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17.03.2016

19:44 Uhr

Adler zieht Antrag zurück

Kompromiss über Conwert-Verwaltungsrat geschlossen

Adler rudert zurück: Auf einer Sonderversammlung seiner Beteiligung Conwert hat der Immobilienkonzern einen Antrag zur Ablöse von Verwaltungsratsmitgliedern zurückgezogen. Doch die Übernahme-Ängste bei Conwert bleiben.

Hinter dem Antrag witterten Conwert-Vertreter eine feindliche Übernahme. Adler dementiert. Reuters

Teilhaber unter Verdacht

Hinter dem Antrag witterten Conwert-Vertreter eine feindliche Übernahme. Adler dementiert.

WienDer deutsche Wohnungsimmobilienkonzern Adler und der österreichische Rivale Conwert haben im Streit um Verwaltungsratmitglieder einen Kompromiss geschlossen. Adler hat auf einer Sonderhauptversammlung von Conwert am Donnerstag überraschend seinen Antrag zur Ablöse von Verwaltungsratmitgliedern zurückgezogen. „Wir haben eine klare Stimmungslage vernommen“, sagte ein Vertreter von Adler. Um diese zu berücksichtigen, werde der Anteil zurückgezogen. Stattdessen wählten die Conwert-Aktionäre als Kompromiss, Adler-Aufsichtsratchef Dirk Hoffmann als zusätzlichen Kandidaten in den Verwaltungsrat.

Der Hamburger Immobilienkonzern war im Vorjahr mit 22,4 Prozent bei Conwert eingestiegen und ist damit größter Einzelaktionär. Adler wollte drei der vier Verwaltungsräte ablösen und durch eigene Kandidaten ersetzen. Dafür wurde von den Deutschen nur wenige Wochen vor der regulären Aktionärsversammlung eine Sonderhauptversammlung beantragt. Zu den vorgeschlagenen Kandidaten gehörten Adler-Aufsichtsratschef Hoffmann und der ehemalige Vorstandschef der Deutschen Annington (heute Vonovia), Wijnand Donkers. Donkers hat seine Kandidatur jedoch in letzter Minute zurückgezogen. Conwert hat die Pläne Adlers von Anfang an abgelehnt und den Aktionären im Vorfeld der Versammlung empfohlen, gegen den Antrag zu stimmen. Der Conwert-Vorstand befürchtete eine feindliche Übernahme durch Adler.

Auf der Versammlung wies Adler die Befürchtungen zurück. „Wir streben keine Übernahme durch die Hintertür an“, sagte Adler-Vorstand Arndt Krienen. Vielmehr sollten die vorgeschlagenen Verwaltungsräte dem Vorstand auf die Sprünge helfen. „Wir wollen eine Führungsspitze, die auch hält was sie verspricht“. Die angekündigten Kosteneinsparungen würden nach Ansicht des Adler-Managers nicht ausreichen. „Conwert hat das Potenzial zu mehr“, sagte Krienen.

Conwert konnte den Adler-Plänen indes nicht viel abgewinnen. „Wir erachten es als nicht zielführend, wenn ein Mitbewerber, dessen Kapialkennzahlen allesamt schlechter sind, eigene Interessen zum Schaden der übrigen Aktionäre umsetzen will“, sagte Conwert-Vorstandschef Wolfgang Beck. Conwert ist nach Ansicht des Managers zwar noch lange nicht am Ziel, aber auf einem guten Weg. Conwert besitzt zum großen Teil Wohnungsimmobilien und nur wenige Gewerbeimmobilien. 80 Prozent der knapp 30.000 Wohnungen liegen in Deutschland.

Zwei der drei Verwaltungsräte, die Adler loswerden wollte, hatten sich erst im Herbst in ihre Positionen eingeklagt: der aktivistische Investor Alexander Proschofsky und der Berliner Immobilienmanager Peter Hohlbein. Sie hatten den Einfluss des früheren Conwert-Großaktionärs Hans-Peter Haselsteiner begrenzen wollen. Dessen Aktienpaket ist inzwischen auf Umwegen für 285 Millionen Euro bei Adler gelandet.

Von

rtr

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