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03.02.2008

12:00 Uhr

Altersgerechte Immobilien

Bloß nicht ins Heim

VonAnne Wiktorin

Wer die Internet-Suchmaschine Google mit dem Begriff „Seniorenwohnen“ füttert, könnte sich durch fast drei Millionen Einträge klicken.

DÜSSELDORF. Und dem größten deutschen Internet-Marktplatz für Haus- und Wohnungssuchende, der Deutsche-Telekom-Tochter Immobilienscout 24, sind Kunden jenseits der 50 und deren besondere Wohnwünsche längst eine eigene Rubrik wert. Kein Zweifel: Die Kundengruppe wird für die Immobilienwirtschaft immer wichtiger. So konzipieren Bauträger innerstädtische Eigentumswohnungen längst nicht mehr nur für Singles Anfang 30. Im Visier der Vermarkter sind längst auch finanzkräftige Paare, die 20 und mehr Jahre älter sind.

Initiatoren geschlossener Immobilienfonds schließlich, die noch vor ein paar Jahren ihren Anlegern am liebsten Bürogebäude oder Fachmarktzentren anboten, gehen inzwischen auf Suche nach gut geführten Pflegeheimen für Hochbetagte oder Demenz-Patienten.

Ihre optimistischen Prognosen zum Markt für sogenannte Sozialimmobilien will Helmut Braun, Vorstandsvorsitzender der KWA Kuratorium Wohnen im Alter gAG, jedoch nicht teilen. Mit insgesamt 14 Einrichtungen ist das Unternehmen mit Sitz in Unterhaching nach der Münchener Augustinum Gruppe der bundesweit zweitgrößte Träger von Altenwohnstiften. „Der Bereich der Wohnstifte wird eine Nische bleiben“, erwartet er.

Einen monatlichen Pensionspreis zwischen 2 000 Euro und 2 500 Euro für eine 45 Quadratmeter große Zwei-Zimmer-Wohnung könne oder wolle sich nur eine kleine Gruppe von Rentnern leisten. Und nach wie vor wünschten sich die meisten Menschen, so lange wie möglich in der eigenen Wohnung zu bleiben. „Das durchschnittliche Einzugsalter in unseren Wohnstiften liegt bei 81 Jahren“, illustriert Braun diesen Befund.

Wijnand Donkers, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutsche Annington mit rund 220 000 Wohnungen, bestätigt: „Etwa 23 Prozent unserer Mieter sind älter als 60 Jahre und wohnen bereits mehr als 20 Jahre in ihrer Wohnung.“ An einen Umzug denken wohl die wenigsten, denn die Fluktuation in dieser Altersgruppe sei denkbar niedrig, sagt Donkers.

Nach knapp vierjähriger Pilotphase startete im vergangenen Oktober deshalb das Programm „Annington Wohnen Plus“ bundesweit. Über eine kostenlose Rufnummer bekommen ältere Mieter Hilfestellung bei Fragen zu Pflegegeld und Wohnraumanpassung, zu Ärzten, ambulanten Pflegediensten oder Anbietern von „Essen auf Rädern“. Der Service werde gut angenommen, sagt Donkers. Er erwartet dessen Weiterentwicklung: „Eins ist sicher, das Thema wird uns auch morgen und übermorgen noch beschäftigen.“

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