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18.10.2016

13:22 Uhr

Griechenland

Zentralbankchef fordert Schuldenschnitt

Giannis Stournaras hält die Rückkehr seines Landes an die internationalen Finanzmärkte andernfalls für unmöglich. Ministerpräsident Alexis Tsipras ist der Ansicht, dass es schon kommendes Jahr wieder frisches Geld gibt.

Wenn die griechischen Staatsschulden nicht als tragfähig eingestuft würden, werde der für 2018 geplante Schritt nicht machbar sein, sagte Giannis Stournaras auf einer Unternehmerkonferenz. AP

Herr des Geldes

Wenn die griechischen Staatsschulden nicht als tragfähig eingestuft würden, werde der für 2018 geplante Schritt nicht machbar sein, sagte Giannis Stournaras auf einer Unternehmerkonferenz.

AthenDer griechische Zentralbankchef Giannis Stournaras hält eine Rückkehr seines Landes an die internationalen Finanzmärkte ohne Schuldenschnitt für unmöglich. Wenn die griechischen Staatsschulden nicht als tragfähig eingestuft würden, werde der für 2018 geplante Schritt nicht machbar sein, sagte Stournaras am Montagabend auf einer Unternehmerkonferenz. Die Gespräche über einen Schuldenschnitt „müssen jetzt beginnen und so schnell wie möglich abgeschlossen werden“.

Seit Beginn seiner Staatsschuldenkrise im Jahr 2010 hat Griechenland nur ein einziges Mal, im Jahr 2014, langfristige Schuldverschreibungen ausgegeben. Ministerpräsident Alexis Tsipras ist der Ansicht, dass sich sein Land schon kommendes Jahr wieder an den Finanzmärkten mit frischem Geld versorgen kann – falls es einen Schuldenschnitt gibt.

Griechenlands Schuldenkrise in Zahlen

2012: Staatsverschuldung

305,1 Milliarden Euro (160% des BIP)

2012: Haushaltsdefizit

16,9 Milliarden Euro (8,8% des BIP)

2013: Staatsverschuldung

320,5 Milliarden Euro (178% des BIP)

2013: Haushaltsdefizit

23,5 Milliarden Euro (13% des BIP)

2014: Staatsverschuldung

319,7 Milliarden Euro (180% des BIP)

2014: Haushaltsdefizit

6,5 Milliarden Euro (3,6% des BIP)

2015: Staatsverschuldung

311,5 Milliarden Euro (177% des BIP)

2015: Haushaltsdefizit

12,8 Milliarden Euro (12,8% des BIP)

Die Gläubiger Griechenlands sind über einen solchen Schritt allerdings geteilter Meinung. Deutschland hält einen Schuldenschnitt nicht für sinnvoll. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hingegen fordert ihn vehement. Im Mai erklärte der IWF, nur mit Schuldenerleichterungen könne Griechenland finanziell wieder auf die Füße kommen und auch seine Wirtschaft stärken.

Der Währungsfonds fordert mehrere Maßnahmen: Die Laufzeiten der Kredite sollen verlängert und Zins- und Tilgungszahlungen verschoben werden. Außerdem soll der Zinssatz bis zum Jahr 2040 auf maximal 1,5 Prozent gedeckelt werden. Der Schuldenberg des griechischen Staates wächst dieses Jahr auf voraussichtlich 315 Milliarden Euro an. Das entspricht fast 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Von

afp

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