Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.07.2013

10:38 Uhr

Angeschlagener Immobilienkonzern

IVG erhöht Druck auf Gläubiger

Milliarden-Schulden und tiefrote Quartalszahlen lasten seit Monaten auf dem Immobilienkonzern IVG. Jetzt hat das Unternehmen Berechnungen über mögliche Zahlungsausfälle im Falle einer Insolvenz vorgelegt.

Hochhaus-Fassade in München: Der Immobilienkonzern IVG kämpft ums Überleben. dpa

Hochhaus-Fassade in München: Der Immobilienkonzern IVG kämpft ums Überleben.

BonnDer ums Überleben kämpfende Immobilienkonzern IVG versucht bei den Verhandlungen über einen Schuldenschnitt den Druck auf die Gläubiger zu erhöhen. Das Unternehmen veröffentlichte Berechnungen über mögliche Zahlungsausfälle im Falle einer Insolvenz und warnte zudem vor hohen Verlusten im zweiten Quartal.

Bei einer Pleite würden beispielsweise die Inhaber einer Hybridanleihe über 400 Millionen Euro leer ausgehen, teilte das Unternehmen in Bonn mit. Zudem müssen sich die Eigentümer einer Wandelanleihe sowie die Gläubiger einer Kreditlinien mit einem Volumen von 1,35 Milliarden Euro auf hohe Verluste einstellen.

IVG hatte Ende Mai angekündigt, dass die Schulden um bis zu 1,75 Milliarden Euro oder rund 40 Prozent gesenkt werden müssen, um überleben zu können. Da der Vorstand den Anteilseignern bei der Hauptversammlung Ende August ein neues Finanzkonzept vorlegen will, steht IVG bei den Verhandlungen unter Zeitdruck. Die Gespräche sind kompliziert, da die einst kreditgebenden Banken ihre Pakete zum Teil an Finanzinvestoren verkauft haben.

Das Unternehmen, das sich vor allem mit dem Prestigeobjekt „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen verhoben hat, warnte zudem vor erneut tiefroten Zahlen im zweiten Quartal und präzisierte erstmals den notwendigen Abbau von Stellen. So müsse die Zahl der Mitarbeiter bis Ende 2017 auf 400 sinken, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Das wären rund ein Viertel weniger als Ende März. 2006 hatte die Gesellschaft noch mehr als 800 Mitarbeiter.

Von

dpa

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Ludwig500

13.07.2013, 11:54 Uhr

So ein Mist aber auch. Investoren und Schuldenschnitt, das passt gar nicht zusammen. Es muss ein Rettungsschirm her. Irgendwer muss doch dafür sorgen, dass Investments sicher bleiben. Im Interesse der Gläubiger, vor allem aber im Interesse des Systems, denn:

"Die Gespräche sind kompliziert, da die einst kreditgebenden Banken ihre Pakete zum Teil an Finanzinvestoren verkauft haben."

Damit wird die Sache systemrelevant.

eksom

13.07.2013, 13:12 Uhr

Lass jede Firma, jede Bank, jede Fehlinvestition von gierigen uns nimmersatten Anlegern immer pleite gehen, damit endlich jeder kapiert, wo, wie, wann, bei wem und richtig investiert wird!

Roothom

13.07.2013, 13:44 Uhr

angeblich haben die finanzierungen von ivg einen ltv von 70%. wie das zu den nun ermittelten ausfallquoten passt, ist mir völlig unklar. vielleicht sollta man da ja mal schauen, ib die bilanzansätze und veröffentlichungen in der vergangenheit den realen werten entsprochen haben - mit allen entsprechenden konsequenzen natürlich.

sehr beachtlich ist auch der text der gestrigen veröffentlichung. wenn die verantwortlichen bei ivg in denselben schachtelstruktueren denken, wie sie ad-hoc-mitteilungen schreiben, dann erklärt das einiges...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×