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25.04.2015

11:09 Uhr

Grauer Markt

Norwegischer Staatsfonds will weniger Dark Pools

Um anonym zu handeln, greifen viele Profi-Investoren auf Dark Pools zurück. Das Problem: Die Handelsplattformen machen den Wertpapierhandel unübersichtlich und teuer. Der größte Staatsfonds der Welt will das ändern.

Norwegen ist nicht nur das Land der Fjörde und des Öls. Auch der größte Staatsfonds der Welt ist dort zu Hause. Und er will faire Handelsbedingungen. dpa

Arktis

Norwegen ist nicht nur das Land der Fjörde und des Öls. Auch der größte Staatsfonds der Welt ist dort zu Hause. Und er will faire Handelsbedingungen.

OsloMit einem Umfang von 890 Milliarden Dollar ist der Norwegische Staatsfonds der größte weltweit. Nun hat sich die Institution zu Dark Pools geäußert und findet: Es gibt einfach zu viele davon. Die Vertreter des Fonds glauben, dass Investoren nur mit einer einzigen derartigen Handelsplattform auskämen: „All diese Zwischeninstanzen” verursachten nur Kosten, sagte Oeyvind Schanke, Leiter Anlagestrategie bei dem Fonds. „Wir treten dafür ein, einiges davon an den Ausgangspunkt zurückzubringen, indem die Teilnehmer sich zusammentun und die Möglichkeit schaffen, Transaktionen in einem Umfang wie bei Institutionellen üblich zu bewältigen.”

Institutionelle Investoren und die Sparer, deren Einlagen sie verwalten würden durch diese Plattformen Geld verschwenden, so der Staatsfonds. Der Grund: In den vergangenen Jahrzehnten hat es eine starke Fragmentierung auf dem Gebiet der anonymen Handelsplattformen - so genannten Dark Pools - gegeben. Die Händler müssten zum Teil Gebühren an mehrere Betreiber entrichten. Die Dark Pools werden mit Insidergeschäften in Verbindung gebracht, bei denen Hochfrequenzhändler Preisinformationen nutzen, um Transaktionen vorwegzunehmen und auf Kosten von Anlegern Gewinne zu erzielen.

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Der Fonds, der den aus der Ölförderung stammenden Reichtum Norwegens verwaltet, sucht ständig nach Möglichkeiten, um zu verhindern, dass seine Transaktionen in das Visier von Hochfrequenzhändlern geraten, und setzt sich daher für faire Handelsplattformen ein.

In den vergangenen fünf bis sechs Jahren habe der Fonds den Einsatz von Algorithmen im Handel von bis zu 75 Prozent auf 40 Prozent abgebaut, sagte Schanke. Der restliche Handel entfällt auf Plattform-übergreifendes „Block Trading”, bei denen der Fonds größere Geschäfte im Volumen von rund einer Million Dollar bis 100 Millionen Dollar tätigt.

Der Fonds unterstützt auch ein gemeinnütziges Projekt namens Plato Partnership, das im kommenden Jahr den Handel aufnehmen soll. Mit seinen Erlösen will Plato die Erforschung besserer Handelsbedingungen zu niedrigeren Kosten finanzieren. Daneben soll untersucht werden, wie bessere Daten gewonnen und die Einhaltung der Regeln optimiert werden kann. „Wir sind dafür, die Zahl der Plattformen für Block Trading zu reduzieren”, sagte Schanke. „Eine wäre vermutlich perfekt.”

Der Staatsfonds veröffentlichte vorige Woche ein Papier gegen die Fragmentierung der Dark Pools. Damit, so das Papier, lasse sich die Liquidität verbessern und Investoren könnten leichter Käufer finden. Die Umkehr des Trends zu immer mehr Dark Pools werde auch die Gesamtliquidität am Markt verbessern, sagte Schanke.

Blockgeschäfte ermöglichen nach einer Transaktion volle Transparenz, vermeiden aber das „Problem” der Transparenz vor der Transaktion, sagte Schanke.

Das größte Problem, das einer Lösung harrt, sei die „Liquiditätsfragmentierung”, die entstehe, wenn die Pools über Gebühren und Dienstleistungen miteinander konkurrieren, argumentert der Fonds. Er hat eine „weiße Liste” zugelassener Pools veröffentlicht, um Plattform auszuschließen, die Hochfrequenzhändler anziehen.

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