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09.09.2016

12:29 Uhr

Goldman Sachs

Diese Bücher lesen die Investment-Chefs

Ein Sprichwort lautet: „Sag mir was Du liest, und ich sag Dir wer Du bist“. Die US-Investmentbank hat vielleicht auch deshalb eine Liste 23 Büchern veröffentlicht, die wichtige Mitarbeiter empfehlen. Ein Überblick.

23 Bücher empfiehlt die Führungsriege von Goldman Sachs, unter anderem dabei ist ein Werk von Henry Kissinger. Nicht nur für den Sommerurlaub könnten sich diese Bücher lohnen. obs

Die Lieblingsbücher der Investmentprofis

23 Bücher empfiehlt die Führungsriege von Goldman Sachs, unter anderem dabei ist ein Werk von Henry Kissinger. Nicht nur für den Sommerurlaub könnten sich diese Bücher lohnen.

DüsseldorfDie US-Investmentbank Goldman Sachs hat eine Leseliste mit Tipps „für jedes Alter und jede Karrierestufe“ veröffentlicht. Bisher umfasst die Liste mit dem Titel „Back to School“ 23 Bücher, empfohlen von der Goldman Sachs-Führungsriege. Von Fußballstrategien über italienische Zitronenbäume bis zur Community schwarzer Amerikaner bieten die Banker thematisch eine breite Auswahl.

So beschreibt Edina Jung, Personalchefin in Jersey City, das Buch „Boys in the Boat“ als eine gute „Underdog“-Geschichte über Ausdauer und Teamwork bei den Olympischen Spielen 1936. Indes meint Bobby Vedral von der Sicherheitsabteilung in London, dass kein anderer so viel über Politik und Diplomatie wisse wie der Republikaner Henry Kissinger. Also empfiehlt er dessen Buch „Weltordnung“.

Neben Goldman Sachs veröffentlichen immer wieder Personen aus Wirtschaft und Politik Buch-Tipps – meist mit Werken, die sie selbst inspiriert haben. Tesla-Star Elon Musk beispielsweise hat vor zwei Jahren nicht nur J.R.R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“ angepriesen zu lesen. Auch Bücher über Albert Einstein und Benjamin Franklin waren dabei. Letzterer habe ihn in seinem Unternehmergeist bestärkt. Und während Facebook-Gründer Mark Zuckerberg mit „Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit“ das Buch eines Harvard-Professoren empfiehlt, ist für den US-Präsidenten Barack Obama „Wem die Stunde schlägt“ von Ernest Hemingway ein Must-Read.

Auch in der Goldman Sachs-Liste kommt ein Harvard-Autor vor und zwar Matthew Desmond mit „Evicted“ – ein Buch über Mietverhältnisse in den ärmsten Stadtteilen von Milwaukee, Wisconsin. Die Führungsriege der Investment Bank hat zudem angekündigt, die Liste regelmäßig zu erweitern. Na dann, frohes Lesen!

Diese Bücher lesen die Goldman-Mitarbeiter

„The Land Where Lemons Grow“ (Helena Attlee)

Die außergewöhnliche Geschichte der Zitronenbäume, darum gehe es in dem Buch von Attlee. Zudem gehe es um den männlichen Umgang mit der Natur.

Empfohlen von Michele Della Vigna, Global Investment Research in London.

„Suite Française“ (Irène Némirovsky)

Frankreich während des Zweiten Weltkriegs: In dieser Zeit handelt der Roman von Némirovsky, die sich in der französischen Literatur einen Namen gemacht hatte, jedoch in Auschwitz starb. Erst 1998 haben ihre Töchter das unfertige Manuskript für dieses Buch rekonstruiert.

Empfohlen von Michele Della Vigna, Global Investment Research in London.

„Boys in the Boat“ (Daniel James Brown)

Das ist eine Underdog-Story über sportliches sowie freundschaftliches Teamwork bei den Olympischen Spielen 1936.

Empfohlen von Edina Jung, Human Capital Management in Jersey City.

