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16.02.2017

12:00 Uhr

Höherer Profit aus Anleihekäufen

EZB steigert ihren Gewinn

VonJan Mallien

Die Notenbanken der Euro-Länder können sich freuen: Die Europäische Zentralbank hat 2016 etwa 1,2 Milliarden Euro Gewinn erwirtschaftet – und damit etwas mehr als im Vorjahr. Das hatte vor allem einen Grund.

Der Chef der EZB kann mehr Geld an die nationalen Notenbanken der Euro-Länder überweisen. Reuters, Sascha Rheker

Mario Draghi

Der Chef der EZB kann mehr Geld an die nationalen Notenbanken der Euro-Länder überweisen.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat im vergangenen Jahr dank steigender Erträge aus dem milliardenschweren Anleihenkaufprogramm mehr Gewinn gemacht. Der Jahresüberschuss erhöhte sich um 111 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden Euro, wie die Notenbank am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Die EZB und die Notenbanken des Eurosystems kaufen seit März 2015 in großem Umfang Staatsanleihen der Euro-Länder. Der größte Teil davon entfällt auf die nationalen Notenbanken, die auf eigene Rechnung handeln. Die EZB selbst übernimmt aber acht Prozent der Käufe von derzeit monatlich 80 Milliarden Euro – und kassiert für diese Papiere entsprechend Zinsen. Insgesamt belaufen sich die Käufe bislang auf 1,6 Billionen Euro.

Zentralbanken und Negativzinsen

Japan

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,0 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,1 Prozent

Schweiz

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): -0,75 Prozent (15.01.2016)

Einlagenzinssatz für Banken: gestaffelt -0,75 Prozent

Dänemark

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,05 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,65 Prozent

Schweden

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): -0,5 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,5 Prozent

Euro-Zone

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,0 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,4 Prozent

Die EZB profitierte außerdem von den steigenden Zinsen in den USA. Die Notenbank hat einen Teil ihrer Währungsreserven in US-Staatspapiere investiert. Der US-Dollar hatte im vergangenen Jahr kräftig aufgewertet. So wuchsen die Zinserträge aus Währungsreserven von rund 280 auf 370 Millionen Euro.

Zudem nahm die EZB für ihre Tätigkeiten in der Bankenaufsicht höhere Gebühren von den beaufsichtigten Instituten ein. Diese stiegen von rund 260 auf 350 Millionen Euro. Größter Kostenfaktor waren hingegen die Ausgaben für Personal, die von rund 440 auf 470 Millionen Euro stiegen. Die EZB überweist ihren Überschuss komplett an die nationalen Zentralbanken der 19 Euro-Länder.

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