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06.05.2016

11:59 Uhr

Hyatt, GM, Shell

Aktien, die Hedgefonds-Manager lieben

VonFrank Wiebe

Hedgefonds sind für ihre Wetten berüchtigt. Doch sie wetten nicht nur auf den Niedergang von Aktien, sondern auch auf deren Aufstieg. Welche Anteilsscheine die illustren Investoren empfehlen.

Hedgefonds werden gerne Mal als Heuschrecken verschrien. Dabei können die Empfehlungen ihrer Manager Anlegern durchaus nützen. IMAGO

Hedgefonds

Hedgefonds werden gerne Mal als Heuschrecken verschrien. Dabei können die Empfehlungen ihrer Manager Anlegern durchaus nützen.

New YorkHedgefonds machen oft von sich reden, weil sie gegen bestimmte Aktien wetten, auf deren Kursverfall setzten und die jeweiligen Unternehmen schlecht machen. Ihre Manager haben aber umgekehrt manchmal auch Lieblinge – Papiere, die sie höher einschätzen, als der breite Markt es tut. Auf der hochklassigen Sohn Investment Conference gaben sie Empfehlungen.

Richard Deitz, Gründer und Chef von VR Capital, setzt auf Griechenland, vor allem auf die vier großen Kreditinstitute: Alpha Bank, Eurobank, National Bank of Greece und Piraeus Bank. „Die haben zusammen einen Marktanteil von 90 Prozent“, sagt er. Seiner Meinung nach sind sie nach der Rettungsaktion im vergangenen Jahr völlig überkapitalisiert, die entsprechenden Stress-Test seien damals „sehr konservativ“ ausgefallen. Er glaubt, dass sie in rund drei Jahren beginnen werden, einen Teil des Kapitals an die Aktionäre zurückzuzahlen. Von den laufenden Verhandlungen mit der EU erhofft er sich zudem, dass die griechischen Banken künftig wieder Anleihen ihres eigenen Staates bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlegen und dafür von ihr günstige Kredite bekommen können. Außerdem rechnet er damit, dass es auch für Staatsanleihen, die sich im öffentlichen Besitz befinden, zum Beispiel bei der EZB, günstigere Konditionen geben wird. Allerdings dürfte gerade dieser Punkt aus juristischen und politischen Gründen schwierig sein, was von angelsächsischen Experten manchmal unterschätzt wird.

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Deitz ist mit seinem Fonds auf die Ausnutzung von Krisen spezialisiert. Er steht mit seiner Meinung zu Griechenland nicht allein. Morgan Stanley hat zeitgleich eine Studie veröffentlicht, nach der ein Kurssprung der griechischen Bankaktien bis zu 90 Prozent möglich ist, wenn Athen zu einem günstigen Kompromiss mit der EU kommt.

Ein großes Thema gleich für mehrere Hedgefonds ist der Ölpreis. David D’Alessandro glaubt, dass er sich noch weiter erholen wird, über die Marke von 50 Dollar hinaus. Seiner Meinung wird China weiter ein starker Käufer bleiben und Indien noch mehr als in der Vergangenheit verbrauchen. Der Chef und Gründer des auf Rohstoffe spezialisierten Hedgefonds CMDTY Capital Management befürchtet auch nicht, dass mit einem Anstieg des Preises die US-Unternehmen gleich wieder die Produktion ausdehnen. „Allein in Texas haben rund 200.000 Leute die Branche verlassen“, sagt er, „die sind heute zum Teil ganz woanders beschäftigt.“ Außerdem werden viele Unternehmen höhere Mittelzuflüsse eher zum Abbau ihrer Verschuldung als zu neuen Investitionen nutzen.

Nick Tiller, Gründer von Prerocity Capital, sieht ebenfalls stabile Ölpreise voraus. Davon wird seiner Einschätzung nach besonders Shell profitieren. Das Unternehmen ist im Vergleich zu Exxon unterbewertet und hat bessere Chancen zu wachsen, sagt er. Wegen eines hohen Anteils an Erdgas steht es zudem in Zusammenhang mit dem Klimawandel weniger unter Druck.

Zacharias Schreiber, Chef von Point-State Capital, sieht dagegen nur auf kurze Sicht eine Erholung des Ölpreises, danach eine flaue Entwicklung voraus. Seiner Meinung wird darunter vor allem Saudi-Arabien leiden. Das Land brauche einen Ölpreis von rund 90 Dollar, um seinen Staatshaushalt stabil zu halten, argumentiert er. Der saudische Riyal ist, anders als etwa der russische Rubeln, trotz des niedrigen Ölpreises bisher nicht gefallen, weil er an den Dollar gekoppelt ist. Schreiber glaubt, dass das nicht mehr lange hält und rät, auf einen Verfall des Riyal gegenüber dem Dollar zu wetten.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

06.05.2016, 12:17 Uhr

Warum werden Engagements von Hedgefonds (oder der Börsenhandel im Allgemeinen) als " Wetten " tituliert ? Das hinterlässt bei dem nicht mit der Materie vertrauten Lesern den Eindruck, dass es sich hierbei um zocken, ein Spiel oder ähnlichen Unfug handelt. Tatsächlich steckt aber hinter jedem Engagement eine höchst anspruchsvolle und ausgeklügelte Strategie.

Herr Thomas Behrends

06.05.2016, 12:28 Uhr

@ Ralph S.

Genau, nämlich die Strategie Falschinformationen im Markt zu lancieren, um nachher als Profiteur aus dem Rennen zu gehen. Frei nach dem Motto "Leute kauft Gold". Ich verrate Euch allen nicht, dass ich mich zum günstigen Tarif massiv damit eingedeckt habe und verkaufe, wenn Ihr Trottel auch einsteigt und ich mit 20-50% Rendite nach Hause gehe.

Herr Josef Schmidt

06.05.2016, 12:31 Uhr

Weil sie mit mit dem Geld anderer Leute und noch darüber hinaus mit ausgeliehenem Geld an der Börse spielen und auf schnelle Profite hinaus sind und kein langfristiges Interesse an einem Unternehmen haben. Zocken ist eben keine Investition.

Du musst noch viel lernen als angebliches Börsenprofi. Frag mal dein Vater Carl Icahn.LOL

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