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19.01.2011

18:22 Uhr

Angebot abgelehnt

TAG Immobilien verfehlt Colonia-Übernahme

VonReiner Reichel

Rolf Elgeti, Chef der Hamburger TAG Immobilien, kommt mit der Übernahme der Colonia Real Estate nicht so schnell voran wie gedacht. Der erste Versuch scheiterte. Dennoch scheint Elgeti nicht besonders unglücklich darüber zu sein. Er spricht nun von Kooperation statt Kontrolle.

TAG-Chef Rolf Elgeti gibt sich gelassen. Quelle: Thomas Luther

TAG-Chef Rolf Elgeti gibt sich gelassen.

DÜSSELDORF. Die Übernahme von Colonia Real Estate durch TAG Immobilien gerät ins stocken. Aktuell verfügt die TAG über einen Anteil von rund 37 Prozent. Dienstagnacht lief das Angebot aus, 5,55 Euro für jede Colonia-Aktie zu zahlen. Offensichtlich behalten Analysten recht, die vermuteten, das Angebot sei zu gering. Elgeti hatte von vornherein klargestellt, dass er das Angebot nicht erhöhen wird. Colonia-Vorstand und-Aufsichtsrat hatten das Angebot als zu niedrig abgelehnt. Ihr Argument: Der Nettovermögenswert (Vermögen abzüglich Schulden) je Aktie betrage 9,53 Euro.

Allerdings notieren nahezu alle Immobilienaktien unterhalb ihrer Nettovermögenswerte. Während die Colonia-Aktie sich seit Tagen um die 5,55 Euro bewegt, verloren Anteilsscheine der TAG im Tagesverlauf knapp zwei Prozent auf 6,66 Euro.

"Aus unserer Sicht hat die TAG ihr Ziel verfehlt, mindestens 50 Prozent der Colonia Real Estate zu übernehmen", stellt Claudia Kellert, Investor-Relations-Managerin der Colonia fest. Sie wie auch Elgeti gehen nicht davon aus, dass die TAG in der bis zum 4. Februar laufenden Nachfrist, in der Colonia-Aktionäre das aktuelle Angebot noch annehmen können, die noch fehlenden 13 Prozent zur Mehrheit erhalten wird.

Dennoch scheint Elgeti nicht besonders unglücklich darüber zu sein, die Mehrheit zu verfehlen: "Wir sparen eine Menge Geld." Dabei denkt er weniger an die Finanzierung der fehlenden 13 Prozent, sondern an jene 75 Millionen Euro, die TAG aufbringen muss, falls die Gläubiger von zwei Colonia-Wandelschuldverschreibungen diese kündigen. Dazu haben sie das Recht, sobald die TAG die 50-Prozent-Schwelle überspringt. Elgeti kann sich außerdem darauf verlassen, dass die TAG mit nun 37 Prozent mit Abstand größter Aktionär der Colonia ist und damit auf Hauptversammlungen höchstwahrscheinlich über die einfache Mehrheit verfügen wird.

Anstelle einer Konsolidierung im eigenen Konzern, wozu in der Regel die Mehrheit am Grundkapital der Aktiengesellschaft notwendig ist, stellt sich Elgeti nun Kooperationen in der Immobilienverwaltung vor. Zusammen haben beide Gesellschaften 26 000 Wohnungen und weitere Objekte. Das Colonia-Management kann sich auf dem Wohnimmobiliensektor durchaus eine Zusammenarbeit vorstellen.

Immobilienaktienanalyst Kai Klose geht davon aus, dass die TAG über kurz oder lang die Colonia dennoch vollständig übernehmen wird. Das könnte dann teurer werden als jetzt. Denn wenn es Colonia gelingt, Immobilien zum Verkehrswert zu verkaufen, könne ihr Aktienkurs steigen. Aktuell verhandelt Colonia über den Verkauf eines Portfolios in Freiburg im Wert von 30 Millionen bis 35 Millionen Euro. Darüber hinaus gebe es Verhandlungen über den Verkauf eines weiteren Portfolios, das ein höheres Volumen habe, sagt Kleinert.

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