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28.04.2015

18:27 Uhr

Goldman-Sachs-Chefvolkswirt

„Die Euro-Dollar-Parität wird 2015 erreicht“

VonJens Münchrath, Daniel Schäfer

Der Chefökonom der US-Investmentbank Goldman Sachs, Jan Hatzius, erwartet eine weitere Abwertung des Euro. Im Handelsblatt kritisiert er Europas Sparpolitik und warnt vor dem Ausstieg Griechenlands aus der Währungsunion.

Chefvolkswirt der US-Investmentbank ist ein Deutscher. Reuters

Chefvolkswirt der US-Investmentbank ist ein Deutscher.

Frankfurt, DüsseldorfDer Chefvolkswirt der US-Investmentbank, Jan Hatzius, rechnet mit einer anhaltenden Talfahrt der Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar. Wir gehen davon aus, dass „die Euro-Dollar-Parität noch in diesem Jahr erreicht wird“, sagte Hatzius dem Handelsblatt (Mittwochsausgabe). Bis zum Jahr 2017 könne der Euro „sogar unter das Niveau des Allzeittiefs von 82 Cent fallen.“

Dass die USA sich gegen eine weitere Aufwertung des Dollars stemmen werden, erwartet der Chefökonom nicht. „Ich glaube nicht, dass die Amerikaner sich gegen diese Entwicklung wehren werden. Sie können die EZB ja schlecht für etwas kritisieren, was sie jahrelang gefordert haben – den massiven Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank“, sagte er.

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Der Goldman-Sachs-Chefökonom geht davon aus, dass die Euro-Dollar-Parität in diesem Jahr erreicht wird. Im Interview kritisiert Jan Hatzius den von Angela Merkel in Europa durchgesetzten Sparkurs und warnt vor einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone.

Für die schwache Wirtschaftsentwicklung in Europa macht er die Sparpolitik verantwortlich. „Das Ausmaß der fiskalischen Restriktionen“ sei zu hoch gewesen. „Und zwar nicht nur in Griechenland, sondern generell war die Fiskalpolitik in den vergangenen Jahren zu restriktiv“, so Hatzius. Europa brauche „mehr Flexibilität“. Die USA sind schneller aus der Krise herausgekommen, weil sie viel aggressiver im Krisenmanagement waren

Außerdem warnte Hatzius vor einem Ausstieg Griechenlands aus der Währungsunion. „Zwar sind die Ansteckungsgefahren geringer als noch vor drei Jahren. Aber ausschließen lassen sich gravierende Turbulenzen trotzdem nicht“, sagte er. Nicht nur für Griechenland, auch für die Währungsunion als Ganzes wäre der Verbleib des Landes in der Eurozone besser.

Kommentare (5)

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Hans-Volker Hoffmann

28.04.2015, 19:21 Uhr

Na ja, ob das der Weisheit letzter Schluß ist, wage ich zu bezweifeln. Es sind bereits in der Vergangenheit fiskalische Fehler gemacht worden, die Schuldenpolitik ist einfach nicht richtig.- Amerika kann da kein Vorbild sein. Die USA sind in diesem Jahrhundert nicht in der Lage, ihre Schulden zurück zu zahlen. Wenn das die politische Zukunft der Fiskalpolitik sein soll, Schulden ohne Grenzen aufzuhäufen, dann ist das Ende in nicht unabsehbarer Zeit da. Entwicklungspolitik mit hemmungsloser Schuldenmacherei ist keine Zukunft. Da die Bevölkerung allerdings in den Konsumrausch getrieben wird und jeder alles haben möchte, auch wenn er es sich nicht leisten kann, wird sich so schnell nichts ändern. Wie soll denn das Dauerwachstum, das ständig gepredigt wird, mal enden? Irgendwann hat doch jeder alles und was dann?

Herr Peter Petersen

29.04.2015, 07:57 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Peter Noack

29.04.2015, 08:22 Uhr

Endlich kann man auf Goldman Sachs und seinen Chefökonomen wetten. Eine 50 : 50 Chance hat man ja. Was würde es denn wirtschaftlich bedeuten, wenn der Euro eins zu eins zum Dollar steht? Der unterschied ist doch nur ein paar Prozent. Würde die EU dann noch schneller aus der Krise wachsen? Würden die sozialen Unruhen in den USA weiter zunehmen? Könnte man für Dollar sich noch leichter in europäische Unternehmen und Immobilien einkaufen, die bei einem Return des Euro sich noch durch Kursänderungen vergolden würden? Das alles hat der Chefökonom nicht nur für 2015 und 2016 voraus berechnet, sondern auch für 2017. Und 2018 wird der Dollar noch stärker oder gibt es einen Euroreturn? Dieser Chefökonom ist ein Kaffeesatzleser.

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