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24.09.2012

09:58 Uhr

Gottfried Urban im Interview

„Südeuropa ist für Anleger interessant“

VonJulia Rotenberger

Renten sind out, Aktien dagegen gefragter denn je. Gottfried Urban, Vermögensverwalter bei der Neue Vermögen AG in München rät seinen Kunden zu mehr Risiko - und zu Investitionen in italienische und spanische Papiere.

Gottfried Urban ist Vorstand bei der Neue Vermögen AG und kümmert sich seit mehr als 20 Jahren um die Portfolios vermögender Kunden. Neue Vermögen AG

Gottfried Urban ist Vorstand bei der Neue Vermögen AG und kümmert sich seit mehr als 20 Jahren um die Portfolios vermögender Kunden.

Herr Urban, welche Wertpapiere sehen Sie derzeit gerne im Portfolio ihrer Kunden?

Da muss man unterscheiden zwischen dem, was wir gerne sehen und dem, wozu der Kunde bereit ist. Privatkunden möchten keine allzu großen Risiken auf sich zu nehmen. Die Furcht ist nach wie vor da: „Was passiert mit unserem Euro?“ Die schleichende Angst vor der Inflation führt zu Investitionen in feste Werte. Die Kunden kaufen sich Autos oder Häuser – die Immobilie ist wieder en vogue.

Sollten Anleger risikofreudiger sein?

Wer einen längerfristigen Horizont hat, bei der Altersvorsorge etwa, muss Risiken akzeptieren. Der risikolose Zins wird die nächsten Jahre an der Nulllinie laufen. Wir bevorzugen derzeit Aktien. Viele Anleger haben immer noch sehr rentenlastige Portfolios: Sie sind bis oben voll mit Zinspapieren, beispielsweise mit Bankschuldverschreibungen, Tagesgeldern oder mit Renten- oder Kapitallebensversicherungen, die ja fast alles in Zinspapiere anlegen müssen. Interessanter dagegen ist die unternehmerische Seite. Deren Gewinnrendite bezogen auf den aktuellen Kurs liegt derzeit in Europa bei acht bis neun Prozent. Natürlich gibt es noch die Immobilien, aber sie sind in Deutschland bei weitem nicht so ertragreich wie Aktien.

Welche Aktien finden Sie derzeit interessant?

Man sollte den Blick auf die international tätigen Unternehmen richten, etwa die Deutsche Post oder BASF. Die Kennzahlen sind günstig, es gibt eine hohe Gewinnrendite und ein Teil daraus fließt in Form von Dividenden an die Aktionäre.

Morgan Stanley Empfehlungen - Konsumaktien

Flop 1

Unilever

Unilever ist einer der weltweit größten Anbieter von Markenartikeln im Bereich Kosmetik und Körperpflege. Der wesentliche Teil des Unilever-Geschäftes besteht aus der Herstellung und dem Vertrieb von täglich gebrauchten Markenartikeln.

Flop 2

Beiersdorf AG

Die Beiersdorf AG ist ein international führendes Markenartikel-Unternehmen. Zu den Schwerpunkten zählen der Vertrieb von Kosmetikartikeln, sowie die Herstellung von Klebebändern.

Flop 3

L'Oreal SA

L'Oreal S.A ist eines der weltweit führenden Kosmetikunternehmen. Zu dem französischen Konzern gehören insgesamt 27 internationale Marken.

Flop 4

DE Master Blenders 1753

De Master Blenders 1753 ist ein international tätiges Kaffee- und Teeunternehmen. Die Produktpalette beinhaltet mehr als 30 Marken.

Top 1

Oriflame Cosmetics SA

Der schwedische Großkonzern Oriflame ist ein Anbieter von hochwertigen Hautpflege- und Kosmetikprodukten. Die Gesellschaft zählt mit einer Palette von über 1000 Schönheitsprodukten zu den weltweit größten Kosmetikunternehmen.

Top 2

Imperial Tobacco Group Plc

Die Imperial Tobacco Group ist ein international agierendes Tabakunternehmen. Die Gruppe ist weltweit in über 160 Länder mit Marken wie Davidoff, Gauloises Blondes und West vertreten.

Top 3

Pernod Ricard SA

Die Unternehmensgruppe Pernod Ricard ist ein internationaler Spirituosen- und Weinanbieter. Mit Produktionsstätten und Niederlassungen in über 70 Ländern ist der Konzern international präsent.

Top 4

Diageo Plc

Das Großunternehmen Diageo ist einer der weltweit führenden Getränkeanbieter. Zu seinen bekanntesten Marken zählen Spirituosen wie Johnnie Walker und Guinness.

Also starke Marken?

In der Krise kaufen Anleger gerne starke Marken. Ein Beispiel für eine krisenresistente Aktie galt in den letzten zwei Jahren Nestlé – schließlich wollen die Leute immer essen und trinken. Aber wenn die Kurse stärker steigen als die Unternehmensubstanz und der Gewinn, dann ist auch bei solchen Aktien Vorsicht geboten. Und es gibt auch Unternehmen, ohne starken Markennamen, die trotzdem attraktiv sind, zum Beispiel eine K+S. Wichtig ist eine hohe Ertragsstabilität. Der Börsenpreis im Verhältnis zum Ertrag muss angemessen sein. Wichtig ist auch, dass nicht alles, was verdient wird, auch ausgeschüttet wird, sondern auch in die Substanz des Unternehmens fließt.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

24.09.2012, 10:32 Uhr

"und zu Investitionen in italienische und spanische Papiere. "

Sorry aber der Mann gehört doch sofort gefeuert für solchen Blödsinn. Wer langfristig anlegen möchte und etwas für die Rente tun will, der sollte garantiert nicht in Länder investieren die es noch richtig beuteln wird. Hier labert jeder etwas von Krise etc. dabei hat die Krise noch nicht mal angefangen...wir erleben momentan das Füllen des ohnehin schon mit Überdruck gefüllten Pulverfasses...die Explosion steht noch lange aus. Wer JETZT investiert, verliert fast alles, das ist 100% sicher.

hippiedroooom

24.09.2012, 10:55 Uhr

Sind Sie das Pulverfass?? Der Text wirkt auf jeden Fall sehr aufgeladen.

Account gelöscht!

24.09.2012, 10:57 Uhr

Wieso in Papiere?
Beide Länder haben noch Millardendefizite in ihren Strukturen, Wasserwirtschaft, Energiewirtschaft und mehr. Alles Branchen die Gewinne abwerfen werden.
Mein Wahlheimatort hier hat inzwischen gut investiert, letztes Jahr ergab das einen Überschuß von 250.000 €, nichts mit Pleitegemeinde. Vernünftige Straßen, saubere Innenstadt, Qualitätswasser und ein willkommenes Investitionsklima.
Außerdem bauen Spanien und Portugal gerade Produktionsstätten für Energie welches CO2 "frisst".
Aber die Finanzwirtschaft weiß nicht mit dem Geld wohin - unglaublich.
Unfähig, dumm und unflexibel, mehr kann dazu nicht mehr sagen. Aber Hauptsache Feldbetten für Arbeiter in China, Indien, Indonesien etc.
Aber das merkt man wohl auch erst wenn niemand mehr in Europa die geklauten Patente und die vergifteten Wegwerfprodukte kaufen will, und viele Leute selbst auf Feldbetten angewiesen sind.

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