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16.12.2014

17:01 Uhr

Hedgefonds

Algorithmen sind die besseren Analysten

Hedgefonds, die ihre Anlagestrategien mit Hilfe von Computer-Algorithmen umsetzen, erzielen häufig eine bessere Rendite als namhafte Investoren. Vor allem in Krisenjahren scheint die Strategie erfolgreich.

John Paulson in New York: Auch langjährige Experten wie der Hedge-Fonds Manager erzielen oft weniger Rendite als Algorithmen. dpa

John Paulson in New York: Auch langjährige Experten wie der Hedge-Fonds Manager erzielen oft weniger Rendite als Algorithmen.

New YorkHedgefonds, die Computer-Programme im Handel nutzen, haben in diesem Jahr einige der höchsten Erträge in der Branche erzielt. Der November war für diese Fonds ganz besonders profitabel. Two Sigma - eine 24 Milliarden Dollar schwere Firma, die von Mathematikern und Experten im Bereich künstlicher Intelligenz geführt wird - konnte im vergangenen Monat mit einer ihrer Strategien um zehn Prozent Wertzuwachs erzielen. Für das Gesamtjahr liegt der Zugewinn bei 47 Prozent.

Auch für den Konkurrenten Cantab Capital Partners war der November erfolgreich. Mit seiner Hauptstrategie erzielte der Investor im letzten Monat einen Wertzuwachs von 18 Prozent. Auf das ganze Jahr 2014 aufgerechnet, konnte sich der Hedgefonds um 32 Prozent verbessern. Auch Aspect Capital verbesserte sich vergangenen Monat um 12 Prozent, womit sich der Zugewinn im laufenden Jahr unterm Strich verdoppelte.

Wissenschaftler, Mathematiker und Ingenieure schlagen Star- Hedgefonds-Manager, indem sie Preisunterschiede auf verschiedenen Märkten identifizieren und diese ausnutzen. Sie verdienen Geld mit dem Einbruch beim Öl-Preis und mit Staatsanleihen. Das sind Anlageklassen, die viele Händler zur Zeit meiden. Der Newedge Trend Index bildet die Entwicklung von Firmen ab, die speziell Modelle nutzen, um von solchen Marktentwicklungen zu profitieren. Im bisherigen Jahresverlauf bis November kletterte er 17 Prozent. Im Vergleich dazu konnten Hedge-Fonds, die diese Computer-Algorithmen im Handel nicht nutzen, im selben Zeitraum nur 3,7 Prozent zulegen.

Was Kunden, Banker und Regierung tun sollten

Handlungsempfehlung für Kunden

Was müssen Privatkunden beachten, damit sie sich für das richtige das richtige Finanzprodukt abschliessen? Elf Vorschläge von Julius Reiter, Professor für Banking & Finance an der FOM-Hochschule für Oekonomie und Management und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht in der Kanzlei Baum Reiter & Collegen in Düsseldorf.

Verbesserung des Finanzproduktverständnisses

Kunden müssen alle Konsequenzen im Rahmen eines Finanzgeschäfts beurteilen können. Ist dies nicht gegeben, sollten sie auf den Vertragsabschluss verzichten.

Überprüfung der Vertragsdetails

Kunden profitieren bei der Auswahl des geeigneten Finanzprodukts von einer kritischen Prüfung des Vertragswerks. Kunden gewinnen langfristig, wenn sie neben den Chancen und Risiken auch die Gebührenstruktur eines Finanzprodukts kritisch beim Erwerb hinterfragen.

Umgang mit persönlichen Daten

Kunden sollten kritisch hinterfragen, welche Informationen sie dem Finanzberater preisgeben. Weiterhin sollten sie den Umgang mit ihren persönlichen Daten, insbesondere im Internet, restriktiv handhaben. Öffentlich zugängliche personenbezogene Daten können von der Finanzbranche strategisch und in der Beratung verkaufspsychologisch genutzt werden.

Handlungsempfehlung für Banken

Banken sollten für eine erfolgreiches wirtschaften folgende Ratschläge beachten.