„Evicted“ (Matthew Desmond)

Desmond schreibt über die Mietverhältnisse in den ärmsten Stadtteilen von Milwaukee in Wisconsin. Dabei stellt der Soziologe die Geldgier der Vermieter und die Lage der verarmten Mieter gegenüber. Der Autor hat selbst jahrelang zu dem Thema der Wohnungsräumungen geforscht.

Empfohlen von Sarah Smith, Finance Division in New York.

„The Quincunx“ (Charles Palliser)

Es handelt sich hierbei um einen Roman über den Quincunx, ein Muster von fünf Punkten wie die Fünf auf dem Würfel. Der deutsche Titel lautet „Quincunx. Das Geheimnis der fünf Rosen“.

Empfohlen von Sarah Smith, Finance Division in New York.

„Poorly Made in China: An Insider’s Account of the Tactics Behind China’s Production Game“ (Paul Midler)

Als Insider berichtet Midler über das Wirtschaftsleben in China und beschreibt, wie dort Profit wichtiger ist als Produktsicherheit. Er erzählt darin, wie Fabrikbesitzer Businesspartner linken – manchmal, um Ärger zu vermeiden, manchmal, um Ärger zu provozieren.

Empfohlen von Richard Manley, Global Investment Research in Hong Kong.

„Asian Godfathers: Money and Power in Hong Kong and South East Asia“ (Joe Studwell)

Mit den „Godfathers“ sind die mächtigsten Männern Asiens gemeint, über die Studwell in seinem Buch schreibt. Es handelt sich hierbei um eine Studie. Das Besondere sei, dass die meisten großen Firmen in Asien in Hand von Familien seien – im Gegensatz zu Unternehmen in Europa.

Empfohlen von Richard Manley, Global Investment Research in Hong Kong.

„Dispatches“ (Michael Herr)

„An die Hölle verraten“ lautet der deutsche Titel des Buches von Michael Herr. Es handelt vom Vietnam-Krieg, veröffentlicht hat das Buch der mittlerweile verstorbene Autor 1977. Konkret geht es darin um die Macht der Gewalt und was diese mit Soldaten macht.

Empfohlen von Liz Bowyer, Executive Office in New York.

„The Noise of Time“ (Julian Barnes)

Die Themen sind: die Herrschaft unter Stalin und das Vertrauen in Kunst und Leben. In „The Noise of Time“ beschreibt Barnes rückblickend die Rolle der Kunst in der Gesellschaft.

Empfohlen von Liz Bowyer, Executive Office in New York.

„Massive Change“ (Bruce Mau)

„Wenn du immer wieder darüber sprichst, wie schlecht die Dinge werden, schaffst du eine selbsterfüllende Prophezeiung. Die Menschen werden selbstsüchtig und nehmen, was sie kriegen können, solange es noch geht“, sagt Designer Mau zu unserem Alltag, der immer mehr von Technologie dominiert wird. „Ein Optimist sein heißt zu verstehen, dass wir großzügig werden müssen, wenn es schlecht steht. Sprich darüber, wie gute Dinge sein können und du schaffst eine Kultur, in der die Leute gegenseitig ineinander investieren – und damit in die Zukunft.“

Empfohlen von William Hurley, Investment Management Division in Austin.

„Zero to One“ (Blake Masters und Peter Thiel)

Nur wer etwas Neues erfinde, könne auch neue Märkte erschließen. Darum geht es in Buch des Paypal-Gründers Peter Thiel. „Globalisierung ist kein Fortschritt, Konkurrenz ist schädlich und nur Monopole sind nachhaltig erfolgreich“: So fasst der deutsche Verlag, der das Buch mit dem Untertitel „Wie Innovation unsere Welt rettet“ 2014 herausgebracht hat, die Kernaussagen zusammen.

Empfohlen von William Hurley, Investment Management Division in Austin.

„Inverting the Pyramid: the History of Football Tactics“ (Jonathan Wilson)

Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola kommt darin vor genauso wie der Fußball der Briten. Seit 2015 gibt es das Buch auch in Deutschland unter dem Titel „Revolutionen auf dem Rasen“.

Empfohlen von Bobby Vedral, Securities Division in London.

