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15.08.2013

16:50 Uhr

Goldman-Aktienchef

„Europa steht vor einer Trendwende“

VonJörg Hackhausen

ExklusivGoldman Sachs hat seine Meinung zu Europa geändert – und erwartet eine Wende zum Guten. Die Gründe dafür und was sie für Investoren bedeuten, erläutert Edward Perkin, Aktienchef der Vermögensverwaltung von Goldman.

Edward Perkin ist Chief Investment Officer für Aktien bei Goldman Sachs Asset Management. PR

Edward Perkin ist Chief Investment Officer für Aktien bei Goldman Sachs Asset Management.

Herr Perkin, Sie setzen auf eine Rückkehr der alten Industriestaaten, insbesondere Europas. Warum?
Europa bietet die besten Chancen. Die Konjunktur kommt immer besser in Schwung. Zugleich sind europäische Aktien sehr günstig bewertet. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse liegen zehn Prozent unter dem historischen Durchschnitt, aber die Unternehmensgewinne notieren noch rund 40 Prozent unter ihren vormaligen Höchstständen.

Europa steckt immer noch in der Rezession. Woher nehmen Sie den Optimismus?
In diesem Jahr wird die Wirtschaft der Euro-Zone noch schrumpfen. Aber im kommenden Jahr werden wir wahrscheinlich schon wieder ein Wachstum von einem Prozent sehen. Das ist keine besonders kühne Schätzung, sondern Konsens am Markt. Auch wenn sich ein Prozent nicht nach viel anhört, so ist es doch eine enorme Verbesserung, eine Trendwende.

Das sehen viele Investoren anders. Sie stehen ziemlich allein mit Ihrer Einschätzung da.
Am Anfang waren wir mit unserer Meinung allein. Aber in den vergangenen Wochen haben mehrere Banken ihre Schätzungen für Europa nach oben korrigiert: JP Morgan, UBS und gerade erst Credit Suisse. Aber es stimmt schon, die Euro-Zone wird nach wie vor sehr negativ wahrgenommen. Das ist für mich eher ein gutes Zeichen. Denn für uns bedeutet das, dass viele Investoren das Potenzial noch nicht erkannt haben.

Halten Sie die Euro-Krise schon für überstanden?
Ich will nicht den Eindruck vermitteln, alle Probleme der Euro-Zone seien gelöst. Das sind sie nicht. Andererseits darf man auch nicht übersehen, dass es Fortschritte in vielen Bereichen gibt. In Spanien sind zum Beispiel die Lohnstückkosten deutlich gesunken. Inzwischen lohnt es sich wieder, dort zu produzieren. Manche Firmen verlagern ihre Produktion aus Lateinamerika nach Spanien.

Was 2013 aus 100.000 Euro wurde (1.Halbjahr)

Silber

62.510 Euro

Brasilianische Aktien

73.320 Euro

Gold

74.490 Euro

Russische Aktien

83.690 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

88.730 Euro

Türkische Aktien

90.210 Euro

Bundesanleihen

98.260 Euro

US-Treasuries

98.540 Euro

Sparbuch

100.032 Euro

Tagesgeld

100.930 Euro

US-Dollar

101.220 Euro

Deutsche Aktien

104.360 Euro

Öl (WTI)

105.550 Euro

Japanische Aktien

113.630 Euro

US-Aktien

115.280 Euro

Venezolanische Aktien

151.720 Euro

Wo in Europa sehen Sie die größten Chancen?
Wir haben unseren Anteil an Spanien und Italien jüngst erhöht. Wir haben Frankreich am stärksten übergewichtet, Deutschland dagegen am stärksten untergewichtet.

Frankreich gilt als nächster Krisenfall. Deutschland steht vergleichsweise gut da. Warum sehen Sie das genau anders herum?
Dass Deutschland gut dasteht, weiß jeder. Wir investieren lieber antizyklisch.

Sind Sie zurzeit voll investiert?
Wir sind fast voll investiert, halten nur sehr wenig Cash.

Kommentare (44)

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Account gelöscht!

15.08.2013, 17:08 Uhr

Goldman-Sachs ist schon super. Man muss nur genug in die politischen und medialen Entscheider "investieren", dann gehen die politischen "Entscheidungen" immer weiter im Sinne der fortgesetzten Wohlstandsextraktion der Bürger und Sparer.

Als durch das Finanzsystem entreicherter Bürger kotzt mich dieser unkritische journalistische Witz von Artikel an! Das ist des Handelsblatts unwürdig!

Lutz

15.08.2013, 17:10 Uhr

Goldman Sachs hat den Griechen die Bilanzen frisiert so dass die Griechen überhaupt erst in die Eurozone gekommen sind.

OleLakshmiMuellerSchabrunski

15.08.2013, 17:15 Uhr

Oh Großmutter, warum hast du so große Zähne ....

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