Suchmaschinenoptimierung

Suchmaschinen sind im Kaufentscheidungsprozess für Bankkunden eine wichtige Informationsquelle. Eine Suchmaschinenoptimierung erscheint erforderlich, um Kunden entsprechende Informationen zur Verfügung stellen zu können.

Abstimmung des Filial- und Internetangebots

Banken profitieren von einem auf das Kundenbedürfnis ausgerichteten Angebot im Internet. Die Optimierung des Vertriebsweges Internet bei gleichzeitiger Abstimmung mit lokalen Angeboten erscheint sinnvoll.

Optimierung der Vergütungsstruktur

Die Gruppe der Selbstentscheider und der Online-Käufer wächst. 25% der Kunden lassen sich in Banken und bei Finanzdienstleistern beraten, kaufen aber die Finanzprodukte im Anschluss online. Dies steht im Zusammenhang mit gestörtem Vertrauen in die Unabhängigkeit und Kompetenz der Finanzberatung. Entlohnungssysteme im Rahmen der Beratung sollten überprüft und die Qualität der Beratung gegenüber den Kunden deutlicher herausgestellt werden.

Handlungsempfehlung für Gesetzgeber

Juristen sollten die sich nachfolgenden Tipps zu Herzen nehmen.

Reduzierung Vertragskomplexität bei Finanzprodukten

Die Transparenz bei Finanzprodukten ist nicht gegeben. Die Komplexität sollte reduziert und die Transparenz, insbesondere in Bezug auf Kosten und Provisionen, muss erhöht werden. Bei gesetzlicher Verpflichtung der Anbieter zur Offenlegung aller Kosten einer Kapitalanlage in Euro und Cent könnte der Anleger unter Berücksichtigung dieser Kosten von sich aus prüfen, welcher absolute Betrag seiner Anlagesumme überhaupt in die Substanz des Produktes fließt und wie viel „weiche Kosten“ keinem Gegenwert entsprechen.

Unabhängige Beratung fördern

Der Trend zum Selbstentscheider und Online-Kauf bei Finanzprodukten nimmt zu. Dies steht im Zusammenhang mit dem Vertrauensverlust in die Finanzberatung. Ein Fünftel der Befragten kann sich unter Honorarberatung, also unabhängiger Beratung ohne Provisionsvergütung, nichts vorstellen. Es sollte durch den Gesetzgeber ein Berufsbild des Honorarberaters mit qualifizierter Berater-Ausbildung und verbindlichen Qualifikationsanforderungen etabliert werden. Die Verpflichtung für Anbieter, Finanzprodukte als Alternativangebot mit provisionsfreien Nettotarifen anzubieten, könnte den Markt für unabhängige Beratung fördern.

Finanzbildung

Die Finanzbildung sollte als fester Bestandteil in die Schulausbildung integriert werden.

„Die nach eigener Intuition und Expertise investierenden Händler sahen keinen Wert darin, Staatsanleihen aus den USA, Großbritannien und Deutschland zu kaufen und zu halten“, die so genannten quantitativen Fonds profitierten allerdings gerade von diesen Investitionen, sagt Anthony Lawler, Vermögensverwalter bei GAM Holding. Die Firma investiert in Hedgefonds. „Auf fallende Energiepreise zu wetten, war ein großes gewinnbringendes Geschäft, bei dem die selbständig investierenden Händler größtenteils außen vor waren.“ Die quantitativen Fonds schlagen mit ihren Computer-Algorithmen auch bekannte Aktien-und Bonds-Investoren. Die Experten tuen sich schwer die Auswirkungen des schwachen Rohstoffmarktes und die Folgen der Politik der Zentralbanken auf den Markt richtig zu prognostizieren.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

16.12.2014, 19:49 Uhr

Hedgefonds, die ihre Anlagestrategien mit Hilfe von Computer-Algorithmen umsetzen, erzielen häufig eine bessere Rendite als namhafte Investoren.
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Solche Methoden nenne ich....


............ " ZOCKEN " .....................

aber nicht fachmännischen Investments-Methoden !!!








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