„World Order“ (Henry Kissinger)

Der 93-Jährige war Harvard-Professor, Außenminister der USA und hat den Friedensnobelpreis bekommen. Kissingers Buch ist mit dem Titel „Weltordnung“ erst im vergangenen Jahr in Deutschland erschienen. Er vertritt die These, eine gemeinsame Weltordnung habe es nie gegeben. So habe sich jede Kultur als Zentrum der zivilisierten Welt betrachtet.

Empfohlen von Bobby Vedral, Securities Division in London.

„Guns, Germs, and Steel: the Fates of Human Societies“ (Jared Diamond)

Das Schicksal menschlicher Gesellschaften: Darum geht es in Diamonds Werk. Der Uniprofessor forscht vor allem zu Evolutionsbiologie.

Empfohlen von Shigeki Kiritani, Investment Management Division in Tokyo.

„Seinfeldia: How a Show About Nothing Changed Everything“ (Jennifer Keishin Armstrong)

Ein Komödiant spielt sich selbst und hängt mit seinen Freunden ab. Das ist der Inhalt dieses Buchs.

Empfohlen von Dino Fusco, Services Division in Jersey City.

„The Healthy Workplace“ (Leigh Stringer)

Eine Motivation für Unternehmensführungen, ihre Mitarbeiter glücklich zu machen. Denn laut Stringer geht es einer Firma gut, wenn es auch den Mitarbeitern gut geht.

Empfohlen von Dino Fusco, Services Division in Jersey City.

„Half of a Yellow Sun“ (Chimamanda Ngozi Adichie)

„Die Hälfte der Sonne“, ein Roman über Afrika, erzählt die Geschichte über drei Menschen, die in Nigeria der 1960er Jahre lebten – als dort ein extremer Bürgerkrieg herrschte.

Empfohlen von Sally Boyle, Human Capital Management in London.

„A Little Life“ (Hanya Yanagihara)

Vier Freunde aus Massachusetts ziehen nach New York. Das ist offenbar Stoff genug für eine Goldman Sachs-Autorin.

Empfohlen von Sally Boyle, Human Capital Management in London.

„The Signal and the Noise: Why so many predictions fail – but some don't“ (Nate Silver)

Der deutsche Titel heißt: „Die Berechnung der Zukunft: Warum die meisten Prognosen falsch sind und manche trotzdem zutreffen“. Nate Silver analysiert in dem Buch, wie Zukunftsprognosen (gute wie schlechte) errechnet wurden.

Empfohlen von Kent Clark, Investment Management Division in New York.

„Churchill: A Life“ (Martin Gilbert)

„No hour of life is lost that is spent in the saddle. Young men have often been ruined through owning horses, or through backing horses, but never through riding them unless of course they break their necks, which, taken at a gallop, is a very good death to die.“ Das sagte Winston Churchill einst über die wahre Qualität des Lebens.

Empfohlen von Kent Clark, Investment Management Division in New York.

„Between the World and Me“ (Ta-Nehisi Coates)

Ein offener Brief an seinen dunkelhäutigen Sohn: So hat Coates das Buch geschrieben, das im Sommer 2015 für einen gehörigen Aufschrei gesorgt hatte. Denn es ist auch eine Anklage an die Gesellschaft, die noch immer von Rassenhassern geprägt wird. Auf Deutsch lautet das Buch „Zwischen mir und der Welt“.

Empfohlen von Lisa Opoku, Technogy Division in New York.

„Black Wealth, White Wealth: A New Perspective on Racial Inequality“ (Melvin L. Oliver und Thomas Shapiro)

Bereits vor 20 Jahren erschienen, sorgte dieses Werk damals für Aufruhr: Die Autoren zeigten sehr gut auf, dass, wenn Indikatoren wie Erziehung und Einkommen gleich sind, es beim Wohlstand immer noch einen Unterschied zwischen schwarzen und weißen Amerikanern gibt.

Empfohlen von Lisa Opoku, Technogy Division in New York.

„Homegoing“ (Yaa Gyasi)

Der Roman spielt im Ghana des 18. Jahrhunderts, die Hauptrollen haben zwei Schwestern. Eine wird zur Sklavin, die andere muss einen Sklavenhalter heiraten. Die Autorin selbst kommt aus Ghana.

Empfohlen von Lisa Opoku, Technogy Division in New York.

Von

lwa

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