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05.02.2013

13:35 Uhr

Härtere Strafen

EU rüstet zum Kampf gegen die Euro-Fälscher

In Deutschland zirkuliert immer mehr Falschgeld. Die EU-Kommission will nun den Fälschern das Handwerk legen. Die Strafen werden erhöht und die Polizei soll leichter ermitteln können.

Die EU will beim Kampf gegen Geldfälscher auf neue Ermittlungsmethoden zurückgreifen. Getty Images

Die EU will beim Kampf gegen Geldfälscher auf neue Ermittlungsmethoden zurückgreifen.

FrankfurtEr gilt als einer der besten Geldfälscher der Welt. Als die Polizei 2007 das Kölner Atelier von Hans-Jürgen Kuhl stürmte, fand sie kistenweise Dollar-Blüten in perfekter Qualität - der größte Fund in Deutschland. Mehr als acht Monate hatte die Polizei zuvor den heute 71-Jährigen observiert. Zwei verdeckte Ermittlerinnen, drei dutzend Observationsteams, zwei Staatsanwälte und Agenten des amerikanischen Geheimdienstes CIA waren an den Ermittlungen beteiligt. Über 16 Millionen Dollar Falschgeld stellte die Polizei sicher.

Der Dollar ist die Lieblingswährung der Geldfälscher. Er wird am meisten auf der Welt gefälscht. Gleich danach kommt jedoch schon die europäische Gemeinschaftswährung. Einen Schaden von mehr als 500 Millionen Euro haben Geldfälscher seit ihrer Einführung 2002 angerichtet. Die EU will deshalb nun die Gesetze verschärfen. „Wir müssen gesetzliche Schlupflöcher schließen, um Geldfälschung in der EU zu stoppen,“ sagte dazu heute die EU-Justizkommissarin Viviane Reding. Gemeinsam mit Währungskommissar Olli Rehn und Betrugsbekämpfungs-Kommissar Algirdas stellte sie am Dienstag dafür einen Gesetzentwurf vor.

Alles zu den neuen Euro-Scheinen

Eine Mammutaufgabe

Derzeit sind Fünf-Euro-Scheine im Wert von 7,7 Milliarden Euro im Umlauf. Bei einem Gesamtbestand von rund 900 Milliarden Euro in Papiergeld sollen die Zehner, Zwanziger, Fünfziger, Hunderter, Zweihunderter und Fünfhunderter erst in den Jahren darauf folgen.

Grund des Austauschs

Fälschern soll das Handwerk schwerer gemacht und die zuletzt im Juli veröffentlichte Falschgeld-Bilanz der EZB verbessert werden. Die kann sich sehen lassen: Im ersten Halbjahr wurden 251.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen, 15,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zur gleichen Zeit waren 14,6 Milliarden echte Banknoten in Umlauf.

Neue Sicherheitsmerkmale

Drei neue Sicherheitsmerkmale hat Draghi bereits verraten: Der aufgedruckte Wert des Geldscheins ändert seine Farbe beim Kippen von Smaragdgrün in tiefes Blau, und für das Wasserzeichen und das Hologrammporträt wurde als Motiv die griechische Mythenfigur Europa gewählt.

Die Kosten

Die Merkmale der neuen Fünf-Euro-Banknoten seien hochmodern - und „deshalb geringfügig teurer zu produzieren als die alten, die im Durchschnitt weniger als acht Cent gekostet haben“, heißt es in der EZB. Weil die neuen Scheine aber länger haltbar sein sollen, sei die Kostensteigerung „insgesamt sehr begrenzt“.

Hier wird gedruckt

Die Druckaufträge für die Produktion der verschiedenen Stückelungen verteilen die Nationalen Zentralbanken untereinander. Wer keine eigene Druckerei besitzt wie etwa die Bundesbank, vergibt die Aufträge. Wer eine eigene Druckerei hat, ist dazu nicht verpflichtet.

Bei Fälschungen im Wert von mehr als 10 000 Euro sollen den Kriminellen mindestens sechs Monate Haft in allen 27 EU-Ländern drohen. In Deutschland geht das Strafgesetzbuch bereits darüber hinaus, in vielen anderen EU-Ländern jedoch noch nicht.

Die Höchststrafe soll nach den EU-Plänen bei acht Jahren liegen. Außerdem darf die Polizei bei den Ermittlungen gegen Geldfälscher EU-weit auf Methoden zurückgreifen, die sie bei anderen Schwer-Verbrechen anwendet. Gemeint sind verdeckte Ermittlungen, Telefonüberwachung und Konto-Kontrollen.

Kommentare (6)

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Numismatker

05.02.2013, 13:50 Uhr

Gegen die massive Geldentwertung, die durch die EZB betrieben wird, sind die paar Blüten die reinsten Peanuts.

Daß nach und nach immer mehr Delikte als Vorwand zur massiven Komplettkontrolle benutzt werden, paßt zur EU.

Mark_D

05.02.2013, 14:12 Uhr

"In Deutschland zirkuliert immer mehr Falschgeld."
Stimmt, man nennt es EURO.

Account gelöscht!

05.02.2013, 15:09 Uhr

Defätistisch betrachtet, sind die paar Blütendrucker geradezu wünschenswert, da sie Geld unters Volk bringen und die keynesianische Liquidätsfalle Bankensystem durchbrechen.
Außerdem werden die Blüten nicht 35fach von skrupellosen, gesellschaftsschädigenden Grossbanken für Derivatewetten gehebelt.
Desweiteren werden die Blüten viel im sozialabgabenfreien Umfeld (Drogen, Rocker, Halbwelt, etc.) eingesetzt, was der Sozialindustrie und dem Kommunalmoloch die Luft etwas herausnimmt.

Somit kann ich als neutraler Beobachter des Zeitgeschehens die Selberdrucker nur sehr begrüßen, im Gegensatz zum allerobersten, gemeingefährlichen, multikriminellen Falschmünzer Mario D. aus F.

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