprungagentur Ashley Madison, die jetzt über einen Börsengang nachdenkt. Getty Images

„Life is short. Have an affair“

So lautet der Slogan der Seitensprungagentur Ashley Madison, die jetzt über einen Börsengang nachdenkt.

DüsseldorfDiese Filmszene hat sich ins Herz gebrannt: „Pretty Woman“ Julia Roberts verfällt in verzücktes, fast hysterisches Lachen als ihr Richard Gere als Millionär Edward eine funkelnde Halskette präsentiert. Ähnlich groß dürfte die Freude bei jeder Frau sein, für die ein solches Präsent in diesem Jahr vielleicht unter dem Weihnachtsbaum liegt. Auch wenn der Gedanke nichts mit den romantischen Gefühlen aus dem Liebesfilm gemein hat: Es kann sich durchaus auch finanziell lohnen, Geld in Diamanten anzulegen.

Für Arnim Kogge sind Diamanten mehr als nur ein funkelnder Stein am Hals. Statt nach Gold sucht er für seine vermögenden Mandanten nach lupenreinen Funkelsteinen. Der 60-Jährige ist geschäftsführender Gesellschafter des Family Offices Vertiva in Stuttgart. Sein Büro verwaltet das Vermögen der Gebrüder Strüngmann, Gründer des Pharmaunternehmens Hexal, sowie von neun weiteren vermögenden Familien. „Für mich sind Diamanten die Alternative zum Gold“, sagt Kogge. Allerdings nicht verarbeitetet als Ring, Armband und Collier sondern als Anlagemöglichkeit in Form des Steins.

Diamanten: Preisstabiler als Gold

„Im Gegensatz zu Gold unterliegen Diamanten nicht so starken Schwankungen“, begründet Kogge. Er gehe davon aus, dass der Preis künftig steigen wird. Der Grund sei simpel: Derzeit gibt es kaum neu erschlossene Minen, also keine neuen Diamantenfunde. Die Nachfrage nach den Steinen ist aber groß. „Allerdings ist der Preis nicht hundertprozentig durchschaubar wie bei der Unze Gold“, warnt er. Als weltweit anerkanntes Standardwerk, auf dessen Grundlage Händler Diamanten bewerten und Preise verhandeln, gilt der Rapaport Diamond Report, den aber nur Brancheninsider einsehen dürfen.

Auf Diamanten als Wertanlage hat sich die Firma ID Diamonds spezialisiert. Das Stuttgarter Unternehmen, an dem auch Ferdinand Piëch junior beteiligt sein soll, hat ein kleines High-Tech-Kästchen entwickelt, in dem die Diamanten mehr als nur gelagert werden: Die Steine sind zwischen zwei transparenten Kunststoffscheiben eingebettet. Eine Seite ist offen, damit Experten die Steine untersuchen können oder sein Eigentümer die Steine bestasten kann. Herkunft und Eigenschaften sind auf einem Chip gespeichert. 175.000 Euro netto kostet ein Kästchen mit zehn einkarätigen und lupenreinen Diamanten mit Brillantschliff.

Weltweit größte Diamantenproduzenten

De Beers

Die Tochterfirma von Anglo-American ist der größte Diamantenproduzent. Edelsteine von De Beers machen 28 Prozent der weltweiten Produktion aus.

Quelle: WWW International Diamond Consultants

Alrosa

Der russische Staatskonzern Alrosa folgt De Beers auf dem zweiten Platz. 29 Prozent der weltweiten Diamantenproduktion macht Alrosa aus.

Quelle: WWW International Diamond Consultants

Endiama

Die Bergbaufirma mit dem Sitz in Angola ist der drittgrößte Produzent. Sieben Prozent der Edelsteinproduktion liefert das Unternehmen.

Quelle: WWW International Diamond Consultants

DDC Diamanten

Die Dominion Diamond Corporation hält ebenfalls vier Prozent an der weltweiten Produktion. Das kanadische Unternehmen teilt sich damit Platz vier mit Rio Tinto.

Quelle: WWW International Diamond Consultants

Wie sich die Rendite am Diamantenmarkt entwickeln wird, könne er nur schwer einschätzen, sagt Kogge. „Ich halte aber eine zweistellige Rendite in den kommenden fünf Jahren für durchaus möglich.“ Laut des „Global Diamond Report 2013“ der Unternehmensberatung Bain & Company beträgt die durchschnittliche Preissteigerungsrate jährlich 5,2 Prozent.

 

Kommentare (3)

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Herr Helmut Paulsen

19.12.2014, 19:54 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Michael Mouse

19.12.2014, 20:22 Uhr

Gibt es eigentlich noch was das nicht an der "Rendite" gemessen wird !?
Ich finde das nur noch abstoßend.
Können Dinge nicht einfach Schön sein ?

Frau Annette Bollmohr

22.12.2014, 07:43 Uhr

Finde ich auch.

Um sich an Schönem erfreuen zu können, muss man es gar nicht unbedingt besitzen.
Entscheidende Voraussetzung dafür ist vielmehr das Umfeld, in dem man lebt:
Damit der Mensch Schönes erschaffen oder es erhalten kann, muss er nicht nur entsprechend begabt sein, sondern auch von seinen Lebensumständen her die Möglichkeit und Gelegenheit dazu haben. Hier das (Gegen-)Beispiel eines solchen schönheitsfördernden Umfelds: Finden Sie die Protzbauten, mit denen diverse Machthaber – namentlich in von kommunistisch-sozialistischen Ideologien geprägten Staaten – ihre Vorstellung von „Volksdemokratie“ zum Ausdruck bringen, dabei ganze Landschaften verschandeln und sich nebenbei selbst ein Denkmal setzen wollen, etwa schön?
Diese Voraussetzung ist aller Erfahrung nach nur in dem freiheitlichen Umfeld einer wirklichen Demokratie gegeben, das es jedem ermöglicht, seine Persönlichkeit frei zu entfalten.

Das genaue Gegenteil eines solchen Umfelds erleben die Menschen zur Zeit im Nahen Osten. Schönes aus vielen Jahrhunderten wird unwiederbringlich zerstört.
Es ist eine unfassbare Tragödie. Hoffentlich ist sie so schnell es irgend geht vorbei und Geschichte. Und hoffentlich habe wir dann alle daraus gelernt.

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