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22.05.2013

14:33 Uhr

Großbritannien

Notenbankchef will Konjunktur beleben

Bevor er abtritt, möchte Notenbankchef Mervyn King noch einen Paukenschlag setzen und mehr Staatsanleihen aufkaufen. Er bleibt ungehört, wie bisher spürt die britische Konjunktur wenig von der Politik seines Instituts.

Packt bald seine Koffer und bekommt kein Abschiedsgeschenk inform von Staatsanleihen-Käufen: Notenbank-Chef Mervyn King Reuters

Packt bald seine Koffer und bekommt kein Abschiedsgeschenk inform von Staatsanleihen-Käufen: Notenbank-Chef Mervyn King

LondonDer britische Notenbankchef Mervyn King dringt wenige Monate vor dem Ende seiner Amtszeit weiter vergeblich auf eine Konjunkturspritze. Auf seiner vorletzten geldpolitischen Sitzung vor dem Stabwechsel an den Kanadier Mark Carney konnte sich King nicht mit der Forderung durchsetzen, die Staatsanleihekäufe um 25 Milliarden Pfund auszuweiten. Dies geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Mai-Sitzung des geldpolitischen Ausschusses hervor, der mit sechs zu drei Stimmen gegen eine Lockerung war. Damit präsentierte sich das Gremium bereits den vierten Monat in Folge in dieser Frage äußerst uneins.

Die Notenbank hat in den vergangenen Jahren bereits für 375 Milliarden Pfund Staatsanleihen gekauft, ohne die Konjunktur damit aber nachhaltig beleben zu können. In einer Reuters-Umfrage bezifferten Ökonomen jüngst die Chance auf eine Ausweitung der Aufkäufe noch in diesem Jahr auf rund 55 Prozent.

Ein unerwartet kräftiger Rückgang der Inflation bietet zumindest Spielraum für neue Konjunkturimpulse. Die Teuerungsrate fiel im April wegen sinkender Benzinpreise auf 2,4 Prozent. Die Bank of England strebt einen Wert von zwei Prozent an. Carney, derzeit Chef der kanadischen Notenbank, löst King im Juli ab und gilt als Verfechter einer aktiven Geldpolitik. Die britische Wirtschaft stagnierte 2012 nahezu, im ersten Quartal 2013 wuchs sie um 0,3 Prozent.

Von

rtr

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