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06.09.2012

12:33 Uhr

Gottfried Heller

„Ich habe 90 Prozent meines Geldes in Aktien investiert“

VonKatharina Schneider

Im Interview erklärt der bekannte Vermögensverwalter Gottfried Heller, warum die Deutschen bei der Geldanlage „absolute Flaschen“ sind und wie Anleger ihre Rendite steigern und gleichzeitig das Risiko senken.

Gottfried Heller, Vermögensverwalter, Anlageberater und Buchautor in seinem Münchener Büro. argum / Thomas Einberger

Gottfried Heller, Vermögensverwalter, Anlageberater und Buchautor in seinem Münchener Büro.

Herr Heller, Sie hatten viel Zeit, um Vermögen aufzubauen. Geht das auch schneller?
Schnell reich werden geht überhaupt nicht. Wenn Sie schnell reich werden wollen, dann müssen Sie zocken. Und wenn Sie zocken, sind Sie schnell arm wie eine Kirchenmaus. Ich habe noch nie gehört, dass ein Daytrader irgendwo in der Forbes-Liste der reichsten Menschen stand. Aber ich habe schon von vielen gehört, die pleitegegangen sind.

Vom Zocken scheinen die meisten Deutschen weit entfernt.
Die Deutschen sind spitze, wenn es um industrielle Fähigkeiten geht, nicht von ungefähr sind wir Exportweltmeister. Aber wenn es um clevere Geldanlage geht, sind sie absolute Flaschen. Über 70 Prozent ihres Vermögens lagern in Bargeld, Bankeinlagen und Versicherungen, doch die Zinsen sind aktuell extrem mickrig. Davon geht dann noch ein Viertel für die Abgeltungsteuer ab, und den Rest frisst die Inflation. Real schrumpft das Vermögen also.

Was sollten Anleger tun? Der Titel ihres neuen Buches verspricht ja „den einfachen Weg zum Wohlstand“.
Die sinnvollste Anlageform neben Immobilien sind Aktien. Schließlich beteiligt man sich damit an der wirtschaftlichen Entwicklung, und die geht langfristig nach oben. Zu den Kursgewinnen kommt auch noch die Dividende. Trotzdem gelten Aktien als Teufelszeug.

Ist der Wunsch nach Sicherheit denn so verwerflich?
Nein, verwerflich ist er nicht. Er ist geschichtlich ziemlich gut nachzuvollziehen. Die Erfahrungen mit Enteignung und Inflation haben die Deutschen traumatisiert. So stark hat das kein anderes Volk der Welt erlebt.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

Deutscher Aktienindex (Dax)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

Dow Jones

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

EuroStoxx 50

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

Nikkei

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

MSCI Emerging Markets

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

Gold

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

Silber

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

Öl

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

Weizen

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

Kaffee

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

Staatsanleihen (Rexp)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

Sparbuch

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

Tagesgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

Festgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

Rund um das Jahr 2000 schien die Angst vor Aktien allerdings mal überwunden.
Ja, aber das Platzen der Dot-Com-Blase hat die Anleger wieder stark verunsichert. Damals sprudelten die Gewinne nur so. Alles schien fantastisch, aber dann sind sie böse auf die Nase gefallen, denn sie wussten nicht, dass der Markt manipuliert war, es waren nur Scheingewinne – wie gewonnen so zerronnen. Außerdem hat sie der Reinfall mit der Aktie der Deutschen Telekom schockiert. Das war eine Unverschämtheit, was der deutsche Staat mit den Anlegern gemacht hat, so einen Hype hätte man nicht zulassen dürfen.

Und dann kam noch die Abgeltungssteuer.
Diese Steuer hat die Aktienkultur weiter beschädigt. Ich hatte mich damals persönlich beim Bundesfinanzministerium dafür eingesetzt, dass die Spekulationsfrist erhalten bleibt, leider vergeblich. Gerade für junge Leute ist die Steuer nicht fair. Sie sparen für das Alter und dann kommt Rabenvater Staat, der ihnen selbst immer weniger Rente zahlt, und will davon noch ein Viertel abhaben. Dadurch ist bei vielen Anlegern wohl der Eindruck entstanden, Aktien seien nicht mehr attraktiv.

Wie kann man die Deutschen die Aktie wieder schmackhaft machen?
Wenn sie ihr Vermögen erhalten und sogar vermehren wollen, führt gar kein Weg an Aktien vorbei. Sie können zwei, drei Jahre zuschauen wie das Geld auf dem Sparbuch liegt und sich nichts tut. Real wird es aber immer weniger, denn die Inflation wird durch die Versuche der Euro-Rettung noch weiter steigen. Wenn sich das erst einmal rumgesprochen hat und gleichzeitig in den Abendnachrichten vermeldet wird, dass der Dax massiv steigt, werden sie ihren Mut doch zusammennehmen.

Kommentare (47)

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fortissimobellini

06.09.2012, 12:48 Uhr

Ein nichtssagender Beitrag! Nun schreibt gleich wieder BEngel, dass wir seine .info - Site lesen sollen mit dem miserabl-stilistischen Text, der inhaltlich ein einziger, abgestandener Brei ist!
Dieser Beitrag ist nur hohles Selbstmarketing des mittlerweile vergessenen Schwaben in München! Denn er verschweigt die mächtigen Computer, die die Kurse bestimmen. Und die immer zuerst ausgeführt werden. Der Privatanleger realisiert höhere Verluste oder niedrigere Gewinne durch Letztreihung!!

Account gelöscht!

06.09.2012, 12:54 Uhr

ja, Herr Heller, aber den Oktober werde ich doch wohl noch abwarten dürfen, denn schliesslich gilt "sell in may and go away"

Aktionaer

06.09.2012, 12:55 Uhr

Endlich eine optimistische, positive Meinung. Diese ewigen deutschen Pessimisten und
Unken gehen einem auf die Nerven. Man hat schlimmeres erlebt als die derzeitige "Krise". Alle sollten mal wieder so richtig "Kohldampf schieben" und in Kellerlöchern hausen müssen!

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